Kollaborative Roboterzelle
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Kollaborative Roboterzelle für die Produktion von Sicherheitsventilen. Weiss Kunststoffverarbeitung hat mit „Bordmitteln“ eine Roboterzelle entwickelt, bei der sich der Bediener und der Roboter die komplexe Montage eines miniaturisierten Sicherheitsventils teilen.
Die Arbeitsteilung zwischen Kunststoffverarbeitern und ihren Kunden verändert sich. Die Kunden wünschen immer häufiger nicht Spritzgussteile, sondern komplette, einbaufertige Komponenten, und das gilt nicht nur für die Automobilindustrie, sondern auch für andere Branchen, etwa die Haushaltgeräteindustrie und den Maschinenbau. Aus diesem Grund ist der Montagebereich bei der Weiss Kunststoffverarbeitung in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Als engineering-orientiertes Unternehmen verfolgt Weiss das Ziel, auch in diesem Bereich die neuesten Trends zu nutzen.
Die Roboterzelle, die aktuell im Werk Illertissen in Betrieb genommen wird, ist dafür ein gutes Beispiel. In der Zelle wird ein nur 15 Millimeter hohes Sicherheitsventil montiert, wobei neben Spritzgussteilen auch filigrane metallische Zukaufteile wie Federn, Scheiben, Ventilstößel und Kugeln verwendet werden. Dabei haben die Montage-Experten des Unternehmens das Prinzip der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter in die Praxis umgesetzt. Dipl.-Ing. Robert Heller, bei Weiss unter anderem verantwortlich für die Konstruktion der Produktions- und Automatisierungstechnik: „Der Roboter arbeitet sehr exakt und ermüdungsfrei, während der Werker zwar Fehler machen kann, aber flexibler ist.“
Die Zelle ist so konstruiert, dass beide „Kollegen“ ihre jeweiligen Stärken bestmöglich ausspielen können. Im ersten Schritt setzt der Werker, der vor der Zelle steht, die zentralen Komponenten in einer Montagevorrichtung zusammen. Dann übernimmt der Roboter, der sich in der Zelle befindet. Er legt weitere Kleinteile – zum Beispiel eine sehr kleine Kugel – ein. Der Werker gibt dann das Signal zum Zusammenpressen der Teile, das pneumatisch über einen Zylinder erfolgt.
Nun ist wieder der Roboter an der Reihe. Er entnimmt das montierte Ventil aus der Vorrichtung und legt es in eine Prüfeinrichtung ein, wo es zwei Druckprüfungen mit 0,9 und zwei bar absolviert. Nach dieser Hundertprozent-Prüfung (bei der das Ventil bei der 0,9 bar-Prüfung geschlossen bleiben und bei Beaufschlagung mit zwei bar öffnen muss) wird mit einem Kennzeichnungssystem ein Prüfstempel aufgebracht, und das Ventil ist fertig für den Versand.
Den Grundsatz der Mensch-Roboter-Kollaboration hat Weiss hier auf ebenso einfache wie elegante Weise in die Praxis umgesetzt: Mensch und Roboter haben jeweils Zugriff auf den gemeinsamen Arbeitsraum. Auf einen Schutzzaun oder eine sonstige räumliche Trennung von Werker und Roboter wird verzichtet. Stattdessen ist der Arbeitsraum an beiden Seiten jeweils durch ein Lichtschrankenpaar abgesichert. Beide Lichtschrankenpaare sind steuerungstechnisch und sicherheitsgerichtet so verbunden, dass der Roboter nicht in den gemeinsamen Arbeitsbereich greift, wenn der Bediener dort gerade Teile einlegt oder entnimmt. Umgekehrt wird der Roboter gestoppt, wenn er gerade im Arbeitsraum aktiv ist und der Werker ebenfalls hineingreift.
Selbstverständlich ist auch die Steuerung des Roboters in dieses einfache und praxisgerechte Sicherheitskonzept eingebunden. Robert Heller: „Wir haben hier die ´Function Safety Unit´ des Roboterherstellers genutzt, die es seit Kurzem als Option gibt: eine Einschubkarte, mit der man zum Beispiel auch Sicherheitsräume programmieren kann.“ pb








