Elektrischer Impulsschrauber

Reaktionsmomentfrei verschrauben

Desoutter präsentiert auf der Motek eine nach eigenen Angaben echte Weltneuheit: den ersten elektrischen Impulsschrauber. Ein Werkzeug also, das die Vorteile eines Impulsschraubers (mit seiner absolut reaktionsmomentfreien Montage) mit den Steuerungsmöglichkeiten und der Dokumentationsfähigkeit eines Elektrowerkzeugs sowie der Wartungsfreundlichkeit eines elektrischen Antriebs verbindet.

Für den Betrieb des E-LRT-Impulsschraubers ist kein Druckluftnetz erforderlich, nur ein Stromanschluss. Über das Kabel im Bild werden die elektrische Energie und die Daten der Schraubverbindung übertragen.

"Unsere Entwickler haben es erstmals geschafft, einen elektrischen Antrieb so zu modifizieren, dass er sehr starke Impulse erzeugen und diese über ein spezielles Getriebe auf den Abtrieb übertragen kann", erklärt Geschäftsführer Jürgen Göbel. Die Vorteile sind zahlreich: Der Schrauber kommt ohne die ölgefüllte Impulseinheit eines Druckluft-Impulsschraubers aus, so dass der Wartungsaufwand und die Wartungskosten drastisch sinken, weil kein Öl mehr gewechselt werden muss. Der bürstenlose Elektromotor selbst ist praktisch wartungsfrei. Das Drehmoment lässt sich viel genauer einstellen, weil das Werkzeug elektronisch gesteuert wird und ein Elektroantrieb exakter regelbar ist. Bei herkömmlichen Impulsschraubern muss das Drehmoment über den Ölfluss eingestellt werden. Im Vergleich zu gesteuerten Elektroschraubern wiederum zeichnet sich der E-LRT durch absolute Reaktionsmomentfreiheit aus, weil das Drehmoment über zahlreiche sehr kurze Impulse aufgebaut wird. So spürt der Werker überhaupt keinen "Schlag" mehr, wenn das Endmoment erreicht wird. Dies ließ sich bei bisher verfügbaren Elektroschraubern trotz aller Fortschritte nicht komplett ausschließen.

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Auf der Motek wird das erste Modell der Serie gezeigt, das für Drehmomente von 10 bis 25 Nm ausgelegt ist. Für 2014 rechnet Göbel mit einem Ausbau der Serie bis auf Momente von etwa 50 Nm. "Die Werkzeuge sind ganz klar für die mittleren Drehmomente gedacht", sagt der Desoutter-Chef. "Darüber hinaus würde das Getriebe zu schwer, so dass diese Technologie dann nicht mehr ergonomisch wäre." So wiegt aber das genannte Modell nur 1,2 kg. Wegen seiner Reaktionsfreiheit und des niedrigen Gewichts lässt sich das Werkzeug mit nur einer Hand bedienen.

Für Drehmomentsteuerung und Drehwinkelüberwachung

In dem Bereich, den der E-LRT-Schrauber abdeckt, sei er mit seinem extrem niedrigen Gewicht im Verhältnis zur Leistung "praktisch unschlagbar", meint Göbel. Er verspricht Anwendern eine höchst produktive, ergonomische und zuverlässige Lösung für schnelle Montagearbeiten bei kurzen Zykluszeiten und hoher Genauigkeit. Die Werkzeuge sind voll kompatibel mit den Standard-Schraubersteuerungen der CVIL-Serie und damit Poka-Yoke-fähig. Alle Schraubwerte lassen sich dokumentieren. Als echter Elektroschrauber kann der Anwender mit dem E-LRT verschiedene Schraubstrategien umsetzen: eine einfache Drehmomentsteuerung ebenso wie die drehmomentgesteuerte und drehwinkelüberwachte Montage. So werden zahlreiche Fehler entlarvt: etwa das zweimalige Anziehen ein und derselben Schraube, Defekte in den Gewinden oder das Vergessen von Schrauben ¿ allesamt Fehlerursachen, die mit normalen Impulsschraubern nicht auffallen würden. "Für Montageprofis dürfte außerdem interessant sein, dass sich die Werkzeuge auch für weiche Schraubfälle hervorragend eignen", glaubt Göbel. "Normale Impulsschrauber spielen ja eher bei den harten Schraubfällen ihre Vorzüge aus; mit dem E-LRT sind wir aber auch bei den mittelharten und weichen Verbindungen viel schneller!" kf

Motek, Halle 1 Stand 1185

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