Sicherheitsschalter

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Devise "Nachhaltig!"

Schmersal will Kunden auch dabei unterstützen, den CO2-Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren. Dabei setzt man bei dem Material an, aus dem die meisten Sicherheitsschalter bestehen: Kunststoff.

© Schmersal

Bei Produkten im Bereich der Maschinensicherheit besteht die grundsätzliche Schwierigkeit darin, dass neue, umweltfreundliche Lösungsansätze bei Produktdesign oder Materialeinsatz die Qualität und insbesondere die Sicherheitsfunktionen der Sicherheitsschaltgeräte in keiner Weise beeinträchtigen dürfen. Das heißt, auch die optimierten Geräte müssen den Normen entsprechen, ihre Eignung muss überprüft und durch Zertifizierungen bestätigt werden.

Kooperation mit Forschungseinrichtungen

Um hier dennoch Fortschritte erzielen zu können, arbeitet Schmersal mit Universitäten und Forschungsinstituten zusammen, beispielsweise mit dem Kunststoffinstitut Lüdenscheid. Bei einem aktuellen Projekt geht es um den Einsatz von Recyclingmaterial bei der Herstellung von Sicherheitsschaltgeräten, die über ein Kunststoffgehäuse verfügen. "Unser Ziel ist es, bei den im Spritzgussverfahren hergestellten Schaltern 20 % Regranulat einzusetzen", sagt Matthias Banaszek, Leitung Value Management / Innovationmanager bei Schmersal. "Wir haben deshalb in den vergangenen zwei Jahren rund 30 Tonnen Material aus Produktionsabfällen sortenrein gesammelt, etwa Angüsse oder Anfahrreste, also untaugliche ersten Bauteile, die beim Start einer neuen Fertigungscharge anfallen."

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Laut der UL-Organisation, die weltweit anerkannte Sicherheitsprüfzeichen vergibt, ist ein Regranulat-Anteil von 25 % in Sicherheitsschaltern möglich. "Dies wird bei eigener Aufbereitung zugelassen. Da das aber einen hohen Aufwand bedeutet, lassen wir dies bei einem externen, zertifizierten Aufbereiter durchführen. Leider sagen die UL-Regularien, dass eine Beimischung nur mit erhöhtem Prüfaufwand zulässig ist. Hier stehen wir aber im engen Austausch mit UL, um eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten", erläutert Matthias Banaszek.

Auch der TÜV würde Sicherheitsschalter mit Recyclinganteil zertifizieren – vorausgesetzt, der Nachweis kann erbracht werden, dass das eingesetzte Recyclingmaterial keinen Einfluss auf die Qualität der Sicherheitsfunktionen hat. Zu diesem Zweck führt das Kunststoffinstitut eine Vergleichsprüfung mit den Schaltern von Schmersal durch: Untersucht werden Schalter aus reinem Neumaterial im Vergleich zu Schaltern bestehend aus 80 % Neumaterial und 20 % Regranulat. Liegt das Ergebnis der Vergleichsprüfung vom Kunststoffinstitut vor und entspricht den Erwartungen – gibt es also keine Qualitätsbeeinträchtigungen durch den Einsatz von Mischmaterial –, müssen die Schalter im nächsten Schritt vom TÜV zertifiziert werden. Danach wäre der Weg frei für die serienmäßige Produktion der Schalter mit Regranulat-Anteil. Damit wäre Schmersal der erste Hersteller, der Recyclingmaterial bei der Herstellung von Sicherheitsschaltern einsetzt.

Projekt mit Innovationsnetzwerk

Zudem hat sich Schmersal dem deutschen Innovationsnetzwerk Poly4Nature als aktiver Partner angeschlossen. Ziel von Poly4Nature ist es, Kunststoffe aus alternativen Rohstoffen und mit alternativen Verfahren herzustellen, etwa durch den Einsatz von Naturfasern oder Vorprodukten aus natürlichen Wertstoff- oder Abfallströmen, um damit bisher eingesetzte fossile Materialien ersetzen. Als Netzwerkpartner hat Schmersal ein konkretes Projekt mit Poly4Nature vereinbart: die Entwicklung biologisch abbaubarer Schutzstopfen auf Basis alternativer Rohstoffe. Diese Schutzstopfen dienen zum Abdecken von Schrauben und Einschraublöchern und kommen bei Schmersal zu Hunderttausenden zum Einsatz – und zwar ausschließlich beim Transport von Schaltern. Sobald der Anwender die Schalter aus der Transportverpackung nimmt, werden die Schutzstopfen entsorgt.

"Bei den Schutzstopfen handelt es sich um nicht sicherheitsrelevante Bauteile. Daher ist der Einsatz alternativer Materialien hier sehr viel einfacher umzusetzen", erläutert Matthias Banaszek. Die alternativen Kunststoffe für diese Verpackungsmaterialien könnten zum Beispiel maritimen Ursprungs sein, wie etwa Algen. Das Projekt läuft noch bis Anfang 2026.

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