Energieketten für Kransysteme
Die E-Kette wird intelligent
Igus hat den 1.000. Ship-to-Shore-Kran mit einem Energiekettensystem bestückt. In den letzten 17 Jahren hat das Unternehmen viele Lösungen entwickelt. In den meisten Fällen kommen auf langen Verfahrwegen Rollen-Energieketten zum Einsatz. Kombinieren lassen sie sich beispielsweise mit den neuen Isense-Modulen.
In der Krantechnik lassen sich einfache Lösungen von der Stange nicht auf neue Anwendungen adaptieren, da die Gegebenheiten stets unterschiedlich sind. Große Temperaturschwankungen, starke Vibrationen oder auch Bewegungen der gesamten Stahlkonstruktion müssen berücksichtigt werden, wenn neue Anlagen oder Retrofits an bestehenden Kranen geplant werden. Der Motion-Plastics-Spezialist Igus hat jetzt den 1.000. STS-Kran (Ship-to-Shore) mit einem Energiekettensystem aus Kunststoff ausgerüstet und beweist damit, dass der Trend weltweit zu leichten und langlebigen Komponenten geht.
„Der große Durchbruch war bei uns sicher die Entwicklung der Rollen-Energiekette, mit der wir im Jahr 2000 die Katzstromversorgung des ersten STS-Krans ausgerüstet haben“, sagt Theo Diehl, Leiter Branchenmanagement Krantechnik und an einer Vielzahl dieser 1.000 Projekte direkt beteiligt. Durch Rollen in den Kettengliedern sinkt der Reibwert auf langen Verfahrwegen enorm, wenn sich das Obertrum der Kette auf dem Untertrum ablegt. Dadurch lässt sich bis zu 57 Prozent der benötigten Antriebsenergie einsparen, um das Energiekettensystem zu bewegen. Auch wird die Geräuschentwicklung deutlich reduziert.
„2004 wurde dann die ‚Heavy Duty‘-Version der Rollen-Energiekette von Igus auf den Markt gebracht“, so Diehl weiter. „Diese wurde in allen maßgeblichen Punkten verstärkt, was die Stabilität und Lebensdauererwartung drastisch gesteigert hat.“ 2008 wurde mit der Erfahrung der letzten acht Jahre die Rollen-Energiekette ‚P4‘ im Markt platziert. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch die Doppelrollen-Ausführung deutlich geräusch- und vibrationsreduziert läuft, wodurch wiederum die Lebensdauerwartung des Systems gesteigert werden konnte.
Auch weitere Produkte, die einst für die Kranbranche entwickelt worden sind, bieten heute Lösungen für andere Industriezweige, wie neben den Rollen-Energieketten auch seit 2016 neuen Chainflex LWL-Leitungen, die in Temperaturbereichen zwischen minus 40 und 80 Grad Celsius bewegt eingesetzt werden können und ohne Gelfüllung auskommen. Oder auch seewasserbeständige Aluminium-Rinnensysteme (nach EN6060) für lange Verfahrwege über 100 Meter mit Aufstiegschutz sowie schwimmende Mitnehmer zum Ausgleich von Fluchtungsfehlern. Sämtliche Komponenten bietet Igus sowohl als einzelne Produkte als auch je nach Kundenwunsch als konfektionierte Komplettlösung an, die von der Project-Engineering-Abteilung geplant und installiert werden.
Produkte sagen den Austauschtermin voraus
Und schließlich findet sich im Portfolio die Isense-Familie – intelligente Produkte, die den Austauschtermin im laufenden Betrieb voraussagen und so die Ausfallsicherheit erhöhen. Dazu zählt beispielsweise die Weiterentwicklung des neuen EC.M-Moduls, das auf dem Mitnehmer der Kette montiert wird und eigenständig dessen Zustand über Beschleunigung, Geschwindigkeit, Temperatur und zurückgelegte Zyklen aufnimmt. Oder auch der Verschleißsensor EC.W, der den Abrieb der E-Kette misst, woraus die verbleibende Lebensdauer abgeleitet werden kann sowie das 2017 neu vorgestellte EC.RC (e-chain Run Control), das den Betriebszustand der Ketten, insbesondere in Führungsrinnen bei langen Verfahrwegen überwacht. Sensoren messen und überprüfen dabei durchgehend die Position der Energiekette. Auf diese Weise wird bei mechanischen Störungen ein Weiterlaufen der Anlage verhindert; Totalschäden der Kette oder ein elektrisches Abschalten (beispielsweise durch Leitungsschäden) werden vorgebeugt und damit auch ungeplante Maschinenstillstände. as












