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Artikel und Hintergründe zum Thema

Probenehmer

Abwässer automatisch überwachen

Die Abwasserreinigung ist für Unternehmen sehr aufwändig. Moderne Probenahmegeräte können den Aufbereitungsprozess unterstützen. Endress+Hauser bietet daher einen neuen stationären Probenehmer für die vollautomatische Entnahme, Verteilung und temperierte Lagerung flüssiger Medien an. Zudem lässt er sich einfach vom Probenehmer zu einer kompletten Messstation ausbauen.

Vollautomatischer Probenehmer mit getrenntem Bedienteil und Probenverteilung.

Bei der Einleitung von aufbereiteten industriellen Abwässern sowie Kühlabwässern in ein öffentliches Gewässer sind Industriebetriebe, gemäß Abwassergesetzgebung, verpflichtet, vor der Einleitung, eine ganze Reihe an Wasserinhaltsstoffen kontinuierlich zu überwachen. Grenzwerte, die von der unteren Wasserbehörde nochmals verschärft werden können, sofern Unternehmen in ein empfindliches Gewässer einleiten, sind zwingend einzuhalten. Dabei spielen pH-Wert und Temperatur des eingeleiteten Abwassers ebenso eine wichtige Rolle, wie diverse Schadstoffe. Ohne Vorreinigung würde dem Gewässer im schlimmsten Fall der notwendige Sauerstoff entzogen werden. Das Beispiel eines renommierten Automobilzulieferers, der sich im Wesentlichen auf die Herstellung von Motoren- und Getriebeteilen spezialisiert hat, zeigt, welcher Aufwand sich hinter der Abwasserreinigung verbirgt und wie hier moderne vollautomatische Probenahmegeräte den Aufbereitungsprozess unterstützen.

Bei der Produktion der Motoren- und Getriebeteile fallen täglich hohe Mengen an industriellem Abwasser an, das der Hersteller aufbereiten muss, bevor er es entweder über die Kanalisation zur Kläranlage oder - bei Kühlwasser - direkt in den benachbarten Vorfluter einleiten darf. Zur Reinigung des Abwassers kommen eine ganze Reihe bekannter Verfahren zum Einsatz. Eines der wichtigsten Aufbereitungsverfahren ist die Neutralisation des Abwassers. Hier lässt sich mittels Säure und Lauge der pH-Wert von pH 6,5 bis pH 10 einstellen. Liegt der pH-Wert außerhalb dieses Bereichs, darf das Unternehmen das Wasser nicht in die Kanalisation einleiten und muss es noch einmal aufbereiten, bis der pH-Wert die vorgegebenen Grenzwerte einhält. Darüber hinaus fordert die Wasserbehörde in diesem Zusammenhang Untersuchungen von Inhaltsstoffen wie AOX, Kohlenwasserstoffen, CSB, Chrom, Sulfid, Zink, Nitrit, Ammonium-Stickstoff und anderen Parametern. Da es sich hier um sehr aufwändige Untersuchungsmethoden handelt, analysiert man diese Parameter in einem speziellen Labor. Die Abwasserproben lassen sich teilweise mittels Probenehmer (gemäß DIN 38402-11) vollautomatisch dem Abwasserstrom entnehmen. Bei diesen Probenehmern handelt es sich um mobile oder auch stationäre Geräte, die kontinuierlich, mittels Schlauchpumpe oder einem speziellen Vakuumverfahren, eine geringe Menge des Abwassers in eine Probenahmeflasche abfüllen.

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Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten der Probenahme: Falsch oder richtig. Fehler bei der Probenahme lassen sich später nicht mehr kompensieren. 90 Prozent aller fehlerhaften Analysenergebnisse im Nachhinein resultieren aus diesen Fehlern. Somit muss man darauf achten, die Proben zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu entnehmen und schnellstmöglich auf die geforderten Inhaltsstoffe zu untersuchen. Deshalb werden die Geräte in enger Abstimmung mit den Behörden an den entsprechenden Probenahmeorten errichtet. Bei dem neuen Probenehmer des Typs Liquistation CSF48 von Endress+Hauser handelt es sich um einen stationären Probenehmer für die vollautomatische Entnahme, Verteilung und temperierte Lagerung flüssiger Medien. Er basiert auf der „Memosens-Liquiline-Plattform“ und lässt sich so ganz einfach vom Probenehmer zu einer kompletten Messstation ausbauen. Zentraler Baustein ist hier der Messumformer Liquiline, mit dem man den Probenehmer bedient und parametriert. Darüber hinaus lassen sich Messsonden wie pH-, Leitfähigkeit-, Sauerstoff- oder auch Trübungssonden, anschließen. Somit lässt sich das Abwasser direkt vor Ort auf bestimmte Inhaltsstoffe hin untersuchen. Die aufwändige Laboruntersuchung entfällt.

Patentiertes Verfahren

Die Memosens-Technologie ist ein patentiertes Verfahren, mit dem Vorteil, dass man die Sonden (z. B. pH-Sonde) nicht mehr vor Ort kalibrieren muss. Das geschieht nun bequem im Labor, unter optimalen Gegebenheiten und von Fachleuten. Danach lassen sich die Sonden jederzeit vom Betriebspersonal vor Ort wieder einsetzen. Die Kalibration vor Ort ist nicht mehr erforderlich. Außerdem sind die Sonden verschmutzungsunempfindlich, da die benötigte Energie sowie das Signal im Sensor induktiv übertragen werden (ähnlich wie bei einer elektrischen Zahnbürste). So nehmen Feuchtigkeit und Verschmutzung keinerlei Einfluss auf die Messung. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich über einen kleinen Speicherbaustein im Sondenkopf wichtige Daten hinterlegen lassen, die den Betreiber bei der sogenannten „predictive maintenance“ („vorbeugende Wartung“) unterstützen: Der Betreiber kann jederzeit spezielle Daten, wie zum Beispiel Anzahl der Kalibrationen, Zeitpunkt der letzten Kalibration, Elektrodenzustand, und ähnliche Parameter aus der Sonde auslesen und weiß somit, wie gut der Sensor noch in der Anwendung ist. jg

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