AMB 2014

"Voll ist voll"

Keine Last-Minute-Option - Die Hallen der AMB 2014 in Stuttgart sind randgefüllt. Vom 16. bis 20. September werden rund 90.000 Fachbesucher und rund 1.300 Aussteller erwartet. SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz sprach mit Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, unter anderem darüber, wie die Messe mit der Ausstellerflut in Zukunft umgehen wird.

Ulrich Kromer von Baerle

SCOPE: Herr Kromer, die AMB bietet auch dieses Jahr wieder zahlreiche Sonderschauen und Vortragsveranstaltungen - dabei taucht aber das Thema "additive Fertigung" nicht auf. Ist das kein interessantes Thema für die AMB oder wollen Sie Ihren Messen Lasys oder der neuen Moulding Expo nicht ins Gehege kommen?

Kromer: Baden-Württemberg ist das Zentrum der Fertigungsindustrie; diese Stärke spiegelt unser Messeprogramm wieder. Die AMB hat seit jeher ihren Schwerpunkt auf der Metallbearbeitung mit spanenden Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeugen. Dieser Markt ist stark und wachsend, was wir an einer steigenden Zahl an Interessenten für die AMB und an völlig ausgebuchten Messehallen sehen. Ein aktuelles Thema dieser Branche ist neben der klassischen Zerspanung Leichtbau und Verbundstoffe, weshalb es hierzu einen Besucher-Parcours auf der AMB gibt. Bei "additive manufacturing" geht es dagegen um ein neues Verfahren mit laserbasiertem 3D Druck für die schnelle und kostengünstige Fertigung von Modellen und Prototypen. Das Thema ist bei der LASYS, die Laser-Materialbearbeitung in den Fokus stellt, daher richtig platziert. Bei der Moulding Expo gehen wir eine Kooperation mit der Messe Leipzig ein und holen uns mit der Rapid.Area diese Kompetenz ins Haus.

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SCOPE: Die AMB ist auch dieses Jahr wieder ausgebucht - gibt es für interessierte Aussteller noch eine Last-Minute-Option?

Kromer: Leider nicht. Der vollgebuchte Flieger kann auch nicht Lastminute noch ein paar mehr Passagiere aufnehmen. Voll ist voll. Es gibt jedoch die Möglichkeit als Mitaussteller noch bei einer anderen Firma mit auf den Stand zu gehen. Viele Firmen haben sich zudem in diesem Jahr für einen Doppelstockstand entschieden, um die zur Verfügung stehende Fläche so zu erweitern.  

SCOPE: Seit langem wird ja über eine weitere Messehalle zur Entlastung der großen Messen in Stuttgart diskutiert - kommt die Halle und wenn ja, wann?

Kromer: Aufsichtsrat und Gesellschafter der Landesmesse Stuttgart GmbH haben der Aufwertung des Eingangs West und den Planungen zum Bau einer weiteren Halle auf dem Messegelände zugestimmt. Läuft alles nach Plan, könnte im Herbst 2015 der Grundstein für die zehnte Messehalle gelegt werden, diese bereits im starken Messejahr 2018 in Betrieb gehen. Die Planungen umfassen den Neubau einer Halle mit 14.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche, die unmittelbar an Halle 8 anschließt. Sie wird auf einer bisher als Parkplatz genutzten Betonfläche errichtet. Zudem wird der Eingang West um rund 3.000 Quadratmeter vergrößert und seine Bedeutung deutlich aufgewertet. Nach dem Ausbau wird die Messe über eine Ausstellungsfläche von insgesamt rund 120.000 Quadratmetern verfügen.

SCOPE: Werden die wegfallenden Parkplätze kompensiert?

Kromer: Gemeinsam mit der Flughafengesellschaft analysieren wir für jede Messe die Gesamtverkehrs- und Parksituation auf dem Campus und planen entsprechend detailscharf für die einzelnen Messen. In den nächsten Jahren (bis 2018/2022) werden am Campus Messe/Flughafen durch die diversen Bauvorhaben (Stadtbahn-Anbindung, Zentraler Omnibusbahnhof, ICE-Bahnhof) neue Verkehrsträger angebunden. Das heißt: Dem ÖPNV wird eine stärkere Bedeutung zukommen, mehr Besucher werden die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Sollten - speziell in der Bauzeit - Engpässe absehbar sein, werden wir mit logistischen Maßnahmen und wo nötig auch mit Ausweichparkplätzen in unmittelbarer Umgebung darauf reagieren.

SCOPE: Durch internationale Pressekonferenzen wollen Sie die Internationalität der AMB steigern. Aber 73 Prozent der deutschen AMB-Besucher kamen 2012 aus Baden-Württemberg, weitere 20 Prozent der deutschen Fachbesucher aus direkt benachbarten Bundesländern. Wie wollen Sie mehr Besucher aus den nördlichen und östlichen Bundesländern gewinnen?

Kromer: Die Lage gegenüber dem Flughafen entwickelt sich zum Magnet für Besucher aus dem Ausland oder aus anderen Bundesländern. Beim Umzug auf das neue Messegelände hatten wir 6 % Auslandsanteil bei rund 48.000 Besuchern. Bei der letzten AMB vor zwei Jahren lag der Auslandsteil bereits bei 12 % von rund 88.000 Besuchern. In absoluten Zahlen ist das ein Sprung von 2.880 auf über 10.000 Besucher aus dem Ausland, und damit mehr als eine Verdreifachung. Wir haben zur diesjährigen AMB zahlreiche Presse- und Werbeaktivitäten im Ausland durchgeführt und die Bundesländer im Norden und Osten mit separaten Marketingaktionen adressiert. Der Vorteil ist, dass Besucher an einem Tag hin- und zurückfliegen können, zudem zu teils sehr günstigen Preisen. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass die Besucherbilanz zur AMB 2014 positiv ausfallen wird und wir auch mehr Besucher aus den anderen Bundesländern begrüßen werden. Die AMB wird deshalb ihrem Anspruch, eine der internationalen Top-Messen für die Metallbearbeitung zu sein, wieder gerecht werden. Da habe ich gar keine Zweifel.

SCOPE: Diese Frage muss auch noch sein: Knacken Sie dieses Jahr die 90.000 Besucher-Marke?

Kromer: Ich bin kein Hellseher. Die Besucherzahlen seit 2008 haben aber gezeigt, dass eine kontinuierliche Steigerung möglich ist. Genaues werden wir erst am 20. September wissen.

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