Automatisiertes Metalldrücken

Bei Jeßegus ist Lucy am Drücker

Just-in-time-Produktion, hoher Anspruch an die Fertigungsqualität und der Betrieb rund um die Uhr: Bei Jeßegus Umformtechnik steht hohe Effizienz in der Herstellung von Drückteilen klar im Fokus. In den vergangenen zwei Jahren wurde der Maschinenpark bereits mit zwei Drückmaschinen des Typs Premo 600 von Abacus aufgerüstet. Jetzt sorgt der Einsatz eines Roboters für reibungslose Prozesse bei gestiegener Auslastung.

Ein Roboter namens „Lucy“ sorgt bei Jeßegus für hohe Produktivität für das Drücken z.B. von Reflektoren aus Aluminium-Ronden.

Auf den momentan insgesamt neun Drückmaschinen werden einbaufertige Produkte und Baugruppen produziert, die beispielsweise in der Fahrzeug-, Klima- oder Medizintechnik sowie in der Luftfahrt und in Haushaltswaren Einsatz finden. Reflektoren für die Leuchten-Industrie bilden einen Schwerpunkt in der Fertigung von Jeßegus. Die Anforderungen an das Handling und die Automation sind sehr hoch. Denn spiegelnde Oberflächen stellen eine spezielle Herausforderung dar.

„Gegenüber den hydraulischen Anlagen weisen die Premo 600 Maschinen von Abacus mit ihren Servomotoren bei der Umformung der Aluminium-Ronden eine deutlich höhere Reproduzierbarkeit in gleichbleibend hoher Qualität auf. So können wir den hohen Qualitätsanforderungen unserer Kunden uneingeschränkt entsprechen. Darüber hinaus hat sich die Automatisierung, die wir im vergangenen Winter an der neueren Premo integriert haben, für uns gleich mehrfach bewährt. Der effiziente Einsatz eines Roboters bietet uns die Möglichkeit, praktisch rund um die Uhr zu arbeiten. Aufgrund der geringeren Lohnstückkosten konnten wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern und unser Personal wertschöpfend an anderer Stelle einsetzen“, erklärt Kai Jeßegus, der den 2002 gegründeten Familienbetrieb gemeinsam mit seinem Vater Dieter Jeßegus führt.

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Miteinander statt gegeneinander: Der klassisch erscheinende Gegensatz aus maschineller Effizienz und Sorge um die Arbeitsplätze für die Beschäftigten scheint hier ausgeklammert zu sein. Innerhalb des Betriebes hat der Roboter den Spitznamen „Lucy“ erhalten – was ein entspanntes Verhältnis von Mitarbeitern und computergesteuertem Werkzeug widerspiegelt. Bei der Automatisierung ging es von Beginn an nicht darum, Personal freizusetzen, sondern im Rahmen zusätzlicher Aufträge die Kapazitäten auszubauen. Das Konzept geht auf: Der Einsatz des Roboters Lucy führte nicht zu Entlassungen, sondern zum Gegenteil. Das Unternehmen Jeßegus kann wettbewerbsfähiger agieren und hat für neue Aufträge inzwischen zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.

„Am Anfang schien die neue Technik ein Wagnis zu sein – schließlich mussten sich die Mitarbeiter mit einer neuen Steuerungstechnik vertraut machen, die den Roboter mit der Drückmaschine synchronisiert“, meint Kai Jeßegus. Aber in rund drei Tagen für die Schulung sei das nötige Wissen vermittelt worden. Hersteller Abacus wies nicht nur die Mitarbeiter ein, sondern steht auch im Rahmen der Fernwartung praktisch jederzeit zur Verfügung, wenn Betriebsunterbrechungen auftreten.

Nach Angaben des Herstellers Abacus profitiert Jeßegus neben dem Rationalisierungsvorteil auch von besonders hoher Effizienz, die schon in der Konstruktion mit Servomotoren für den Drückprozess begründet ist. „Wir wissen aus der intensiven Entwicklungsarbeit und vielen Tests, dass diese Technologie gegenüber der herkömmlichen Hydraulik erheblich weniger Energie benötigt. Einsparungen von bis zu 50 Prozent sind möglich“, ergänzt Thorsten Beling, Geschäftsführer von Abacus aus Osnabrück. ee

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