Wirtschaft + Unternehmen

Schicht für Schicht zum Prototyp

„Time-to-Market“ steht als Synonym für die immer kürzeren Zeiten, in denen Produktentwicklungen marktreif sein sollen. Eine wichtige Stellung nimmt dabei das Rapid Prototyping ein. SCOPE-Redakteur Stefan Graf sprach in den USA mit C. Thomas Clay, CEO der Z Corporation, einem der führenden Hersteller von 3D-Druckern. Diese erstellen innerhalb von Stunden physische Prototypen aus digitalen Daten.

SCOPE: Mr. Clay, was ist das Besondere am 3D-Drucken?

Clay: Die Faszination, wie schnell, einfach und kostengünstig physische Prototypen aus digitalen Daten - also beispielsweise aus einem CAD-Programm heraus – entstehen. Genauso wie konventionelle Desktop-Drucker einen Papierausdruck von Dokumenten erstellen, schaffen 3D-Drucker einen Prototypen eines Realwelt-Objekts, wie etwa eines Handys, eines Spielzeugs oder einer Kamera.

SCOPE: Ganz konkret, wie schnell kann so ein Prototyp – zum Beispiel ein Handymodell – entstehen und wie hoch sind die Kosten?

Clay: Ein Handy-Design kann in weniger als einer Stunde und für weniger als zehn Dollar von einem Bild auf dem Bildschirm in einen Prototypen verwandelt werden. Aber selbstverständlich sind auch größere und komplexere Modelle möglich. Wir entwickeln unsere Geräte ständig weiter.

SCOPE: Was sind die wichtigsten Neuerungen der letzten Zeit?

Clay: Wir haben immer wieder die Bauräume vergrößert, unser größtes Modell Z810 bietet einen Bauraum von 500 × 600 x 400 Millimeter. Die Schichtstärken betragen zwischen 0,089 bis 0,203 Millimeter.

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Der 3D-Drucker erstellt auch farbige Modelle in 24 Bit Farbtiefe. Damit sind sehr realistische Modelle erstellbar, was beispielsweise Marketing- oder Vertriebsleute sehr schätzen.

SCOPE: Ist im Markt für Rapid Prototyping bereits eine gewisse Sättigung feststellbar oder erwarten Sie größeres Wachstum?

Clay: Ganz im Gegenteil – der Markt kommt erst richtig in Fahrt! Wir konnten unseren Umsatz in 2005 um ganze 50 Prozent steigern und schauen sehr optimistisch in die Zukunft. Wir haben 3D-Drucken zu einer „Mainstream-Technologie“ gemacht und behaupten uns als führender Hersteller.

SCOPE: Wo kommen Ihre Geräte zum Einsatz?

Clay: Das reicht von der Produktentwicklung bis zum Vertrieb in Unternehmen. Wenn beispielsweise Prototypen ganz am Anfang des Produktentwicklungszyklus zum Einsatz kommen, dann können Designingenieure schon in den frühen Phasen des Design-Prozesses kritisches Feedback erhalten. Dadurch können kostspielige Änderungen in der letzten Minute vermieden und Produkte schneller an den Markt gebracht werden. Aber auch im Gespräch mit potentiellen Kunden ist es ein großer Vorteil, bereits sehr früh realitätsgetreue Objekte präsentieren zu können.sg

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