Prozesskrane in der Papierfabrik

Mehr Umschlag durch Tandembetrieb

Im Rollen-Versandlager der modernisierten Papierfabrik des österreichischen Unternehmens Laakirchen Papier kommen zwei Demag-Prozesskrane zum Einsatz. Durch die Installation von jeweils zwei unabhängig voneinander verfahrbaren Windwerkkatzen auf jedem Kran profitiert der Betreiber von zusätzlicher Flexibilität und erhöhten Umschlagleistungen.

Hohe Umschlagzyklen werden in dem neuen Lager der Laakirchen Papier auch ermöglicht durch zwei unabhängig voneinander verfahrbare Windwerkkatzen an den beiden Prozesskranen. (Bild: Demag)

Am Standort Laakirchen wird Laakirchen Papier als Teil der Heinzel Group Wellstoffe, Liner und Testliner produzieren. Aktuell wird die Papiermaschine PM10 für die Produktion von leichtgewichtigen Wellpappenrohpapieren auf Altpapierbasis umgebaut und modernisiert. Damit erhöht sich ihre Produktionskapazität nicht unerheblich. Gleichzeitig wird die Produktionskapazität von SC-Papieren für Magazine, Kataloge und Werbedrucke auf die Papiermaschine PM11 erweitert. Die daraus resultierende Investition in ein neues Papierrollen-Versandlager bildet einen wesentlichen Baustein der Wachstumsstrategie der Heinzel Group.

104 Rollenbewegungen pro Stunde

Das automatisierte Demag-Versandlager mit den beiden Prozesskranen nimmt den gesamten Ausstoß der Papiermaschine PM10 auf. Die beiden Demag-Krane mit je zwei unabhängig voneinander verfahrbaren Katzen sorgen auch in Stoßzeiten für hohe Umschlagleistungen. Die Windwerke sind mit Vakuumhebern ausgestattet, mit denen die unverpackten Papierrollen schnell und vor allem materialschonend ein- und ausgelagert werden können. Jeder einzelne Kran ist so ausgelegt, dass er Rollen mit bis zu 1.500 Millimeter Durchmesser, 3.300 Millimeter Breite und einem Maximalgewicht von 4,5 Tonnen paarweise oder einzeln ein- oder auslagern kann. Durch diese neuartige Technologie wird eine Systemleistung von 104 Rollenbewegungen pro Stunde erreicht. Die Inbetriebnahme des Lagers ist für Herbst 2017 geplant.

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Neben der begrenzten Fläche für die Lagerung der Papierrollen besteht bei diesem Projekt die Herausforderung in den auf fünf Werktage eingeschränkten Verladezeiten. Besonders zu Wochenbeginn, wenn das Rollenlager weit gefüllt ist, muss die zügige Abfertigung der abholenden Lkw gewährleistet sein. „Um die Spitzen in dem Papierlager abzuarbeiten, haben wir den Fokus zunächst auf die Reduktion der Kranfahrten gelegt. Das wurde mit der Installation von zwei Katzen auf jedem Kran erreicht“, so Dr. Thomas Bönker, Senior Vice President, Business Unit Process Solutions bei Terex MHPS. „Die hohen Leistungswerte erzielen wir auch, indem wir die schnellen Fahr- und Hubgeschwindigkeiten unserer Prozesskrane auf diese Zwei-Katz-Lösung übertragen konnten.“

Maximale Leistung und Verfügbarkeit im 24/7-Betrieb

Mittels Laser-Wegmesssysteme werden die Krane präzise über den durch das Lagerverwaltungssystem vorgegebenen Positionen positioniert. Für das Ansaugen der Papierrollen durch den Vakuumheber wird weniger als eine Sekunde benötigt. Die Hub- und Senkgeschwindigkeit beträgt 78 Meter pro Minute mit Last und 120 Meter pro Minute ohne Last. Auf einer Fläche von 2.700 Quadratmeter stapeln die Krane die produzierten Papierrollen turmartig bis zu einer Höhe von 15 Metern.

Das Lagerverwaltungssystem ermöglicht die hohe Systemleistung des Lagers mit hohen Umschlagzyklen. Das wird auch erreicht durch hohe Arbeitsgeschwindigkeiten und eine flexible Zuordnung der Fahrbereiche von beiden Kranen.

Das Lager kann bei einem Füllgrad von 80 Prozent rund 8.870 Tonnen Papier aufnehmen. Die Befüllung des Lagers erfolgt rund um die Uhr im 24/7-Betrieb. Ausgeliefert wird jedoch an nur 69,5 Stunden pro Woche. In der verbleibenden Zeit optimieren die vom Demag-Lagerverwaltungssystem gesteuerten Prozesskrane das Lager und bereiten bereits angemeldete Auslageraufträge vor. as

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