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Bosch Packaging Technology wächst stärker als der Markt

"Wir wollen mit unseren Verpackungslösungen und dem damit verbundenen Dienstleistungsangebot unsere weltweit führende Marktposition weiter ausbauen", sagt Friedbert Klefenz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch Packaging Technology.

Bosch Packaging Technology verzeichnete im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 16 Prozent auf 914 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im gleichen Zeitraum um sechs Prozent auf rund 5.000. Das Waiblinger Unternehmen wuchs damit stärker als der gesamte Verpackungsmaschinenmarkt und strebt bis Ende 2015 die Umsatzmarke von 1,5 Milliarden Euro an.

Für das Jahr 2013 erwartet Bosch Packaging Technology eine Umsatzsteigerung im hohen einstelligen Prozentbereich. "Wir wollen mit unseren Verpackungslösungen und dem damit verbundenen Dienstleistungsangebot unsere weltweit führende Marktposition weiter ausbauen", sagte Friedbert Klefenz, Vorsitzender des Bereichsvorstands, während der Jahrespressekonferenz am Unternehmenssitz in Waiblingen bei Stuttgart.

Pharma- und Nahrungsmittelmärkte weiter im Aufwind

Der für das Unternehmen relevante Weltmarkt für Verpackungsmaschinen ist im vergangenen Jahr um sechs Prozent gewachsen. "Hier wird deutlich, dass unser Geschäft von der allgemeinen Konjunktur unabhängiger ist als beispielsweise andere Bereiche des Maschinen- und Anlagenbaus", erklärte Klefenz. Die Kunden würden langfristiger planen, da die Struktur der Absatzmärkte in der Regel stabiler sei als etwa die der Automobilindustrie. So wachse der Pharmamarkt, in dem Bosch Packaging Technology knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes erwirtschafte, auch in den kommenden Jahren kräftig. Bis 2015 werde ein Marktvolumen von 1,1 Billionen Euro erwartet. Vor zwei Jahren waren es noch 850 Milliarden Euro. Jeden zweiten Euro setzt Bosch darüber hinaus mit Anlagen für die Nahrungsmittelindustrie um. Auch hier wächst der Bedarf, denn in immer mehr Ländern wird erkannt, dass durch geeignete Verpackungen Nahrungsmittel länger haltbar sind. "Verpackungen sind ein Weg zur Versorgungssicherung von Millionen von Menschen", sagte Klefenz.

Bosch Packaging Technology hat 2012 die internationale Präsenz weiter verstärkt. Die weltweite Ausrichtung ist dabei von grundsätzlicher Bedeutung, denn mehr als 90 Prozent des Umsatzes werden außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. Inzwischen ist rund die Hälfte der Mitarbeiter von Bosch Packaging Technology im Ausland tätig. Insgesamt ist das Unternehmen in mehr als 15 Ländern mit über 30 Standorten vertreten. Dabei spielt Asien eine herausragende Rolle. In dieser Region erwirtschaftet Bosch Packaging Technology inzwischen ein Viertel des Gesamtumsatzes und erwartet in den kommenden fünf Jahren ein zweistelliges Umsatzwachstum.

Vorreiter in Afrika

Bosch zählt sich innerhalb der Verpackungsbranche zu den Vorreitern, die sich auf dem afrikanischen Kontinent engagieren. "Afrika entwickelt sich zu einem Markt, der große Aufmerksamkeit verdient. Mit unserem Montagestandort im südafrikanischen Midrand zählen wir bereits zu den größten Verpackungsmaschinenherstellern auf dem Kontinent", betonte Klefenz. Im vergangenen Jahr erzielte der Bereich dort sechs Prozent seines Gesamtumsatzes. In diesem Jahr sollen es acht werden. Auch aus diesem Grund hat Bosch einen weiteren Vertriebs- und Servicestandort in Ägypten gegründet. In den kommenden Jahren soll darüber hinaus das Geschäft vor allem südlich der Sahara weiter ausgebaut werden.

