Laserschneiden

Andreas Mühlbauer,

Aufzugbleche produktiv bearbeiten

Zur Bearbeitung von Blechen nutzt ein Aufzugshersteller eine Laserschneidanlage. Damit erzielt das Unternehmen nicht nur hohe Produktivität, sondern auch perfekte Fertigungsqualität.

Die TruLaser 3030 fiber bearbeitet Blechdicken bis 25 mm. Maxi Berghammer, Maschinenbediener bei Butz Aufzüge, schätzt die gute Übersicht, einfache Bedienbarkeit und das große Display der Maschine. © Trumpf

Das in Bergkirchen bei München ansässige Unternehmen Butz Aufzüge plant designorientierte Personenaufzüge sowie komplexe Großlastenaufzüge mit vielen Tonnen Traglast und baut diese in neue oder bestehende Gebäude ein, immer den Anforderungen und Wünschen der Kunden entsprechend. Selbst die pandemiebedingte Wirtschaftskrise kann dem stetigen Wachstum aktuell nichts anhaben, wie der geschäftsführende Gesellschafter Michael Butz bestätigt. Er nennt einen wichtigen Erfolgsfaktor: „Hohe Qualität zuverlässig und termingerecht abzuliefern, ist unser oberstes Credo. Nur wenn wir sicher sind, alle Absprachen einhalten zu können, nehmen wir Aufträge an.“

Das gilt gleichermaßen beim Umbau und der Modernisierung bestehender Aufzugsanlagen, die in die Jahre gekommen sind. Stefan Förster, Prokurist und Abteilungsleiter Neubau/Modernisierung des Unternehmens, erklärt: „Um auf die vielfältigen Herausforderungen stets schnell reagieren zu können, setzen wir auf hohe Fertigungstiefe mit qualifizierten Mitarbeitern. Zudem sitzen alle Teilelieferanten in räumlicher Nähe, heißt in Deutschland oder der Schweiz.“

Höhere Produktivität, Flexibilität und Qualität

In der 2020 neu gebauten Halle stehen unter anderem die jüngsten Anschaffungen des Aufzugspezialisten: eine Biegemaschine TruBend 5230 sowie eine Laserschneidanlage TruLaser 3030 fiber von Trumpf, die durch den Auflageleisten-Reiniger TruTool TSC 100 ergänzt wird. Vor den Investitionen verglichen Förster und sein Werkstattleiter Christian Kern insbesondere die Laserschneidanlagen verschiedener Hersteller. Eine erste Studie der Preislisten machte schnell deutlich, dass die jetzige Lösung nicht die billigste sein würde. Es folgten diverse Tests und Vorführungen der Maschinen bei den Herstellern vor Ort. Die Summe aller Faktoren war laut Christian Kern eindeutig: „Insbesondere Ergebnisqualität, Bedienbarkeit, Energieverbrauch und Service sprechen klar für Trumpf, auch aus heutiger Sicht.“

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Hauptgründe für die im Spätherbst 2020 getätigte Investition in die Laseranlage waren für Butz eine erwartete Steigerung von Produktivität, Flexibilität, Qualität und Reaktionsschnelligkeit. Alles hat sich laut Werkstattleiter Kern inzwischen bestätigt, denn sowohl im Kabinen- als auch im Stahlbau ersetzte die TruLaser 3030 fiber bereits Anfang 2021 zu über 80 Prozent die bisherige Technik – eine Stanzmaschine und eine Tafelschere. „Darüber hinaus konnten wir manche Edelstahlbleche für die Kabine früher gar nicht selbst herstellen. Unsere Lieferanten produzierten zwar gute Qualität, Zeitverzögerungen gab es aber dennoch“, sagt Werkstattleiter Kern.

Produktionszeit deutlich reduziert

Aktuell verbaut Butz pro Jahr rund 200 t galvanisch verzinkten Baustahl, der als Tragrahmen, Schutzvorrichtungen oder Befestigungselemente primär im Stahlbau verwendet wird. Diese oft bis zu 25 mm dicken Stahlbleche lassen sich ebenso einfach auf der TruLaser 3030 fiber bearbeiten, wie die aus Edelstahl gefertigten Innenverkleidungen, Decken, Bedien- und anderen Sichtelemente. Um wieviel produktiver die Laser-Lösung sein kann, macht Kern an einem Beispiel deutlich: „Früher schnitten wir die in der Kabine häufig verbauten, zwei Millimeter dicken Edelstahlbleche zuerst auf der Schlagschere in Streifen und stanzten anschließend die jeweilige Form und Länge aus.“ Gesamtzeit rund 20 Minuten pro Einheit. Jetzt legt Butz-Facharbeiter Maxi Berghammer die Blechtafeln als Ganzes in die TruLaser 3030 fiber und entnimmt bereits vier Minuten später die fertigen Schoten.

