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Artikel und Hintergründe zum Thema

Stefan Rauscher wurde in den väterlichen Betrieb hineingeboren

„Klare Kante“

Wer oder was hat Ihr Interesse an Ihrem gegenwärtigen Tätigkeitsfeld geweckt?
Ich bin in den Betrieb hineingeboren. Er war von Anfang an selbstverständlicher Bestandteil meines Lebens.

Stefan Rauscher vor einer Italienische Diva: eine ganz besondere Fertigungslinie, die am Anfang nicht leicht zu bändigen war und heute einwandfrei schneidet, stanzt, formt und fertige Teile hinlegt. (Foto: privat)

Welche technischen Leistungen aus Ihrem Bereich bewundern Sie besonders?
Was ich eher bewundere, ist die Fähigkeit, hartnäckig für knifflige Aufgabenstellung eine Lösung zu finden und ausgeprägte Schnittstellenkompetenz in der Zusammenarbeit mit anderen Gewerken.

Was möchten Sie noch dringend beruflich und/oder privat erreichen?
Die Prozesse in meinem Unternehmen laufen auch ohne mich. Das ist für mich ein Zeichen, dass ich als Unternehmer das erreicht habe, was ich erreichen wollte.

Drei Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind…
Meine zwei Töchter und meine Partnerin. Das sind zwar keine Dinge – aber drei Menschen, die mir besonders wichtig sind.

…und drei, auf die Sie besonders gut verzichten könnten?
Sinnlose Kaltakquise von Weinhändlern, Anlageberatern und Versicherungsgesellschaften. Besonders die, die mit dem Satz „Haben Sie gerade eine Minute?“ beginnt.

Je ein Buch, eine CD, ein Film: Welche sind Ihnen besonders wichtig?
Die Kluftinger-Romane vom Allgäuer Autorenduo Klüpfel und Kobr. Die Romanverfilmung Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger. Pavarotti, egal welche CD.

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Ein Bild, eine Skulptur, die Ihnen wichtig erscheint oder die Sie kaufen würden?
Die Kunst, die mir wichtig ist, ist geschenkt. Ich finde sie in der freien Natur. Zu den schönsten Stücken meiner Sammlung gehört ein Olivenbaum-Schwemmholz von der italienischen Adriaküste.

Was erwartet Sie nach Büroschluss?
Wenn ich heimkomme ziehe ich erst einmal die Schuhe aus. Bei klassischer Musik mache ich es mir dann mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich.

Welchen Sänger, Musiker, Schauspieler, Performer oder Sportler würden Sie gern live erleben?
Al Jarreau kommt im Juli nach Deutschland. Da will ich hin.

Treiben Sie Sport – welchen?
Wandern und Radeln. Dabei bin ich lieber lange und ausdauernd unterwegs als der Powertyp, der sich mit Bergschuhen oder dem Mountainbike die Berge hochkämpft.

Ihr Lebensmotto?
Hadere nicht! Das Leben ist zu kostbar, um lange zu zweifeln.

Haben Sie ein Vorbild – oder vielleicht mehrere?
Mein Vorbild ist Marcel Reich-Ranicki, weil er als moralischer Mensch eine klare Kante gezeigt hat.

Welche Botschaft haben Sie an Ihre Mitarbeiter?
Zuhören. Verstehen. Lösen. Mit diesen drei Worten möchte ich meine Mitarbeiter dazu anhalten, sich in die Aufgaben unserer Kunden hineinzudenken. Nur so kommen wir auf Lösungen, die wirklich begeistern. Und genau das macht Rauscher F. X. aus. Die Nähe zum Kunden statt Lösungen aus dem Katalog.

Was raten Sie der Jugend?
Unser Beruf ist das, was wir jeden Tag machen. Bei der Berufswahl ist es deshalb besonders wichtig, schon ganz früh darauf zu achten, was einem besonders liegt oder wo man vielleicht auch echte Talente besitzt. Mein Rat an die Jugend: Wer es nicht von Anfang an weiß, der soll viel ausprobieren und sich immer wieder auf neue Herausforderungen einlassen.

Wie und wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Genau da wo ich jetzt bin. In Schwaben.


Stefan Rauscher ist Jahrgang 1963. Nach der Ausbildung beim Telekommunikationsunternehmen Standard Elektrik Lorenz AG hat er im väterlichen Betrieb Franz X. Rauscher KG angefangen. Als gelernter Werkzeugmacher ist er schnell in die Rolle des technischen Leiters hineingewachsen. Über Einkauf, Kundenbetreuung und Vertrieb hat er Seite an Seite mit seinem Vater Bereich für Bereich strukturiert, Verantwortung übernommen und abgegeben. 2004 wurde er alleiniger Gesellschafter. Heute konzentriert er sich hauptsächlich auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Neuentwicklung von Produkten.

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