Kran-Assistenzsysteme
Krananlagen aus der Ferne und in Echtzeit überwachen
Die vierte industrielle Revolution verknüpft Maschinen mit Informationstechnik – eine Entwicklung, die auch das Lasthandling vereinfacht und beschleunigt. So arbeiten Krane und Hebezeuge intelligenter denn je – selbstständig oder im Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Dank der Vernetzung lassen sich Betriebszustände auch aus der Ferne beobachten, zum Beispiel mit dem StatusControl-Programm, das Demag mit im Logimat-Gepäck hat. Diese vorbeugende Art der Wartung soll der Verfügbarkeit und damit der Produktivität zugutekommen.
Die Vernetzung von industriellen Prozessen gehört in Produktion und Logistik zu den bevorzugten Innovationsthemen. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey lässt die zu erwartende Vernetzung in der Produktion bis 2025 das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 207 Milliarden Euro wachsen. Eine wichtige Rolle bei dieser Entwicklung spielen Krane und Hebezeuge. Sie sorgen als flurfreie Fördermittel für einen schnellen und reibungslosen Materialfluss.
So viel zur Theorie. In der Praxis kann das eine Steigerung der Produktionsmenge um 40 Prozent bedeuten – zumindest für die Coal Mining Machinery Group im chinesischen Zhengzhou. Dort bildet ein intelligenter Demag-Prozesskran mit Lagerverwaltungssystem das Herzstück der vollautomatisierten Blechbearbeitungsanlage. Der Kran transportiert Blechtafeln und versorgt mehrere Brenntische rund um die Uhr. Das Demag Warehouse Management System vernetzt die Anlage mit den vor- und nachgelagerten Produktionsschritten und synchronisiert die Arbeitsabläufe des Prozesskrans mit den Schneidanlagen. Der Vorteil für das chinesische Bergbautechnik-Unternehmen: ein verbesserter Materialfluss, der die Produktionsmenge in diesem Bereich um die besagten 40 Prozent ansteigen ließ.

Nicht nur optisch ein Leckerbissen
In einem neuen Showroom in Lingen (Ems), Niedersachsen, entwickelt und präsentiert die Rosen Gruppe ihre Durchflussmesstechnologie: das „ROSEN EMAT Flowmeter“. Für die regelmäßigen Umbauten an der Prüf- und Messanlage suchte das Unternehmen einen Laufkran, der nicht nur technisch, sondern auch optisch in die moderne Halle passte.
Während also, wie das Beispiel aus Fernost zeigt, vollautomatisierte Krane oder Hebezeuge zwar schon erfolgreich im Einsatz sind, lohnen sich für viele Unternehmen vollautomatisierte Systeme wirtschaftlich (noch) nicht. „Aus diesem Grund werden Kran-Assistenzsysteme bei der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine immer wichtiger“, meint Lutz Dowy, Vice President Global Product Management & Process Cranes, Terex Material Handling (MH). Der Grund: Kran-Assistenzsysteme können die Sicherheit, Effizienz und Ergonomie beim Betrieb von Kranen und Hebezeugen erhöhen.
Intelligenz schafft Flexibilität
Die intelligente Steuerung SafeControl der Terex-Tochter Demag zum Beispiel ist für eine Erhöhung der Betriebssicherheit und eine effizientere Produktion entwickelt worden. Mit ihr lassen sich zahlreiche technische Features realisieren, wie ein Beispiel aus Niedersachsen zeigt: Bei Butting, Spezialist für Edelstahl-Rohre, -Komponenten und Behälterbau aus Knesebeck, spielt der flexible Tandembetrieb der acht eingesetzten Demag-V-Profilkrane die entscheidende Rolle. Auf Basis der intelligenten Steuerung ist der Wechsel zwischen Einzel- und Tandembetrieb leicht und flexibel zu realisieren. „Dank dieser Lösung können wir in unseren neuen Hallen in Abhängigkeit der Prozesse entscheiden, wie wir die Krane paarweise zuordnen“, erklärt Klaus-Dieter Gaschler, bei Butting zuständig für die Instandhaltung der installierten Kran- und Hebetechnik. „Damit erzielen wir die für uns maximale Flexibilität.“
Wie der tägliche Betrieb entwickelt sich mit der fortschreitenden Vernetzung auch die notwendige Wartung von Krananlagen weiter. Mit StatusControl hat Terex MH eine Diagnoselösung für Krananlagen entwickelt, die kontinuierlich alle aktuellen Betriebsdaten erfasst und in Echtzeit bereitstellt. Zusätzlich analysiert das System anhand von Vergleichsdaten und vordefinierten Grenzwerten den Zustand der Krane und Hebezeuge und zeigt in Form eines Ampelsystems an, an welcher Stelle akuter Handlungsbedarf besteht. Auch von unterwegs können Anwender mit mobilen Endgeräten jederzeit auf alle betriebsrelevanten Daten zugreifen. Klaus-Dieter Gaschler ist jedenfalls überzeugt: „Mit Demag StatusControl erhalten wir die relevanten Daten gut aufbereitet und bei Bedarf rund um die Uhr. So sind wir in der Lage, Zustände mit einem Blick zu erfassen, Serviceeinsätze vorausschauend zu planen und letztendlich die Verfügbarkeit der Krananlagen noch weiter zu erhöhen.“
Unter dem Strich reduziert sich der Überwachungsaufwand erheblich. „Mit StatusControl behalten Unternehmen jederzeit den vollen Überblick über den Betriebszustand ihrer gesamten Krananlagen“, sagt Carolin Paulus, Vice President Demag Service bei Terex Material Handling. Das Fernwartungssystem lässt sich sogar für Krane und Krankomponenten anderer Marken und Hersteller nutzen.
Ziel: Eigenständigkeit
Bei den Möglichkeiten der Automatisierung kann die Kran- und Hebetechnik aber noch viel mehr erreichen. „Industrie 4.0 wird die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten und produzieren, von Grund auf verändern“, sagt Susanna Schneeberger, Vice President & Managing Director von Terex MH. „Heute tragen intelligente Materialfluss-Lösungen zu dieser Entwicklung bei. In Zukunft werden Krane und Seilzüge sogar selbst Entscheidungen treffen.“ cs
Logimat, Halle 9, Stand 9C21