Dabei lassen sich verschiedenste Formen, Muster und Radien umsetzen, die früher nur mit enormem Aufwand oder gar nicht möglich waren. Selbst 2 cm schmale Edelstahlblechstreifen lassen sich in 2 m Länge fertigen. „Auf der Tafelschere ist das unmöglich, da sich die Bleche dann eindrehen und nicht verwendbar sind“, erklärt Kern.

Christian Kern, Werkstattleiter (links), und Stefan Förster, Prokurist und Abteilungsleiter Neubau/Modernisierung bei Butz Aufzüge. © Trumpf

Auch in punkto Qualität zeigt sich der Werkstattleiter sehr zufrieden. So sorgt etwa das Feature „BrightLine fiber“ für hochwertige Kanten und „CoolLine“ ermöglicht es, selbst kleine Konturen in dicke Stahlbleche einzubringen. Für die Bauteilqualität mindestens ebenso wichtig ist es laut Kern, die Palettentische beziehungsweise deren Auflageleisten sauber zu halten. Dort setzt sich beim Laserschneiden Schlacke an. Wird diese nicht regelmäßig entfernt, kommt es primär bei Edelstahl vor, dass die Schlacke ans Blech zurückspritzt und die Oberfläche optisch beschädigt, was sich nicht mehr ausmerzen lässt. Bevor das passiert, muss die Schlacke entfernt werden. Ursprünglich eine echte Herausforderung, erzählt Maxi Berghammer: „Anfangs versuchte ich, die Schlacke mit einem Winkelschleifer zu entfernen. Das war extrem unangenehm. Funken fliegen und die Rauchentwicklung ist enorm. Ich brauchte daher eine Schutzausrüstung und war unglaublich lange beschäftigt, um ein halbwegs ansehnliches Ergebnis zu erhalten.“

Kostenvorteil durch Auflageleisten-Reiniger

Als Alternative stand im Raum, bei verschlackten Leisten immer neue Auflageleisten zu verwenden – ein gangbares, aber teures Unterfangen. Die drei- bis viermal preiswertere und ebenso gute Lösung ließ nicht lange auf sich warten. Trumpf-Fachberater Markus Wirth führte den sogenannten Auflageleisten-Reiniger TruTool TSC 100 vor. Das Sonderwerkzeug wiegt rund 16 kg, lässt sich aber – mit montierbaren Rollen ausgestattet – ohne Kraftaufwand zur Laseranlage transportieren. Dort setzt es der Bediener außen auf eine Leiste, schaltet es ein und schiebt es mit leichtem Druck auf die andere Seite. Am Ende angekommen, stellt er das Gerät auf die nächste Leistenreihe, und so geht es weiter.

Das Prinzip des TruTool TSC 100 ist so einfach wie effektiv: Zwei „Zahnreihen“ klemmen die Leiste ein und fahren an ihr vertikal nach oben. Dabei wird die Schlacke mit einer gleichmäßigen Aufwärtsbewegung abgeschabt – sowohl seitlich der Leisten als auch zwischen den Spitzen. Als Nebeneffekt richten sich hierbei leicht verbogene Spitzen der Auflageleisten wieder auf. Zudem lässt sich damit die Schlacke aller Materialien entfernen, die der Laser schneiden kann – Baustahl, Aluminium, Bundmetalle und Edelstahl.

Da die Laseranlage aufgrund der aktuellen Produktionsumstellung im Zusammenhang mit der neuen Fertigungshalle noch nicht voll ausgelastet ist, genügt es bei Butz Aufzüge, die Auflageleisten durchschnittlich etwa alle zwei Wochen zu reinigen. Einzig wenn ein Materialwechsel mit derselben Palette ansteht, muss eine Zwischenreinigung erfolgen, um Qualitätsprobleme zu vermeiden. Für die einzig relevanten Verschleißteile des Geräts – die Reinigungswerkzeuge – ist das aber kein Problem. Nach einem knappen halben Jahr Einsatz sind sie noch fast wie neu. „Wir wissen nicht, wie lange sie tatsächlich halten. Aber nennenswerte Kosten entstehen dadurch definitiv nicht“, konstatiert Werkstattleiter Kern. 

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