Editorial
Neue Chance
Die Corona-Pandemie hat Menschen und Unternehmen erfinderisch gemacht. So hat beispielsweise eine Schule in Mittelhessen mit ihren 3D-Druckern schon im März spezielle Haken hergestellt, um nahezu berührungslos Türen zu öffnen. Schnell haben Privatleute ihre Geräte zur Verfügung gestellt, um das Schülerprojekt zu unterstützen.
Die Schüler aus Hessen sind nur ein Beispiel für zahlreiche Projekte, Privatpersonen und Unternehmen, die mithilfe von additiver Fertigung schnell Produkte und Komponenten für Hygienebedarf und medizinische Geräte bereitstellten.
Stratasys beispielsweise hat sein Partnernetzwerk mobilisiert, um 3D-Druckressourcen und das zugehörige Fachwissen zur Verfügung zu stellen. Unternehmen sind dem Aufruf gefolgt und haben ihre Druckkapazitäten in allen Regionen gespendet. Hergestellt wurden unter anderem Einweg-Gesichtschutz-Visiere für medizinisches Personal.
Und Siemens hat seine 3D-Druck-Plattform Additive Manufacturing Network (AM Network) für die Abwicklung der Design- und Druckanfragen von Ärzten, Krankenhäusern und Medizintechnikherstellern zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig hat der Konzern seine Fertigungsanlagen angeschlossen, um bei Bedarf und Eignung benötigte Komponenten zu drucken.
In Zeiten, in denen die Corona-Pandemie für ein Abreißen der Lieferkette führte, hat die additive Fertigungstechnologie für Flexibilität und Agilität bei der Versorgung mit dringend benötigten Komponenten in der Medizintechnik gesorgt. Ein vielversprechendes Beispiel für das Potenzial der additiven Fertigung, Produktionsprozesse und Lieferketten aufzubrechen und neu zu gestalten.
Ihre Andrea Gillhuber
Chefredakteurin












