Interview

Daniel Schilling,

„Einfach mal klein anfangen“

Wie gelingt der Einstieg in Robotik und vernetzte Produktion auch für kleine und mittlere Unternehmen und wohin geht der Trend in der Produktion nach Corona-Krise und Ukraine-Krieg? Darüber sprach Patrick Theobald, Geschäftsführer von Peakboard, im Interview mit Daniel Schilling.

Patrick Theobald, Geschäftsführer von Peakboard. © Peakboard

Was sind die wichtigsten Hürden, vor denen kleine und mittlere Unternehmen stehen, wenn sie IIoT- und Robotik-Technologien in der Produktion einführen wollen?

Eine der größten Hürden für KMU besteht darin, den für sie passenden Einstieg zu finden. Überall lauern Buzzwords und große Heilsversprechen, bei denen schwer einzuschätzen ist, ob sie heiße Luft sind oder einen wirklichen Mehrwert bieten. Ich rate dazu, einfach mal klein anzufangen, einen bestimmten Prozess auszuwählen und dann iterativ einen Digitalisierungsflow aufzubauen, der sich im Mindset der Leute verankert. Dabei können sich Unternehmen auch Unterstützung von außen holen.

Welche aktuellen oder kurz vor der Marktreife stehenden Technologien und Konzepte können helfen, diese Probleme zu überwinden?

Ich persönlich sehe im digitalen Shopfloor-Management einen der größten Treiber. Die vielen ausgedruckten Excel-Tabellen und analogen Zettel, die man fast überall findet, sind eine regelrechte Einladung, sie konsequent zu digitalisieren. Dafür gibt es viele Anbieter. Wichtigster Punkt hier: perfekte UI für die Endanwender. Das ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Jede digitale Interaktion muss so reibungslos funktionieren wie das Smartphone, das die Menschen auch privat nutzen.

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Die letzten 26 Monate haben die Welt und auch die Wirtschaft tiefgreifend verändert, wie wirkt sich das auf längerfristige Trends wie Industrie 4.0 oder die Robotik-Einführung aus?

Wir stehen am Beginn einer massiven Deglobalisierung, ausgelöst durch Corona. Das bedeutet, wir werden viel mehr Fertigung wieder hier bei uns in einem Hochlohnland sehen. Das kann nur mit konsequenter Digitalisierung und Automatisierung aller Prozesse gelingen. Jeder, der hier nicht vorne dabei ist, wird sehr schnell die Lichter ausschalten können. Darüber hinaus glaube ich jedoch, dass trotz Automatisierung in Zukunft auch die Mitarbeitenden in der Produktion wieder mehr im Mittelpunkt stehen. Den Faktor Mensch zu vernachlässigen halte ich für fatal.

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