VDMA-Blitzumfrage in China

Andrea Gillhuber,

Ein Drittel will Wachstumsziele erreichen

Die Lage für deutsche Maschinenbauer in China normalisiert sich. Jedes vierte Unternehmen sieht die Auswirkungen der Corona-Pandemie inzwischen als gering, jedes dritte geht davon aus, die Wachstumsziele für 2020 noch zu erreichen

VDMA-Blitzumfrage in China: Die Unternehmen sehen einer positiven Entwicklung entgegen. © Pixabay

Als erstes von der Corona-Pandemie betroffen, geht China nun als erstes Schritt für Schritt in die wirtschaftliche Erholung. Für die deutschen Maschinenbauer in China normalisiert sich die Lage immer weiter, so ein Ergebnis der dritten aktuellen VDMA-Umfrage unter Mitgliedsfirmen vor Ort. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bewerten nur noch 22 Prozent der Unternehmen als groß, in der April-Umfrage waren es noch 46 Prozent beziehungsweise 57 Prozent in der März-Umfrage. Als gering schätzt rund jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) die Auswirkungen inzwischen ein, verglichen mit zuvor 13 Prozent (April) beziehungsweise 3 Prozent (März). Ausgewählte Branchen wie Landwirtschaft, Bauwesen, Eisenbahn und Pharmaindustrie sehen für sich ohnehin nur geringe Auswirkungen in Folge der Corona-Pandemie.

Mittlerweile gehen 30 Prozent der knapp 140 befragten Unternehmen davon aus, dass sie ihr Wachstumsziel für 2020 doch erreichen werden. Der Optimismus begründet sich in den umfassenden staatlichen Konjunkturimpulsen, die offensichtlich Wirkung zeigen, der unerwartet schnellen Erholung des chinesischen Binnenmarktes und neuen, sich abzeichnenden Geschäftsmöglichkeiten.

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Entspannung entlang der Lieferkette

Deutliche Entspannung zeigt sich auch entlang der Lieferketten: Im April meldeten noch 66 Prozent der Unternehmen große beziehungsweise spürbare Unterbrechungen, heute sind es noch 36 Prozent. 49 Prozent sehen geringe und 15 Prozent keine Beeinträchtigungen. Auch der Einfluss der Pandemie in Europa auf die Unternehmen in China wird weitaus weniger kritisch eingestuft als noch vor zwei Monaten. Ein Drittel (34 Prozent) der Unternehmen bewerten diesen als gering, zuvor waren es erst 16 Prozent. Für 42 Prozent ist die Lage in Europa aber nach wie vor eine Herausforderung: 48 Prozent nennen als die größten Hürden im bilateralen Geschäftsumfeld Lieferverzögerungen, 47 Prozent den Mangel an technischem Support und 35 Prozent die aufgeschobene Entscheidungsprozesse. „In einer Krise müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden. Einige Unternehmen sehen derzeit in China durchaus Potentiale, können diese aber nicht nutzen, da sie gegenwärtig im Stammsitz kaum Gehör finden“, berichtet Claudia Barkowsky, Geschäftsführerin des VDMA in China.

Die Maschinenbauer vor Ort beobachten auch ein verändertes Investitionsverhalten ihrer Kunden. 31 Prozent der Kunden halten an den ursprünglichen Investitionsvorhaben fest, 13 Prozent planen sogar neue Investitionsprojekte. Die Mehrheit (52 Prozent) allerdings verschiebt weiterhin ihre Investitionen, lediglich 4 Prozent annullieren. „Das lässt auf einen starken Aufschwung im ersten Halbjahr 2021 hoffen, wenn die verschobenen Projekte dann hoffentlich doch realisiert werden“, sagt Barkowsky.

Getrübt wird die Stimmung vor Ort vom anhaltenden Einreiseverbot: 80 Prozent der Befragten berichten von einer großen beziehungsweise spürbaren Auswirkung auf ihr Geschäft. „Seit nunmehr zehn Wochen sind Reisen nach China unmöglich. Ein enormer Bedarf hat sich angestaut, wir brauchen dringend ausländische Spezialisten vor Ort. Hier muss zwingendeine Lösung her. Reisemöglichkeiten sind essenziell fürs Geschäft, auf beiden Seiten“, fordert Barkowsky.

Beim länderübergreifenden Transport gibt es noch einige einschränkende Faktoren, vor allem die deutlich höheren Kosten insbesondere für Luftfracht. Hinzu kommen zum Teil Kapazitätsengpässe. Der Schienengüterverkehr von und nach China ist aber durch Corona zu einer echten Alternative geworden.

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