Gerüstbau

Andreas Mühlbauer,

Umbau bedeutet nicht Produktionsstopp

Unternehmen, die ihre Produktionshalle sanieren oder umbauen, legen dort oft ihre gesamte Produktion für Wochen still. Nicht so das Druckhaus Mainfranken in Kesselsdorf.

„Eine Herausforderung in Kesselsdorf war die Deckenhöhe von 5,50 Meter." © Taenzler

Um die drei Druckmaschinen von Koenig & Bauer optimal auszulasten, beschloss das Druckunternehmen Mitte des Jahres eine automatische Zuführung für die dünnen, etwa zwei Kilogramm schweren Aluminiumplatten zu installieren. „Bei einer manuellen Plattenzuführung sind Spitzenleistungen an den Druckmaschinen ohne zusätzlichen Personalaufwand auf Dauer unzumutbar“, begründet Projektingenieur Matthias Plachetta den notwendigen Umbau.

Taenzler Maschinen- und Anlagenbau entwickelt seit 17 Jahren derartige Schienensysteme, meist für die Automobilindustrie sowie Fenster-, Türen- und Wintergartenhersteller. „Eine Herausforderung in Kesselsdorf war die Deckenhöhe von 5,50 Meter“, sagt Rene Hübner, „zum anderen steht unter uns eine 30 Meter lange, hoch sensible Druckmaschine“. Dem zuständigen Projektleiter aus Laußnitz war schnell klar, dass die eigene Gerüsttechnik nicht ausreicht: Weder war genügend Platz, noch konnten sie die empfindlichen Maschinen ausreichend schützen. Ein Sondergerüstbauer musste her. Den fand Taenzler mit Gemeinhardt Service.

Die Gerüstspezialisten entwickelten nicht nur Arbeitsplattformen, auf denen zwei Monteure mit 300 Kilogramm Material und Werkzeug agieren konnten, sowie fünf Gangstege – vor allem sicherten die Sachsen aus Roßwein die Druckmaschinen 100-prozentig vor möglicherweise herabfallenden Schraubenziehern, Muttern oder kleineren Teilen. Konkret bedeutete das: Wurde das Schienensystem über der ersten Druckmaschine installiert, konnten die zweite und dritte Druckmaschine problemlos weiterarbeiten. „Der Produktionsausfall wäre für uns immens gewesen, eigentlich nicht akzeptabel“, sagt Plachetta, denn im Druckhaus Mainfranken wird im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet und der Einbau und die Einlaufphase des Schienensystems dauerte rund sechs Wochen. „Wir sind sehr zufrieden, wie Taenzler und Gemeinhardt das Projekt umgesetzt haben“, sagt der gelernte Drucker und studierte Druck- und Medientechniker.

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„Mit „Schutz in Perfektion“ haben wir eine Marke entwickelt, damit die hocheffizient arbeitenden Industrieunternehmen während einem Umbau oder einer Sanierung zumindest in Teilen weiter produzieren können“, sagt Gemeinhardt-Geschäftsführer Dirk Eckart. Bereits seit Jahren arbeitet der Sondergerüstbauer für Industriebetriebe, hängte bei einem Motorenhersteller die Decke ab, um Galvanisationsbecken zu schützen oder errichtete mehrfach Schall- und Staubschutzwände damit nebendran relativ unbeeinflusst weitergearbeitet werden konnte.

Der Auftrag sei einer der kniffligeren gewesen, so der Spezialist. Eigentlich wäre ein Hängegerüst optimal gewesen, aber das gab die Statik der Halle nicht her. Deshalb mussten sich die Gerüstbauer wegen der engen Gänge zwischen den drei Maschinen besonders stabile Stützsysteme ausdenken. Und über den hochgezüchteten Maschinen mussten die vier Gerüstbauer besonders vorsichtig arbeiten. „Wir haben für den gesamten Aufbau zehn Tage benötigt“, erzählt Eckart, das sei für das Unternehmen eher lang, aber den besonderen Bedingungen geschuldet.

Für Rene Hübner war die Zusammenarbeit mit seinem Subunternehmen völlig unkompliziert und schnell: „Eine Baustelle ist eine Baustelle, das funktioniert nie genau wie geplant“. Entscheidend sei dann, schnell zu reagieren und eine Lösung zu finden. Letztlich zählt für ihn allerdings das Urteil seiner Mitarbeiter: „Meine Monteure waren begeistert über den Arbeitsschutz und die Sauberkeit auf dem Gerüst.“

Jens Gieseler

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