Sick-Bilanzpressekonferenz

Andreas Mühlbauer,

Stabiles Ergebnis in einem turbulenten Jahr 2020

Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hat der Sick-Konzern 2020 einen soliden Abschluss erzielt.

Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender von Sick. © Sick

Das Sensorunternehmen verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang von 2,9 Prozent auf 1.700,2 Millionen Euro (2019: 1.750,7 Millionen Euro). Gleichzeitig übertraf Sick die Umsatzentwicklung der deutschen Maschinenbauindustrie signifikant, die der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) mit einem Produktionswachstum von minus 14 Prozent für 2020 prognostizierte. Die Nachfrage nach Sensorlösungen war im Geschäftsjahr 2020 weiterhin hoch und brachte einen Auftragseingang von 1.726,4 Millionen Euro (2019: 1.774,1 Millionen Euro). Im Krisenjahr stieg die weltweite Beschäftigtenzahl um 2,2 Prozent auf 10.433 Mitarbeitende.

Der Verlauf des Geschäftsjahres 2020 war stark geprägt durch die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die globale Konjunkturentwicklung. Nachdem im Frühjahr der Absatz durch Lockdowns in vielen Ländern und davon betroffenen Branchen erheblich zurückgegangen war, erholte sich der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte 2020. Die Umsatzentwicklung übertraf die Prognosen zu Pandemiebeginn und sorgte zusammen mit Kostendisziplin für ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis. Das vorausschauende Kostenmanagement hat zu einer Erhöhung des EBIT um 5,8 Prozent auf 140,6 Millionen Euro beigetragen, das mit einem Anteil von 8,3 Prozent des Umsatzes einen geringfügigen Anstieg verzeichnete (EBIT-Marge 2019: 7,6 Prozent). Mit Ausnahme der Konzernumsatzerlöse hat der Sick-Konzern seine prognostizierten Ziele im Geschäftsjahr 2020 erreicht. Das Unternehmen investierte mit 11,8 Prozent (2019: 11,5 Prozent) einen nochmals höheren Anteil des Umsatzes in Forschung und Entwicklung und setze seine Innovationsstrategie unbeirrt fort.

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„Den Auswirkungen der Pandemie zum Trotz haben wir ein stabiles Ergebnis erreicht, das wir vor allem dem besonderen Einsatz unserer Beschäftigten verdanken. Dem Auftragsrückgang in der ersten Jahreshälfte 2020 sind wir mit schnellen Anpassungen unserer Kosten und Investitionen begegnet. Zugleich haben wir uns auf wesentliche Zukunftsthemen für die sensorbasierte digitale Transformation fokussiert und hier unseren Technologievorsprung ausgebaut. Die Digitalisierung hat 2020 einen Schub erhalten und Kunden wählten Sick als Partner auf ihrem Weg zur Automatisierung und digitaler Transformation“, kommentierte Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG, die Bilanzzahlen 2020 anlässlich der Veröffentlichung.

Hohe Nachfrage nach Sensorlösungen für Logistikautomation

Die Nachfrage nach Sensorikprodukten und -anwendungen entwickelte sich im Jahresverlauf in den Geschäftsfeldern mit unterschiedlicher Intensität und insbesondere im Bereich der Logistikautomation sehr positiv. Die breite Branchenaufstellung des Sick-Konzerns hat konjunkturelle Schwächen einzelner Zielbranchen ausgeglichen und sich im Krisenjahr bewährt. Zudem ermöglichte die internationale Ausrichtung des Unternehmens, Lockdowns in einzelnen Regionen zu überbrücken und den Umsatz durch Vertriebsaktivitäten in Wachstumsregionen annähernd auf Vorjahresniveau zu halten.

Im Heimatmarkt Deutschland beeinflusste insbesondere die Investitionszurückhaltung der Unternehmen im Bereich der Fabrikautomation die Umsatzentwicklung, wodurch der Umsatz mit 283,9 Millionen Euro 10,1 Prozent unter dem Vorjahr blieb. Die Vertriebsregion Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) war ebenfalls stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen und erreichte mit einem Umsatz von 601,4 Millionen Euro nicht die Prognose.

Deutlich stabiler verlief das Geschäftsjahr in Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas). Mit 387,3 Millionen Euro betrug das Umsatzwachstum 1,9 Prozent und war insbesondere durch eine hohe Nachfrage im Bereich der Logistikautomation in Nordamerika geprägt. Ebenfalls positiv verlief das Wachstum in der Region Asien-Pazifik, wo mit 427,6 Millionen Euro ein Umsatzplus von 4,3 Prozent erreicht wurde. Insbesondere in China hat die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr deutlich an Dynamik gewonnen. 

Sensorlösungen für die digitale Transformation

Sick konnte ein EBIT von 140,6 Millionen Euro erzielen, wodurch eine stabile Basis für die weiterhin unwägbare konjunkturelle Entwicklung sowie für Investitionen in Zukunftstechnologien und die Innovationskraft des Unternehmens gelegt wurde. Das Unternehmen hielt an seinen hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung fest und investierte 201,1 Millionen Euro in die Entwicklung von sensorbasierten Anwendungen. Die Anzahl der Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung wurde planmäßig auf 1.367 Mitarbeitende erhöht und trug dazu bei, innovative Ideen in marktfähige Produkte zu überführen.

