Schmale vereint Drahtverarbeitungskonzepte

Endlos Kraft beim Biegen

Dem Maschinenbauer Schmale ist es gelungen, zwei erfolgreiche Drahtbiegekonzepte miteinander zu verbinden. Erstmals können nun Bihler-Werkzeuge auf einer vollständig servoelektrischen Schamle-Maschine – fast ohne Kraftbegrenzung – betrieben werden. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für Anwender, die bisher bei ihren Biegeprozessen eingeschränkt waren.

Bihler-Komponenten vereint mit Schmale-Komponenten.

Schmale-Vertriebsleiter Andreas Goseberg: „Die Krafterzeugung der Biegeautomaten ist nun nicht mehr eingeschränkt. Bereits im Einsatz befindliche Bihler-Werkzeuge können jetzt einfach in unser servoelektrisches Maschinenkonzept eingebunden werden. Die bisherigen Einschränkungen in der Produktvielfalt sind damit Vergangenheit.“

Es war Kundenwunsch, den Einsatz von Standard-Bihlerwerkzeugen der Typen GRM50 und GRM80 für Biegeprozesse mit höheren Umformkräften zu ermöglichen. Auf seinen eigenen Maschinen hat das Altenaer Unternehmen keine Probleme mit dem Einsatz von Biegeschiebern mit großen Kräften, da Schmale ein anderes servoelektrisches Antriebskonzept verfolgt als Bihler.

Umbau einer X200NC

Biegeschieber von 30 bis 150 Kilonewton im Testaufbau. (Fotos: Schmale)

Somit galt es zunächst, eine X2000NC Standardmaschine von Schmale so mit Adapterplatten umzubauen, dass eine Kompatibilität mit den Bihlerwerkzeugen hergestellt werden konnte. Nachdem das gelungen war, konnten die Sauerländer nun Biegeschieber von 30 Kilonewton bis 240 Kilonewton verbauen, während Bihler bei seinen servoelektrischen Biegeautomaten auf eine Kraft von 40 Kilonewton beschränkt ist.

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Falls 240 Kilonewton noch nicht genügen, können auf der Schmale-Maschine zusätzlich noch Pressen von 300 Kilonewton bis 2.000 Kilonewton verbaut werden.

Großes Materialspektrum

Verarbeitet werden können Draht, Rohr und Bandstahl. Wobei durch die deutlich höheren Umformkräfte ein weiteres Materialspektrum mit anderen Materialgütern und größeren Querschnitten bearbeitet werden kann. Für Draht bedeutet das beispielsweise, dass Durchmesser bis 22 Millimeter verarbeitet werden können. Für Bandquerschnitte sind zum Beispiel fünf mal 60 Millimeter realisierbar.

Aufbau der Bihler-Kompatibilität auf einer X200NC von Schmale.

Bei der Taktleistung orientiert Schmale sich an den Werten, die auch Bihler für seine Automaten angibt. Je nach Anzahl der Umformprozesse, Hubweg und Größe der eingesetzten Servoschieber ist eine Taktleistung von über 200 Stück/Minute möglich. Dieser Wert verringert sich analog zu Bihlers Angaben natürlich, je höher die Anforderungen sind. Ein Versuchsaufbau mit insgesamt sechs Biegeschiebern, mit 30 Kilonewton, 3 mal 100 und 150 Kilonewton Kraft lief dauerhaft mit einer Taktleistung von 120 Stück/Minute. Das zeigt bereits das Potential der Technologie auf.

Umrüstzeiten und Energieefizienz

Servoelektrische Maschinenkonzepte bieten Vorteile gegenüber mechanischen Antriebskonzepten mit Kurvenscheiben, weil keine Kurven mehr gerüstet und eingestellt werden müssen. Es gibt aber nach wie vor einen manuellen Rüstaufwand, der wiederum von der Anzahl und Komplexität der Werkzeuge abhängig ist.

Touchpad Bedienung mit Kurveneditor.

Schmale Maschinen sind allgemein auf Energieeffizienz ausgelegt. Unter anderem liegt das an einer optimierten Steuerung und rückspeisefähigen Frequenzumrichtern. Überschüssige Energie wird nicht vernichtet, sondern zurück in den Stromkreislauf des Betreibers geführt.

Die konkreten Verbrauchszahlen sind für jede Maschinenkonfiguration unterschiedlich, da sie von der Anzahl der Aggregate, der Taktleistung und den benötigten Umformkräften abhängen. Allerdings verbaut Schmale in seinen Anlagen ein Energiemesssystem, das den tatsächlichen Energieverbrauch für den Betreiber visualisiert. So kann der genaue Energieverbrauch für die Produktion eines bestimmten Artikels abgelesen, und dieser exakte Wert für die Kalkulation des Artikels berücksichtigt werden. bw

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