Bearbeitungszentrum

Große und kleine Werkstücke zerspanen

Ein anspruchsvolles Projekt stemmen Kunde und Werkzeugmaschinenhersteller am besten im Parallelschwung: So gelang es dem Pumpenhersteller KSB und Dörries Scharmann Technologie im Teamwork, zwei Bohrwerke durch ein Bearbeitungszentrum Ecoforce 1 HT2 zu ersetzen. Das Bearbeitungszentrum wurde geschickt zwischen zwei stützende Hallenfundamente platziert und spart so Platz.

Zwei 5-Achsen-Kraftspanner wurden mittels Nullpunkt-Spannsystem positioniert.

Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB aus Frankenthal ist den Lesern unserer SCOPE bestens bekannt, berichten wir doch regelmäßig über dessen Neuheiten. Anfang Mai beispielsweise hat das Unternehmen eine vollautomatische Unterwassermotorpumpe unter dem Namen Ixo-Pro auf den Markt gebracht. Die automatische Tauchpumpe zur Regenwassernutzung wird in Großserie gefertigt. Das neue Bearbeitungszentrum Ecoforce 1 HT2 hat allerding eine andere Berufung: Geplant war der Einsatz des Neulings in der Kleinserien- und Einzelteilfertigung (bis maximal Losgröße 5) für Bauteile aller Art – von der kleinen Schweißkonstruktion bis hin zur sehr schweren Mantelgehäusepumpe. „Der Clou an dem Bohrwerk ist, dass sich damit alles machen lässt – vom Bohren, Drehen, Fräsen bis hin zum Gewindeschneiden“, berichtet Michael Eilers, Fertigungsplaner in Frankenthal. Für Dörries Scharmann Technologie, einer Tochter der Starrag Group, war der sogenannte Small Footprint eine Herausforderung. „Normalerweise wird ein Bearbeitungszentrum mit Palettenwechsler ausgestattet, um parallel zur Hauptzeit zu rüsten“, erklärt DST-Vertriebsmanager Roland Wozny, „außerdem kommt ein entsprechend großer Werkzeugspeicher daneben“. Da aber Platz Mangelware ist, ließ sich KSB ein Kettenmagazin für 80 Werkzeuge und ein automatisches Pick-up-Magazin einbauen.

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Das Magazin nimmt beispielsweise die automatisch einwechselbare, ausgewuchtete Planscheibe auf, die das Drehen auf der Maschine ermöglicht: Die Ecoforce kann bei hoher Leistung (max. Drehmoment 5.000 Nm, bei einer Drehzahl von bis zu 300 min-1) mit gekröpften Werkzeugen selbst 12 Tonnen schwere Werkstücke mit einem Durchmesser von bis zu 1.250 mm noch wirtschaftlich zerspanen. Das automatische Pick-up-Magazin ist außerdem mit einem Winkelfräskopf bestückt, der die 5-Seiten-Komplettbearbeitung ermöglicht. Auf den Maschinentisch lässt sich mit einem zusätzlichen Teilapparat eine weitere Achse realisieren. Für die Bearbeitung von sehr kleinen Werkstücken gibt es außerdem einen weiteren NC-Tisch.

KSB legt bei allen Werkzeugmaschinen hohen Wert auf einfache Bedienbarkeit und gute Zugänglichkeit zum Werkstück, etwa um Messoperationen durchzuführen. Daher erhielt die Maschine ein automatisch verfahrbares und gegen Arbeitsunfälle gut gesichertes Plattformsystem sowie zwei groß dimensionierte Winkelschiebetüren, die eine Tischbeladung mit einem Hallenkran erlaubt. Alles in allem kam dieses Projekt gut an. Eilers: „Ich war sehr davon angetan, wie reibungslos und ohne lange Diskussion die gesamte Realisierung geklappt hat.“ ee

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