Vetter-Krananlagen bei Pfeiffer
Alles im Materialfluss mit neuen Kransystemen
Pfeiffer Chemie-Armaturenbau hat in den letzten drei Jahren den innerbetrieblichen Materialfluss und die Prozesse in der Produktion für die Zukunft flott gemacht. Dazu wurden neue Vetter-Krananlagen angeschafft, die für schnellere Durchlaufzeiten sorgen und durch verbesserte Ergonomie die Arbeit erleichtern.
Die Firma Pfeiffer Chemie-Armaturenbau wurde 1974 gegründet. Neben dem Armaturenbau hat sich das Unternehmen inzwischen auch auf die hochwertige Auskleidung von Stellventilen mit PTFE und PFA spezialisiert. Zum Produktportfolio gehören zudem Klappen und Kugelhähne aus Stahl, Edelstahl und Sonderwerkstoffen, wie beispielsweise Titan, Nickel, Hastelloy oder Duplex. Mit der sogenannten Molchsystemtechnik hat Pfeiffer ein zweites Standbein. Dabei handelt es sich um ein ausgetüfteltes System, mithilfe dessen Rohrleitungen vollständig entleert und gleichzeitig schnell und gründlich von innen gereinigt werden können. Das Pfeiffer-Produktsortiment kommt inzwischen weltweit zum Einsatz. Dabei gleicht ein Produkt selten dem anderen. Nahezu immer muss Armatur, Ventil, Klappe, Kugelhahn oder Molchsystem nach individuellem Kundenwunsch konstruiert und produziert werden. Am Stammsitz im niederrheinischen Kempen beschäftigt das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2015 einen Umsatz von 35 Millionen Euro. Die Kunden kommen sowohl aus der klassischen Chemie-, Öl- und Gasbranche als auch aus der Pharma- und Lebensmittelindustrie.
Dass die Kempener fit für die Zukunft sind, beweist der Auftragseingang. „Damit wir die Herausforderungen der Zukunft meistern und weiter wachsen können, haben wir kräftig investiert“, erklärt Bernd Jenner, Produktionsleiter bei Pfeiffer. Aus diesem Grund hat Pfeiffer in den letzten zwei Jahren die internen Strukturen schrittweise optimiert. Dazu wurden neue Abteilungen gegründet, ein neues automatisches Hochregallager mit Schmalgangstaplern errichtet, neue Krananlagen angeschafft sowie die internen Prozesse auf den Prüfstand gestellt. „Wir mussten unsere Produktion am Standort Kempen immer wieder erweitern“, so Jenner. Dazu ging Pfeiffer ans „Eingemachte“ und hat sich intern nach dem Lean-Management-Prinzip neu organisiert, um durch Prozessoptimierung die Effizienz zu steigern. Dazu habe man die Logistik unter die Lupe genommen und den internen Materialfluss durch geringere Transportwege verbessert.
Statt wie früher Teile in dezentralen Lagern an jedem Arbeitsbereich vorzuhalten, hat Pfeiffer ein neues zentrales Hochregallager errichtet, um die Materialbereitstellung für Produktion und Montagebereich zu optimieren. „Dabei haben wir uns jeden einzelnen Arbeitsplatz hinsichtlich Ergonomie angeschaut“, erklärt Jenner. Dabei zeigte sich, dass oft mit einfachen Maßnahmen schon eine große Wirkung erzielt wird. „Wir haben beispielsweise die Paletten auf Rollwagen gestellt, damit sich unsere Mitarbeiter nicht mehr bücken müssen“, so Jenner. „Um unsere Mitarbeiter beim Heben von schweren Teilen zu entlasten, haben wir für jeden Arbeitsplatz einen Kran angeschafft.“
Dabei gab es bauliche Besonderheiten zu beachten. Nahezu alle Hallenbereiche weisen eine geringe Hallenhöhe auf. Aufgrund der Statik des Hallendaches war der Einsatz von Brückenkranen ausgeschlossen. „Vetter Krantechnik konnte uns mit einem maßgeschneiderten Konzept – bestehend aus Säulenschwenkkranen für Einzelarbeitsplätze und dem Profi-Portalkransystem für die Dreherei und den Montagebereich – überzeugen“, so Jenner. Einen weiteren Ausschlag gab die Qualität der Vetter-Profi-Kransysteme: Die Tatsache, dass mit den warmgewalzten Stahlprofilen eine bessere Höhenausnutzung im Vergleich zu den Hohlprofilschienen des Wettbewerbes möglich war.