Der Umsatz von Bosch Packaging Technology ist 2012 auch in Nordamerika leicht gewachsen, während sich das Unternehmen in Lateinamerika und Europa zufriedenstellend entwickelt hat. "In Osteuropa und dort vor allem in Russland sehen wir ein deutliches Marktpotenzial, das wir in den kommenden Jahren nutzen wollen", sagte Klefenz.

Ergänzend zum Engagement außerhalb Deutschlands würden auch deutsche Standorte ausgebaut, so Klefenz. Am Standort Crailsheim in Baden-Württemberg wurden 2012 insgesamt 13 Millionen Euro investiert. Nach dem Bezug einer neuen Montagehalle mit einer Fläche von 6.600 Quadratmetern wird Mitte 2013 ein weiterer Neubau für Büroräume mit einer Fläche von 2 200 Quadratmetern fertiggestellt. Dadurch entstehen 70 neue Arbeitsplätze im Landkreis Schwäbisch Hall, der Großteil in Montage und Entwicklung. Insgesamt werden im Bereich Verpackungstechnik in Crailsheim dann rund 900 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Diverse Akquisitionen stärken Portfolio-Mix

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mit der Übernahme von Eisai Machinery, dem Maschinengeschäft der japanischen Eisai Co., Ltd., mit 120 Beschäftigten die Kompetenz im Bereich der Inspektionen erweitert. "Mit unseren Inspektionslösungen machen wir die Abfüll- und Verpackungsprozesse unserer Kunden sicherer. Zugleich erhöhen wir unsere Kompetenz für Komplettsysteme", erklärte Dr. Stefan König, Mitglied des Bereichsvorstands und verantwortlich für Technik.

Im Herbst 2012 wurde zudem die Übernahme der Ampack GmbH aus Königsbrunn bei Augsburg mit 250 Mitarbeitern vollzogen. Zum Portfolio gehören Becher- und Flaschenabfüllmaschinen sowie Dosiersysteme und Peripheriemaschinen. Diese werden für das Abfüllen und Verpacken von hochsensiblen Lebensmitteln wie Milchprodukte, Baby- und Krankenhausnahrung sowie Cerealien eingesetzt. Hinzu kommen umfassende Servicedienstleistungen wie die Wartung und Generalüberholung von Gebrauchtmaschinen, Versorgung mit Ersatzteilen, Validierung von Abfüllanlagen sowie Schulungen von Maschinenbedienern.

Vernetzte Dienstleistungen

Bosch Packaging Technology stellt die Wünsche und Ansprüche seiner Kunden in den Mittelpunkt: Bereits in der Entwicklungsphase neuer Maschinen hat das Ziel des späteren schnellen Werkzeug- und Produktwechsels einen hohen Stellenwert. Beim Einkaufsprozess des Kunden bietet der Geschäftsbereich einen One Stop Shopping-Ansatz: Komponenten sind so aufeinander abgestimmt, dass Kunden sich mit nur einem Halt bei Bosch ihre individuelle Lösung zusammenstellen können.

Auch der Service gewinnt weiter an Bedeutung. Werden Verschleiß- oder Ersatzteile benötigt, können diese schnell über das Internet bestellt werden. Damit minimieren sich die Standzeiten in der Fertigung. Ein weiteres Beispiel für vernetzte Dienstleistungen ist das mobile Konferenzsystem Mavus. Es sorgt für größtmögliche Bewegungsfreiheit und beinhaltet ein Headset, an dem eine Kamera, ein Display sowie Kopfhörer und ein Mikrofon fest installiert sind. Dank Mavus kann der Techniker vor Ort über das Internet direkt mit Fachleuten audiovisuellen Kontakt aufnehmen. Dadurch entfallen lange Anfahrtswege für Wartung oder Reparatur einer Maschine. kf

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