Internet of Things
Proof of Concept, aber richtig!
Der erste wichtige Meilenstein einer IoT-Initiative ist der Proof of Concept (PoC). Doch so manche dieser Machbarkeitsprüfungen kommt nicht über ihr Anfangsstadium hinaus. Wer einige bewährte Tipps aus der Praxis beachtet, steigert die Erfolgschancen erheblich.
Richtig aufgesetzt, zeigt ein Proof of Concept die technische Machbarkeit sowie den geschäftlichen Nutzen eines IoT Use Cases. Er hilft, Projektrisiken zu minimieren und demonstriert die Auswirkungen auf die IT-Infrastruktur und das gesamte Unternehmen. Aus der Praxis erfolgreicher Projekte lassen sich Empfehlungen für Industrieunternehmen ableiten. Wer gleich zu Beginn konkrete Ziele formuliert, hält selbst in schwierigen Momenten das Projekt auf Kurs.
Am besten eignen sich dafür quantitative, technische oder auch wirtschaftliche Kennzahlen. Nur so lässt sich der Projekterfolg nach Abschluss zweifelsfrei bewerten. Dabei sollten die Ziele nicht zu hoch gesteckt oder unrealistisch sein. „Hoch aufgehängt“ dürfen sie aber ruhig sein, denn der wirtschaftliche Nutzen steigt, wenn bereits der PoC strategisch verankert und in eine Roadmap eingebettet ist. Bereits vor dem ersten Proof of Concept heißt es also festzulegen, welche IoT-Szenarien nacheinander umgesetzt werden sollen.
Zeitrahmen
Für einen PoC reichen in der Regel maximal drei Monate aus – vier Wochen für die Vorbereitung, vier Wochen für die technische Umsetzung und vier Wochen PoC-Laufzeit. Laufen Pilotprojekte zu lange, ist dies oft ein Anzeichen dafür, dass sie nicht richtig dimensioniert sind. Natürlich können PoCs komplette Use Cases abbilden. Es hat sich aber bewährt, den Projektrahmen überschaubar zu halten. So ist es beispielsweise ratsam, die Machbarkeit nur mit einer Maschine mit einem Teil der Schnittstellen und Daten zu testen. Nach erfolgreichem Abschluss lässt sich die Lösung dann skalieren.
Natürlich muss der PoC das Zusammenspiel der wichtigsten technischen Bestandteile prüfen und bewerten. Neben der reinen Funktionsfähigkeit gilt es, die geplante Architektur und alle Komponenten auf ihre Leistungsfähigkeit und potenzielle Engpässe zu untersuchen. An erster Stelle steht hierbei die Wahl der IoT-Plattform. Auch Aspekte wie Sensorik, Vernetzung, Schnittstellen und Datenmodelle gilt es früh auf den Prüfstand zu stellen.
Einfacher Anwendungsfall
Um schnelle Erfolge zu sehen, bietet sich ein Anwendungsfall an, der mit relativ geringem technischem Aufwand umzusetzen ist. Wenn bereits ausreichend Daten existieren, Maschinen schon mit dem Internet verbunden sind oder sich die benötigten Dashboards leicht realisieren lassen, ist das eine gute Ausgangsbasis.
In der Praxis hat es sich bewährt, zu Beginn des PoC eine Taskforce aus Mitarbeitenden und Führungskräften zusammenzustellen. So können schon früh die jeweiligen Anforderungen und Sichtweisen, Bedenken und Ideen einfließen.
Erfolgsfaktor Ausstattung
Ein weiterer Erfolgsfaktor von PoCs ist die personelle und finanzielle Ausstattung. Dabei ist es ausschlaggebend, die benötigten Investitionen und Ressourcen realistisch einzuschätzen und bereitzustellen. Nicht zu unterschätzen sind die IoT-Kenntnisse und die Auslastung der IT-Mitarbeitenden.
Ist der PoC abgeschlossen, heißt es Bilanz ziehen. Verlief das Projekt nicht wunschgemäß, ist Ursachenforschung angesagt. Manchmal reicht es schon, einige Parameter der Sensoren oder der IoT-Plattform anzupassen. Es kann aber auch sein, dass Technologiebausteine auszutauschen sind oder die IoT-Architektur insgesamt überdacht werden muss. Verlief der PoC zufriedenstellend, geht es an die Skalierung der Lösung und an die Vorbereitung des Go-live.
Larry Terwey, Director Digital Business, ECS Engineering Consulting & Solutions









