Handhabungstechnik

Dichten nach Maß

Baukasten mit durchgängig abgestimmten Komponenten für Handlingsysteme
Die frei kombinierbaren Module und Antriebsvarianten des Camoline-Baukastens ermöglichen die Anpassung der Lineartechnik in den Dosierzellen an die jeweiligen Applikationsanforderungen. (Foto: Rexroth)
Mit automatisierten Dosierzellen löst Netzsch Anwendungsfälle im Bereich Kleben und Dichten. Im Zusammenspiel mit der Dosiertechnik stehen die Bewegungsabläufe beim Auftragen der Medien: Für ebene Bauteile ermöglichen Mehrachssysteme aus Camoline-Linearmodulen von Rexroth die individuelle Anpassung der Verfahrwege.

In Fügeapplikationen, in denen Klebe- oder Dichtmittel aufgetragen werden, ist die geeignete Förderung sowie die richtige Dosierung dieser Medien vor allem eine Frage der verwendeten Pumpentechnologie. Exzenterschneckenpumpen, wie sie von Netzsch Mohnopumpen seit mehr als fünf Jahrzehnten entwickelt, produziert und vertrieben werden, sorgen für hochgenaue Dosierung und Reproduzierbarkeit. Die zur Gruppe der rotierenden Verdrängerpumpen gehörenden Nemo-Pumpen ermöglichen eine scherarme Förderung und Dosierung von hochviskosen, hochabrasiven und hochgefüllten Medien. In engem Zusammenspiel mit der Dosiertechnik stehen die Bewegungsabläufe beim Auftragen der Medien – deshalb hat sich Netzsch dazu entschlossen, automatisierte Dosierzellen als komplette Systemlösungen aus einer Hand anzubieten.

Jede Aufgabenstellung ist individuell zu realisieren. Während die Nemo-Dosierkomponenten von der Behälterentleerung über Pufferspeicher und Mischkomponenten bis hin zum Dispenser ausgewählt und passend auf die zur Verwendung kommenden Medien ausgelegt werden, ist auch die Größe der Zelle sowie das Handlingsystem entsprechend den Bauteilgeometrien, den erforderlichen Genauigkeiten und Verfahrgeschwindigkeiten zu dimensionieren. In vielen Anwendungen – von der Automobilindustrie bis hin zur Solarmodulherstellung – sind Mehrachssysteme zum Handling des Dispensers die richtige Wahl. Der Camoline-Baukasten von Rexroth mit kombinierbaren Linear- und Mechanikkomponenten bietet die Möglichkeit zur maßgeschneiderten Anpassung.

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Frei kombinierbare Module

Kernkomponenten des Baukastens sind elektromechanische Linearmodule der Compact-Baureihe. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem Präzisions-Aluminiumprofil als Hauptkörper. Im Gehäuse integriert sind zwei Kugelschienenführungen mit vier Führungswagen für hohe Tragzahlen und Steifigkeit. Als Antriebsarten stehen Präzisions-Kugelgewindetriebe (CKK) mit spielfreier Mutter samt Festlager-Traverse aus Aluminium mit zweireihigem, vorgespanntem Schrägkugellager für eine hohe Positioniergenauigkeit zur Verfügung.

Mit identischen Anschlussmaßen erweitern Linearmodule mit Zahnriemenantrieb (CKR) die Anwendungsflexibilität durch hohe Verfahrgeschwindigkeiten. Für den einfachen Motoranbau über Zentrierung und Befestigungsgewinde am Antriebskopf bietet Rexroth genau auf die Linearsysteme abgestimmte, standardisierte Schnittstellen für die Motoren sowie den Anbau von Riemenvorgelege oder Planetengetriebe.

Rexroth IndraDyn Servomotoren in Schutzart IP65 kombinieren kompakte Bauform mit hoher Dynamik. Im Fall der Netzsch-Dosierzellen kommen Servomotoren der Baureihe MSK mit breitem Leistungsspektrum und feiner Baugrößenabstufung zum Einsatz. Die hohe Drehmomentdichte der Synchron-Servomotoren ermöglicht eine kompakte Bauform mit Maximal-Drehmomenten bis 230 Newtonmeter. Mit absolutem Hiperface Multiturn-Geber ausgerüstet verlieren die Motoren auch nach Spannungsabschaltung nicht die absolute Achsposition; damit entfallen Referenzierfahrten beim Neustart.

Einfache Verbindungstechnik

Camoline, der modulare Baukasten für Handlingsysteme von Rexroth, beinhaltet auch pneumatische Minischlitten (MSC) in abgestimmten Hubrastern sowie Drehmodule (RCM) und Greifer (GSP). Der besondere Clou ist die formschlüssige Verbindungstechnik, die für eine dauerhaft hohe Genauigkeit sorgt. Schon beim Basisaufbau vereinfachen zweireihige Zentrierbohrungen in einem einheitlichen Rastermaß in den bis zu 4.000 Millimeter langen Aluminium-Profilstreben die gesamte Konstruktion. Die Linearachsen werden direkt oder über standardisierte Verbindungsstücke mit Zentrierringen formschlüssig und ohne Justagearbeiten aufgenommen. Stützelemente in Winkelform vereinfachen die präzise Montage auf den Unterbau.

Zusammen mit der CNC-Steuerung IndraMotion MTX steht Netzsch eine komplette Produktpalette aus einem Haus zur Verfügung. Die frei kombinierbaren Module und Antriebsvarianten ermöglichen die Anpassung der Lineartechnik in den Dosierzellen an die jeweiligen Applikationsanforderungen. Außerdem ergänzt die Steuerung die digitale Antriebstechnik IndraDrive zu einem rundum abgestimmten Automatisierungssystem mit durchgängiger Plattform samt integrierter Sicherheitstechnik und SPS; hierin integriert Netzsch sogar die eigene Dosiersteuerung. Innovativ und ebenfalls modular aufgebaut ergänzt sie die Zellensteuerung mit Dosier-Know-how. Sie erleichtert auch die Parametrierung des Servoumrichters für den Dispenser ohne zusätzliche Programmiersoftware und ermöglicht einfaches Umschalten zwischen verschiedenen Regelparametern. pb

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