Automatisierte Kommissioniersysteme

Die Medikamente kommen über Hepco-Schienen

Immer mehr Apotheken steigen auf computergesteuerte, automatisierte Kommissioniersysteme von Gollmann um. Damit sparen sie Zeit und gewinnen Raum für ein breiteres Sortiment. Für die geschmeidige Beweglichkeit des Rollschranksystems mit Greifarm sorgen die wartungsarmen GV3-Führungsschienen von Hepco Motion.

Gollmann Kommissioniersysteme bieten im Vergleich zu herkömmlichen Regalen eine größere Lagerfläche. (Bild: Gollmann)

Apotheken sind Dienstleister mit jahrhundertealter Tradition. Allerdings geht es heute weniger um das Anfertigen von Rezepturen, sondern um Beratung, Verkauf, Bestellen, Einsortieren und eine Menge Bürokratie. Die Auswahl an rezeptpflichtigen oder frei verkäuflichen Arzneimitteln sowie an sonstigen Artikeln aus dem Gesundheits- und Wellnessbereich ist groß. Da heißt es den Überblick wahren und die nötige Lagerfläche haben.

Großes Volumen auf kleiner Fläche

Mit dem Ziel, größtmögliches Lagervolumen auf kleiner Grundfläche zu erreichen, entwickelte Gollmann die beiden Kommissioniersysteme für Apotheken, GO Compact und GO Direct. Die Rollschrankanlagen bieten im Vergleich zu herkömmlichen Regalen ein Vielfaches an Lagerfläche: Die einfache, kompakte Lagersystematik sorgt zusammen mit der Hybrid-Greifertechnologie dafür, dass die Packungen sicher ein- und wieder ausgelagert werden. Jede liegt einzeln in einem eigenen Lagerfach und wird genau einmal zur Einlagerung und einmal zur Auslagerung bewegt. Die kleinsten Kommissionierautomaten mit einer Grundfläche von 2,4 mal 1,3 Meter fassen 4.000 Packungen. Eine durchschnittliche Apotheke mit Rollschrankanlagen von drei mal drei bis drei mal vier Meter Fläche hat etwa 20.000 bis 30.000 Artikel auf Lager. Größere Automaten können sogar mehrere 100.000 Artikel aufnehmen und kommen dann in Industriebetrieben zum Einsatz, die beispielsweise eine große Menge an Rückstellmustern aufbewahren müssen.

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Darüber hinaus passen sich die Gollmann-Kommissioniersysteme an unterschiedliche räumliche Gegebenheiten an. Länge, Höhe und Breite der Anlage werden individuell angepasst. Lösungen für Front und Back Office, Einbaulösungen in Nischen, Installationen im Keller oder im Obergeschoss sind möglich. Auch Statikprobleme sind kein Thema, denn durch die Alu-Bauweise werden Flächenlasten von deutlich unter 350 Kilogramm pro Quadratmeter realisiert.

Geschäftsführer Daniel Gollmann erläutert: „Wir bauen zu 99 Prozent in Gebäude ein, die schon bestehen. Wir bauen jetzt - das ist praktisch unser Steckenpferd - derart kompakte Systeme, dass es dem Apotheker meist gelingt, die bestehenden Schubschränke auszubauen und den Automaten hinzustellen.“ Sollte der Apotheker die Anlage später noch erweitern wollen, ist das durch ein Plattformkonzept problemlos möglich. Schrankaufsätze, zusätzliche Schränke für ein größeres Warenlager und weitere Systemmodule können nachträglich installiert werden.

Mit den Kommissioniersystemen können Apotheker eine größere Vielfalt an Artikeln bevorraten als zuvor. Das wäre heutzutage mit normalen Schubschränken schlicht nicht mehr möglich, auch im Hinblick auf die Verfallsdaten. Der Apotheker baut Bestand ab - aber nur in der Tiefe - und investiert das in die Breite, damit er immer lieferfähig ist. Falls die letzte Packung eines Produkts ausgehändigt wurde, wird es beim Großhändler angefordert und ist binnen zwei Stunden wieder in der Apotheke erhältlich.

Zwei parallel verlaufende induktionsgehärte GV3-Stahlschienen führen den etwa 60 Kilogramm schweren Greiferarm (nicht im Bild) zwischen die Rollschränke. (Bild: Hepco Motion)

Die Einlagerung der Packungen erfolgt manuell über ein Modul mit über 100 Fächern. Es erlaubt die unterbrechungsfreie Einsortierung von bis zu 350 Packungen in der Stunde. Mit der optionalen vollautomatischen Einlagerungsfunktion wird der Automat innerhalb von Sekunden bestückt. Der Inhalt der Großhandelskiste wird eingefüllt, der Einlagerungsvorgang startet – und der Automat lagert mithilfe des Greiferarms selbstständig ein und übernimmt aus dem Datamatrix-Code das Verfallsdatum und die Chargennummer.

Die Auslagerung aus dem Rollschranksystem über ein internes Förderband sowie mittels Rutschen oder Fördertechnik bis in den Kassenbereich dauert nur wenige Sekunden. Durch die abgestimmten Abläufe im Inneren des Kommissioniersystems ist es also möglich, dass ab dem Entgegennehmen des Kundenwunsches und der Dateneingabe in den Computer nur wenige Sekunden vergehen, bis die angeforderte Packung im Verkaufsraum landet.

GV3-Linearführungssystem

Seit 2009 arbeitet Gollmann mit Hepco Motion zusammen und wandte sich für die Führung nun wieder an das Unternehmen. „Wir haben uns für Hepco entschieden, weil wir eine Schiene suchten, die baulich sehr flach aufbaut - schließlich haben wir wenig Platz - und die trotzdem entsprechende Führungseigenschaften hat, um die von uns genannten Lasten aufnehmen zu können“, so Geschäftsführer Daniel Gollmann. Ein weiteres Argument für die GV3 war, dass das System auch trocken laufen kann, also ohne Schmierung. „Die GV3-Führungen sind selbstreinigend. Ursprünglich wurden sie hergestellt, um sie in verschmutzten Umgebungen einzusetzen. Nun gibt es natürlich in diesen Gollmann-Systemen nicht viel Schmutz, aber ganz feiner Verpackungsstaub kommt schon vor. Wenn sich der Laufwagen also bewegt, wird der Abrieb der Medikamentenpackungen von den V-Nut-Lagern während der Laufbewegung einfach von der Schiene geschoben. Dadurch sind sie wartungs- und verschleißarm“, ergänzt Mark Völkers, Gebietsleiter Außendienst Norddeutschland bei Hepco Motion.

In den Kommissioniersystemen tragen die Hepco Linearführungen dazu bei, dass die einzelnen Rollschränke der Anlagen GO Compact und GO Direct je nach Bedarf auseinander- und wieder zusammenfahren. Das stabile GV3-Linearführungssystem aus Stahlschiene und Stahlrollen, auf dem die Schränke verfahren, sorgt für den zuverlässigen und weichen Bewegungsablauf.

Der zweite Einsatzort ist oben in der Anlage an der Aufhängung des Greiferarms. Zwei parallel verlaufende, auf 58 bis 62 HRC induktionsgehärte GV3-Stahlschienen führen den etwa 60 Kilogramm schweren Arm samt Greifer geschmeidig zwischen die Rollschränke, damit er zu den einzelnen Fächern gelangen kann. as

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