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Pull-Prinzip: Definition und Vorteile
Bei einer Beschäftigung mit der Lean Production führt kein Weg am Pull-Prinzip vorbei. Was sind die Gründe? Welche Vorteile bietet das Pull-Prinzip?
Zunächst zur Definition: Beim Pull-Prinzip handelt es sich um ein Konzept für die Steuerung des Materialflusses in einem Produktionssystem. Wer die eigene Fertigung anhand des Pull-Prinzips gestaltet, produziert erst bei konkretem Bedarf. Die entscheidenden Vorteile bestehen in der Vermeidung von Überproduktion und umfangreichen Lagerbeständen sowie in reduzierten Durchlaufzeiten und erhöhter Produktivität. Erfahren Sie im kostenfreien Leitfaden von item Industrietechnik alle weiteren Vorteile des Pull-Prinzips.
In der Lean Production gehören hohe Lagerbestände zu den 7 Arten der Verschwendung (Muda). Verschwendung bedeutet hier „sinnlose Tätigkeit“ – damit ist gemeint, dass kein Beitrag zur Wertschöpfung geleistet wird. Das primäre Ziel der schlanken Produktion besteht darin, Verschwendung zu vermeiden. Hiermit sind eine Steigerung der Wertschöpfung und ein schonender Materialeinsatz verknüpft. Am Beispiel des Pull-Prinzips wird dies besonders deutlich, gerade in der Gegenüberstellung mit dem traditionellen Push-Prinzip.
Vergleich von Push- und Pull-Prinzip
Das Push-Prinzip setzt auf prognosebasierte Produktionspläne anhand von Verkaufszahlen. Hierbei bindet das Push-Prinzip durch überhöhte Lagerbestände finanzielle und physische Ressourcen. Aufgrund permanenter Ein-, Aus- und Zwischenlagerung wird der Materialfluss unterbrochen, was zu langen Durchlaufzeiten führt. Jeder Prozess muss separat gesteuert und geplant werden. Dann erfolgt die Berechnung der Losgröße für jeden Herstellungsschritt, ohne die gesamte Wertschöpfungskette zu berücksichtigen. Es gibt hier keine Obergrenze für den Bestand, zumal derzeit nicht benötigte Teile eingelagert werden. Dies führt aufgrund übermäßiger Lagerbestände, langer Durchlaufzeiten und nicht verfügbarer Teile (trotz hoher Bestände) zur Überproduktion.
In einer Fertigung nach dem Pull-Prinzip hingegen wird nicht auf der Basis von Bedarfsschätzungen produziert. Stattdessen orientiert man sich am aktuellen Bedarf und gewinnt so an Flexibilität. Überproduktion und übermäßige Lagerhaltung lassen sich dadurch vermeiden. Auch die Verkürzung der Durchlaufzeiten und eine verbesserte Lieferperformance zählen zu den Vorteilen des Pull-Prinzips. Im kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) folgen drei Pull-Methoden nacheinander: Kanban, das FIFO-Prinzip und schließlich One-Piece-Flow (OPF). Da bei OPF keine Zwischenlagerung vorhanden ist, fallen hier Durchlaufzeiten und Lagerbestände am niedrigsten aus.









