Ausgliederung des Stahlgeschäftes
Timken spaltet sich auf
Der US-Wälzlagerhersteller Timken kündigt an, sein Stahlgeschäft vom Bereich Wälzlager und Antriebstechnik abzuspalten. Die Trennung soll durch eine Ausgliederung erfolgen, bei der zwei unabhängige börsennotierte Unternehmen entstehen. Die Entscheidung des Vorstands erfolgte auf Druck der institutionellen Investoren, die sich um den Wert ihrer Aktien sorgen.
Das neue Stahlunternehmen soll als eine unabhängige börsennotierte Aktiengesellschaft mit einem geschätzten jährlichen Umsatz von rund 1,7 Milliarden US-Dollar operieren. Das Geschäft Wälzlager und Antriebstechnik (B&PT - Bearings and Power Transmission) mit einem geschätzten Jahresumsatz von etwa 3,4 Milliarden US-Dollar wird weiterhin als The Timken Company operieren. Es wird davon ausgegangen, dass diese Transaktion für die Aktionäre steuerfrei ist. Sie soll innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen sein.
Die Entscheidung des Vorstands, Timken in zwei Unternehmen aufzuteilen, beruht auf einer gründlichen Evaluation eines Strategie-Ausschusses, der sich aus unabhängigen Direktoren zusammensetzte und vom Vorstand als Antwort auf Anregungen seitens der Aktionäre ins Leben gerufen wurde. In Zusammenarbeit mit finanziellen und strategischen Beratern bewertete der Strategie-Ausschuss demnach sorgfältig und gründlich die finanziellen und betrieblichen Auswirkungen einer Trennung der Geschäftsbereiche des Unternehmens und ebenso mögliche Änderungen in der Unternehmensleitung und der Kapitalzuweisungsstrategie.
Joseph W. Ralston, der leitende unabhängige Direktor des Vorstands, erläutert: "Der Strategie-Ausschuss und der Vorstand sind zu dem Schluss gekommen, dass der Aktienkurs des Unternehmens unseren erheblichen Fortschritt nicht angemessen widerspiegelt - trotz der Leistungssteigerung in den letzten Jahren und einer beeindruckenden Erfolgsbilanz. Nachdem unsere Aktien im Vergleich zu denen vergleichbarer Unternehmen mit Rabatt gehandelt werden, haben wir die Notwendigkeit erkannt, Möglichkeiten zu untersuchen, wie wir den Wert im Markt besser vorantreiben können." Im Rahmen unserer Arbeit wurde erkennbar, dass die Schaffung zweier fokussierter Unternehmen es den Investoren erlauben würde, die einzigartigen strategischen und finanziellen Stärken jedes dieser Unternehmensbereiche - einschließlich Betriebsleistung, Margen, Gewinnen und Kapitalfluss - angemessener zu bewerten", ergänzt Ralston.
Die Schaffung zweier eigenständiger Unternehmen
Das neue börsennotierte Stahlunternehmen wird einen geschätzten Jahresumsatz von 1,7 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Es werden gute Wachstumsperspektiven und eine Margensteigerung erwartet. Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat der Stahlbereich Veränderungen umgesetzt, die zu höheren Margen führten, die Rentabilitätsgrenze dramatisch senkten und die Lieferkette strafften. Mit Hauptsitz in Canton, Ohio, wird das neue Unternehmen etwa 3.000 Mitarbeiter, sieben Fertigungsbetriebe, vier Warenlager und fünf Vertriebsbüros haben. Der Stahlbereich ist für Industriemärkte in Nordamerika der führende Hersteller großer SBQ-Stahlstäbe und nahtloser Rohre.
The Timken Company
Nach der Trennung wird die Timken Company geschätzte jährliche Umsätze von 3,4 Milliarden US-Dollar erzielen. Das Unternehmen wird aus den Bereichen Stahlverarbeitende Industrien sowie Luftfahrt und Mobile Industrien bestehen. Das Produkt-Portfolio umfasst eine breite Palette von Wälzlagern und Bauteilen für die mechanische Antriebstechnik sowie entsprechenden Dienstleistungen. Mit fast 17.000 Mitarbeitern wird das Unternehmen weltweit 35 Fertigungsbetriebe, 25 Überarbeitungszentren, vier Technologiezentren und ein ausgedehntes Netz von Vertriebsniederlassungen und Warenlagern führen. Der Hauptsitz bleibt in Stark County, USA.
Die Führungsriege
James W. Griffith (59) wird Präsident und CEO der Timken Company bleiben, bis die Trennung abgeschlossen ist. Danach plant er, nach 30 Jahren Dienst in den Ruhestand zu gehen. Der Vorstand beabsichtigt, Richard G. Kyle (47) als Nachfolger von Griffith zum neuen President und CEO der Timken Company zu ernennen. Bis dahin wird Kyle zum Vorstand für das operative Geschäft des Bereichs Wälzlager und Antriebstechnik ernannt. Kyle kam 2006 mit langjähriger Branchenerfahrung zum Unternehmen. Seitdem hatte er verschiedene leitende Positionen bei Timken inne, unter anderem Vice President Produktion, President Aerospace and Mobile Industries, sowie jüngst Group President. Weiterhin plant der Vorstand, Ward J. Timken, Jr. (46) zum Chairman und CEO des neuen Stahlunternehmens zu ernennen. Timkens Karriere im Unternehmen begann 1992 als Senior Analyst im Stahlbereich. 2004 wurde er zum President des Stahlbereichs ernannt und 2005 zum Chairman gewählt. Timken wird seinen Posten als Chairman beibehalten und gleichzeitig den Stahlbereich bis zur Trennung führen. Nach der Trennung plant der Vorstand, John M. Timken, Jr. (62) zum Non-Executive Chairman der Timken Company zu ernennen. In dieser Rolle übernimmt er die führende Verantwortung für die Vorstandsaktivitäten und wird die entsprechenden Angelegenheiten beaufsichtigen. Timken ist seit 1986 ein aktives Vorstandsmitglied der Timken Company. Ward J. Timken (71) wird sich im Mai 2014, nach Auslaufen seiner Amtsperiode, in Übereinstimmung mit den Richtlinien für das Rentenalter von Direktoren aus dem Vorstand zurückziehen. kf









