Produktentwicklung

Dreimal produktiver mit der Zehn

Siemens PLM hat im Oktober auf der Anwenderkonferenz PLM Connection in Berlin die neue Version der Software NX 10 vorgestellt. Diese beinhaltet Funktionalitäten für die 2D/3D-Konstruktion, Simulation und Fertigung.

Siemens verspricht mit NX 10 flexibleres Konstruieren und eine bis zu dreimal höhere Produktivität.

Im großen Saal der Berliner Veranstaltungszentrums herrschte gespannte Stille, als auf der Bühne NX 10 präsentiert wurde. Siemens PLM hat sich den Ruf erworben, Versionen erst auf den Markt zu bringen, wenn diese auch wirklich marktreif sind. Gerade in der 3D-Konstruktion möchte keiner als Versuchskaninchen dienen. Aufgrund der immer komplexeren Produkte ist 3D-Modellierung weltweit die bevorzugte Methode bei der Produktkonstruktion. In einigen Bereichen allerdings, wie beispielsweise im Maschinenbau oder bei komplexer Elektronik, ist es einfacher und schneller, die ersten Konstruktionskonzepte in 2D zu erstellen. Die neue Lösung für die Konzeptentwicklung in 2D ermöglicht es Konstrukteuren, Konzepte in 2D zu überprüfen. So gelingt es bis zu dreimal schneller, neue Konstruktionen zu erzeugen. Ist die Konstruktion komplett, soll sie unkompliziert in 3D umwandelbar sein, um das Modell fertigzustellen.

Auch in der Geometriemodellierung hat sich etwas getan: Erweiterungen der Applikation NX Realize Shape bieten Konstrukteuren hier noch mehr Kontrolle. Dadurch sind Produkte mit extrem anspruchsvollen Formgebungen oder komplexen Oberflächen möglich. Grundlage für NX Realize Shape ist die Subdivision-Modellierung. Dabei handelt es sich um einen mathematischen Ansatz, um 3D-Geometrien mit weichen, fließenden Formen zu erzeugen. Die Technologie kommt ursprünglich aus der Entertainment-Branche. Durch die nahtlose Integration in NX beschleunigt das Tool die Produktentwicklung, weil eine Vielzahl an Arbeitsschritten wegfallen, die beim Einsatz verschiedener Werkzeuge für Freiformkonstruktion und Entwicklung nötig wären.

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Optimierte CAM-Funktionen

Die neuen branchenspezifischen Funktionen von NX CAM erlauben schnellere Programmierung und führen laut Siemens zu höherer Qualität bei der Teilefertigung. Neue Schnittstrategien mit dynamischer Justierung passen sich der Teilegeometrie an und verbessern so die Bearbeitung von Werkzeug- und Gesenk-Formhälften. Funktionen für die automatisierte Prüfprogrammierung bei NX Coordinate-Measuring Machines (CMM) machen den Einsatz von Product Manufacturing Information (PMI) möglich, Scanning-Pfade für die Prüfung zu erzeugen. Das beschleunigt den Prüfprozess wesentlich im Vergleich zur derzeit verfügbaren Touch-Point-Methode.

Auch im Bereich Simulation hat die CAE-Lösung zugelegt: Die neue NX-CAE-Multiphysik-Umgebung soll die Integration von Simulationen wesentlich erleichtern, indem zwei oder mehr Solver gekoppelt werden und so komplexe Simulationen schneller ablaufen. Die Multiphysik-Umgebung bietet eine konstante Oberfläche für die Durchführung von Simulationen. Dadurch können Ingenieure unkompliziert zusammenhängende Lösungen auf denselben Netzelementen aufbauen und dabei gängige Elementetypen, Eigenschaften, Randbedingungen und Solver-Funktionen nutzen.

NX 10 bietet darüber hinaus neue Funktionen für die Konstruktion von Produktionslinien für die Automobilmontage. Mit der neuen Applikation für die Produktionslinienkonstruktion können Ingenieure Entwürfe von Fertigungsstraßen in NX konstruieren und visualisieren. Mit Teamcenter und der Tecnomatix-Software von Siemens lassen sich die Konstruktionen anschließend verwalten, der Produktionsprozess kann ausgewertet und optimiert werden. Die Software soll ab Dezember 2014 verfügbar sein.

Stefan Graf

Siemens PLM Software, Köln, Tel. 0221/20802-0, www.siemens.com/plm/nx10

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