Mit Sick AppSpace und Sick IntegrationSpace hat Sick sein digitales Lösungsportfolio in 2020 ausgebaut und ermöglicht Kunden die einfache vertikale Datenintegration vom Sensor bis in die Cloud. Auch wurde ein starker Fokus auf digitale Applikationen gesetzt, um beispielsweise Kunden die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz auch ohne Programmierkenntnisse zugänglich zu machen.

Mit dem Einstieg in die Quantensensorik hat Sick im Geschäftsjahr 2020 zudem eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft erschlossen. Gemeinsam mit der Trumpf-Tochtergesellschaft Q.Ant hat Sick den ersten industriellen Quantensensor entwickelt, der im laufenden Geschäftsjahr bei Pilotkunden eingesetzt werden soll.

Beschäftigungsaufbau statt Kurzarbeit

Sick hat im Geschäftsjahr 2020 einen geringfügigen Personalaufbau von weltweit 2,2 Prozent auf 10.433 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzeichnet. Insbesondere in den operativen Produktionsbereichen sowie kundenorientierten Feldern wie Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Service wurden neue Beschäftigte eingestellt. Die Anzahl Auszubildender im Konzern stieg um 5,2 Prozent auf 384 Auszubildende und DH-Studierende. Auch 2021 soll die Ausbildungsquote stabil gehalten und rund 70 neue Ausbildungsplätze bei Sick besetzt werden.

Die Corona-Pandemie zeigte sich seit Beginn des Jahres 2020 als Taktgeber und stellte die gesamte Organisation vor Herausforderungen. Mit der frühzeitigen Gründung einer Corona-Task-Force im Februar 2020 und der hohen Vernetzung der weltweiten Produktions- und Logistikkapazitäten, konnte die Gesundheit der Mitarbeitenden bestmöglich geschützt und die Lieferfähigkeit gewährleistet werden. Gezielte Anstrengungen im Bestandsmanagement erhöhten dabei die Lagerkosten, stellten jedoch die Lieferfähigkeit des Unternehmens sicher. Ein klares Hygienekonzept, Maskenpflicht und Schnelltests für präsenzpflichtige Bereiche, wie Produktion, Logistik und Service, schützen Sick-Beschäftigte in der noch andauernden Pandemie. Etwa 80 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen die Möglichkeit des mobilen Arbeitens bei Sick.

„Innerhalb kürzester Zeit wurde allen Beschäftigten, die ihre Tätigkeit zu Hause ausüben können, die erforderliche IT-Infrastruktur dazu bereitgestellt. Ich freue mich, dass wir unsere Agilität und Innovationsstärke auch für unternehmensinterne Zwecke eingesetzt und schnell eine sichere Remote-Arbeitsumgebung geschaffen haben. Über neue digitale Prozesse und Kommunikationsplattformen waren wir für unsere Kunden weltweit jederzeit erreichbar und konnten unsere Lieferfähigkeit sicherstellen“, sagte Markus Vatter, Vorstandsmitglied der Sick AG und verantwortlich für Controlling, Finanzen und IT.

 

Nachhaltige Unternehmensführung im Jubiläumsjahr 2021

Im Geschäftsjahr 2020 hat Sick das Thema Nachhaltigkeit strategisch verankert und eine neue Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, die im Einklang mit den relevanten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen steht und die Ökologie in das Zentrum sämtlicher Bestrebungen setzt. Der Einsatz für die Umwelt lag schon Firmengründer Dr.-Ing. e. h. Erwin Sick am Herzen, der 1956 das erste Rauchgasdichtemessgerät zur Verminderung von Luftverschmutzung entwickelte.

Das 75-jährige Firmenjubiläum des Unternehmens Sick wird im Herbst 2021 die Pionierleistung von
Dr.-Ing. e. h. Erwin Sick ehren und die Entwicklung von Opto-Elektronik und Automatisierung bis zur digitalen Transformation nachzeichnen. Sofern es das Infektionsgeschehen zulässt, wird das Jubiläum mit Sick-Beschäftigten sowie Wegbegleitern aus Wirtschaft, Verbänden und Politik im September feierlich begangen.

Die weitere Prognose für das Geschäftsjahr 2021 wird erheblich durch die noch anhaltende Corona-Pandemie und Störfaktoren in der Weltwirtschaft erschwert. Es ist jedoch in den kommenden Jahren mit Nachholeffekten zu rechnen, die sich bereits in erfreulichen Auftragseingängen im ersten Quartal 2021 bemerkbar machen. Zudem nimmt die Bedeutung und Entwicklungsgeschwindigkeit der Digitalisierung weiter zu, für die Sensorlösungen von Sick wesentlich sind. Der stabile Jahresabschluss sowie die hohe Profitabilität und Innovationskraft des Unternehmens unterstützten Sick dabei, gestärkt aus der Pandemie hervorzugehen und die Wachstumschancen in bestehenden und zukünftigen Märkten nutzen zu können.

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