Meinung

Der intelligente Mensch in der Fabrik 4.0

Kürzlich las ich von einer Ausstellung, die dieser Tage in Venedig zu sehen ist: Homo Faber – der schaffende Mensch. Zu sehen ist dort luxuriöseste Handwerkskunst, bei der es auf Geschicklichkeit, Originalität und Kreativität ankommt. Man kann dort Handwerkern über die Schultern blicken: Goldschmieden, die für Cartier Schmuck herstellen oder dem Transportdesigner für Ferrari. Oder man lernt, wie die goldene Feder eines Montblanc-Füllers in 35 Arbeitsschritten entsteht.

Annina Schopen, Redakteurin handling © Petra Born

Schöne alte Arbeitswelt, mag da so mancher denken. Wie wird wohl die Arbeitswelt der Zukunft aussehen? Digitalisierung und die Automatisierung verändern unsere Arbeitsweise. Roboter arbeiten Hand in Hand mit Menschen oder fahren durch Lagerhallen. Die Worte autonom, digital, flexibel, kollaborativ fallen meistens. Aber wird der Mensch noch eine Rolle spielen? Oder werden durch intelligente Maschinen nach und nach die Arbeitsplätze wegfallen? So mancher Arbeitnehmer stellt sich derzeit solche Fragen.

Fest steht: Roboter können künftig Routinearbeiten übernehmen und eventuell wird es Tätigkeiten wie Teile im Lager zusammenzusuchen in der Zukunft nicht mehr geben. Aber dafür werden neue Jobs entstehen, für die es vielleicht aktuell noch nicht mal einen Namen gibt. Und oftmals werden Arbeitsprozesse nur teilautomatisiert, beispielsweise durch Montage-Assistenzsysteme. So erleichtern digitale Lösungen die Arbeit, ersetzen aber nicht den Menschen. Auf der Motek, um die es im Special dieser Ausgabe geht (ab S. 34), werden ebenfalls wieder viele smarte Lösungen für die Montage gezeigt und auch Cobots werden eine Rolle spielen.

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Digitalisierung und Industrie 4.0 bieten Unternehmen die Möglichkeit, einzelne Anlagen oder Standorte zu intelligenten Fabriken zu verknüpfen und flexibel produzieren zu können. Aber das geht nur, wenn die Mitarbeiter die nötige Kompetenz mitbringen, denn nur qualifiziertes Personal kann mit den neuen Technologien auch umgehen. Die Unternehmen sind also gefragt, den Menschen beim Aufbau der smarten Fabrik mitzunehmen und den Mitarbeitern die Ängste vor der Digitalisierung zu nehmen. Gleichzeitig müssen auch die Mitarbeiter bereit sein, auf Veränderungen und eventuelle berufliche Wandlungen ihres Berufsfeldes einzugehen, beispielsweise durch Weiterbildungen. So bleibt der Mitarbeiter auch weiterhin der homo faber.

Ich grüße Sie herzlich,
Ihre

Annina Schopen
Redakteurin handling

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