Maximale Raum- und Höhenausnutzung
Insgesamt hat Pfeiffer sieben Vetter-Säulen-Schwenkkrane und sieben Vetter-Profi-Portalkransysteme angeschafft. Die Säulen-Schwenkkrane kommen an kleinen, autarken Fertigungsinseln innerhalb der Produktion zum Einsatz, an denen Krane nur punktuell und räumlich begrenzt benötigt werden. Die Profi-Portalkransysteme sollten – unter Berücksichtigung einer optimalen Ausnutzung von Breite, Länge und Höhe des Bereiches – eine flächendeckende Bestreichung von mehreren Fertigungsinseln sicherstellen. Dies wird durch den Einsatz mehrerer Kranbrücken auf einem System sichergestellt. Hierdurch hat jeder Arbeitsplatz ein eigenes Hebezeug.
Sämtliche Kranbahnen bis 800 Kilogramm werden von Hand gezogen. Alle anderen sind in allen Achsen elektrisch verfahrbar. Die Kettenzüge sind elektrisch angetrieben und werden mit einem Bedienpanel gesteuert. Alle Hebezeuge sind mit einem Haken ausgestattet, in welche noch Hebeschlaufen oder andere Anschlagmittel eingehängt werden können. Dabei steht die Portalkrananlage auf eigenen Füßen. Es ist keine aufwändige Anbindung an die Gebäudekonstruktion erforderlich.
In der Dreherei zum Beispiel stehen mehrere Drehmaschinen hintereinander. Vor jeder Drehmaschine befinden sich Europaletten mit Teilen, die zur Bearbeitung per Kran entnommen und nach der Bearbeitung wieder auf die Palette zurückgelegt werden müssen. Die Arbeitsplätze sollten flächendeckend mit Kranen bedient werden. Dies wurde mit einem Profi-Portalkransystem mit drei Kranbahnen mit jeweils 800, 500 und 250 Kilogramm gelöst. Mithilfe des Krans erreichen die Mitarbeiter leicht jede Ecke der Europalette. Die Spannweite der Krananlage beträgt acht Meter.
Im Bereich der Säge sind die Arbeitsplätze ebenfalls hintereinander angeordnet. Hier werden Transportmittel für die Beschickung und Entnahme, zum Heben, Bewegen und Drehen der zu bearbeitenden Werkstücke benötigt. Dabei ist das Stangenrohmaterial bei Anlieferung sechs Meter lang und bis zu zwei Tonnen schwer. Um dies sicher ins Schubladenregal ein- und auszulagern, ist ausreichend Platz gefordert. Es durften keine Kranstützen im Weg sein. Mit dem Zweischienen-Portalkransystem der Baureihe P500 Olympia mit drei Kranbahnen mit einer Traglast von zwei Tonnen an der Materialannahme und jeweils 250 Kilogramm an den folgenden Kranbahnen wurde diese Vorgabe hervorragend erfüllt. Vetter hat hier mit einer Länge von zwölf Metern das maximal mögliche Feldmaß bei einer Spannweite von acht Metern erzielt. Bei der Kranbahn mit einer Traglast von zwei Tonnen war in der Höhe mehr Platz gefordert. Daher läuft hier die Kranbrücke im Gegensatz zu den anderen Kranbahnen oberhalb der Stützen. Für eine hohe Skalierbarkeit können die Kranbrücken ins Nachbarfeld fahren, so dass die Traglast auf 2.250 Kilogramm erhöht werden kann.
Optimale Raumausnutzung bei hoher Transparenz
In der circa 1.200 Quadratmeter großen Montage- und Prüfhalle baut und prüft Pfeiffer Armaturen, Kugelhähne und Klappen. Die Abläufe in der Halle sind äußerst transparent gestaltet. Auf der rechten Seite befinden sich die Montageplätze und links die Prüfstände. Dem Montagebereich angeschlossen ist das neue Hochregallager, das die Materialversorgung der Montagearbeitsplätze sicherstellt. Das Material wird auf Stellplätzen mit Auszugsregalen am Montageplatz vorgehalten. Das hier zum Einsatz kommende Vetter-Profi-Portalkransystem besteht im Montagebereich aus fünf Kranbahnen mit einer Traglast von jeweils 1.000 Kilogramm.
Auch im Prüfbereich sind alle drei Prüfstände mit eigenen Kranbahnen mit einer Traglast von 1.000 Kilogramm bestückt. Es besteht die Option, die Anlage bei Bedarf mit einem weiteren Kran nachzurüsten. Damit der Platz in der Halle optimal ausgenutzt wird, haben die insgesamt acht Kranbahnen eine gemeinsame Mittelstütze. Die Kranbrücken können, falls erforderlich, auch hier ins Nachbarfeld fahren. Dann steht eine Traglast von 2.000 Kilogramm zur Verfügung. Die Spannweite beträgt hier acht Meter, bei einer Feldlänge von fünf Meter. as















