Editorial

Andrea Gillhuber,

Krisen müssen draußen bleiben

„Ich hab sie gar nicht kommen sehen, plötzlich stand sie da, groß wie ein Riese. Sie sagte: ‚Hallo, guten Tag, mein Name ist Krise!‘“ So stellt sich eine Krise im gleichnamigen Lied von Max Raabe vor, bevor sie bei ihm einzieht.

Andrea Gillhuber, Chefredakteurin SCOPE. © WBM

Und ich muss gestehen, es erinnert mich ein wenig an den Beginn der Corona-Pandemie. Plötzlich war sie da und die Industrie sah sich beinahe von einem Tag auf den anderen mit einem Lockdown ohne Zeitrahmen konfrontiert. Die Corona-Krise ist in Deutschland eingezogen.

Für uns als Fachmedium stellt sich jeden Tag die Frage, wie viel Raum wir der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen einräumen. Wir sind täglich mit Unternehmen in Kontakt, und natürlich spielt in diesen Gesprächen Corona eine größere Rolle. Und wir möchten natürlich auch wissen, wie es Ihnen geht und wie Sie und Ihr Unternehmen mit den veränderten Umständen umgehen. Wie werden die Messeabsagen aufgenommen? Wie werden Produktionen organisiert, damit die vorgegebenen Abstandsregelungen eingehalten werden können? Wie schreitet die Digitalisierung voran?

Antworten finden Sie in der Mai-Ausgabe der SCOPE. Im Wortwechsel ab Seite 8 stellte sich Gerhard Ohmacht von der Leipziger Messe unseren Fragen. Herr Ohmacht hat die Bereichsleitung Fach- und Industriemessen erst im März übernommen. Im Interview spricht er über die Herausforderungen durch die Reisebeschränkungen für Messeveranstalter und über die Gründe, warum Menschen auf Messen gehen.

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Viele Unternehmen nutzen die Zeit, um ihre Mitarbeiter weiterzubilden. Arbeitnehmer bringen sich mit Webinaren auf den neuesten Stand. Auch werden verstärkt Informationsangebote unter anderem von Verlagen genutzt, um über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben und auch um Grundlagen aufzufrischen. Deswegen finden Sie ab Seite 16 Basiswissen zur Kunststoffverarbeitung in der Industrie.

Ab Seite 26 wird erläutert, wie Embedded-Systeme in der Produktion für mehr Intelligenz sorgen. Außerdem bieten sie Anwendern deutlich mehr Flexibilität, beispielsweise wenn Produktionsanlagen schnell auf andere Produkte umgestellt werden müssen. Ein Beispiel: Einige Unternehmen haben im Zuge der Pandemie ihre Produktion auf Medizinbedarf umgerüstet. Aufgrund der Embedded-Systeme ging dies schneller.

In Corona-Zeiten spielt Hygiene eine entscheidende Rolle. Vielerorts sind Verhaltensregeln ausgewiesen, die Mitarbeiter vor einer Infektion schützen sollen. Doch was ist mit der Berufskleidung? 63 Prozent müssen ihre Arbeitskleidung laut einer Umfrage privat waschen. Hygienische Sauberkeit ist damit nicht garantiert. Warum Berufskleidung professionell gereinigt werden sollte, erfahren Sie in der Rubrik Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit ab Seite 38.

Zwar mag die Krise eingezogen sein, doch lässt sich die Industrie davon nicht unterkriegen. Sie nutzt die Zeit, um Prozesse anzupassen, die Digitalisierung voranzutreiben und Mitarbeiter zu schulen. Die Krise hat also gar keine Möglichkeit, sich fest einzunisten. Und die Unternehmen? Sie bringen sich in Position und nutzen die ersten Lockerungen, um durchzustarten.

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