Intralogistische Steuerung eines Förderzeugs durch Handbewegung
FiFi folgt der Geste
Berührungslos fährt ein Flurförderzeug durch die Produktionshallen. Gut, das ist nicht neu. Allerdings ist das Fahrzeug FiFi von Bär insofern eine Besonderheit, als dass es ohne Berührung durch Handbewegungen gesteuert werden kann.
Ganz klar, Handhubwagen oder Kommissionierfahrzeuge sind eine wesentliche Erleichterung beim Waren- und Teiletransport in der Produktion. Dennoch, diese Tätigkeit ist auch weiterhin mit körperlichen Belastungen versehen. Um sie zu verringern und die Ergonomie zu erhöhen, widmete sich das Forschungsprojekt FiFi des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) - Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) - den Möglichkeiten der anstrengungsfreien Fortbewegung und der Steuerung mittels Gesten. FiFi ist ein autonomes und dezentral gesteuertes Fahrzeug für den Einsatz in der Intralogistik. Ohne zentrale Steuerung wird es direkt vom Benutzer gesteuert oder führt mithilfe von Leitlinien selbstständig Transporte aus. Die Steuerung erfolgt durch Gesten des Benutzers über eine sogenannte virtuelle Deichsel. Der Benutzer hat keinen direkten Kontakt zu dem Fahrzeug. Durch einen integrierten Hubmechanismus wird die Bedienung zusätzlich erleichtert.
Zum Einsatz kommen verschiedene 3D-Kamerasysteme und Softwarebibliotheken. Sie machen FiFi zu einem Prototypen für den Transport von Kleinladungsträgern mit einer Fahrgeschwindigkeit von 1,6 Meter pro Sekunde. Außerdem erleichtert eine Hub- und Senkvorrichtung die richtige Höheneinstellung der Ware. Die 3D-Kamera ist dabei so angebracht, dass die Optik durch die Ladungsträger nicht verdeckt werden kann. Eine umlaufende Lichtleiste dient als Schnittstelle zum Benutzer und Gestengeber und signalisiert dem Bediener die Erkennung der Befehle und den Betriebszustand.
FiFi ist Plug&Play-fähig, das heißt ohne vorherige Programmierung oder Parametrisierung einsetzbar. Damit FiFi bei unterschiedlichen Bedarfen eingesetzt werden kann, gibt es vier Betriebsmodi. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. Grundsätzlich ist der Transporter in allen zentralen Prozessen der Intralogistik einsetzbar, vom Wareneingang über die Kommissionierung bis zur Verpackung und dem Warenausgang. Geeignet ist das Gerät vor allem bei Szenarien mit dynamischem Materialfluss, die eine hohe Flexibilität erfordern:
- Der Rangiermodus: FiFi wird durch Gesten manövriert. Eine Feinpositionierung zur Aufnahme oder Abgabe von Ladungsträgern wird ermöglicht.
- Der Folgemodus: Das Fahrzeug folgt einem sich bewegenden Nutzer. Der Nutzer hat beide Hände frei.
- Im Clustermodus folgt das Gerät selbstständig einer anderen Transporteinheit. Größere Warenmengen können transportiert werden.
- Der Linienfolgemodus folgt selbstständig einer Leitlinie. Der Nutzer kann das Fahrzeug an sein Ziel schicken .
Ein Einsatzbeispiel ist der Transport von Autocockpits bei einem britischen Automobilisten. Es wurden bereits insgesamt 46 Fahrzeuge geliefert. Die Geräte durchfahren dabei einen Rundkurs, der aus 21 Montagearbeitsplätzen und einem Entladeplatz bestehen. Vor der Montagelinie und dem Entladeplatz puffern die FTF auf. bw








