Still-Liftrunner an der Uniklinik Mainz
Das Klinikessen kommt mit dem Routenzug
Zwei Liftrunner-Routenzüge von Still beliefern im Rundverkehr die mehr als 60 Kliniken, Institute und Einrichtungen der Universitätsmedizin Mainz mit Speisen und frischer Wäsche. Zur mühelosen Verladung und Schutz der Trolleys im Fahrbetrieb wurden C-Rahmen-Anhänger mit patentierten Bodenwannen konstruiert und angefertigt.
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist das einzige Universitätsklinikum in Rheinland-Pfalz. Sie bietet als international anerkannter Wissenschaftsstandort das gesamte Spektrum einer fortschrittlichen Medizin und ist mit 7.500 Mitarbeitern größter Arbeitgeber der Region.
Im Catering-Service beliefern die beiden Liftrunner von Still dreimal täglich verschiedene Einrichtungen und Kliniken mit Mahlzeiten. Bernd Broszehl, Leiter der Zentralen Dienste: „Ab 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends sind unsere Routenzüge ständig unterwegs. Für 1.500 stationäre Patienten werden bis zu 4.500 Mahlzeiten morgens, mittags und abends von der Küche zu den Klinik-Stationen geliefert. Damit die Getränke gekühlt und Speisen warm serviert werden können, sind die Speisewägen jeweils mit einem elektronisch geregelten Warmhalte- und einem Kühlhalte-Aggregat ausgerüstet.“
Zum Transport im jeweiligen Klinikgebäude ist die maximale Größe der Trolleys durch die Aufzüge und durch die verschiedenen Engstellen festgelegt. Daraus resultieren auch die Maße für die Bodenwannen und C-Rahmen-Anhänger, die je nach Ankopplungsrichtung bis zu zwei Trolleys rechts oder links aufnehmen können. Die beiden Routenzüge bestehen jeweils aus einem kraftvollen R07-Elektro-Schlepper und drei wendigen C-Rahmen-Anhängern. „Auf den Touren wird frische Wäsche an die Klinik-Stationen geliefert und gebrauchte Wäsche an den Bahnhöfen der Kliniken abgeholt. Bis zu neun Tonnen fahren wir tagtäglich zur Wäscherei“, ergänzt Broszehl.
Beim Routenzug wird durch die C-Rahmen-Deichsel die Lenkbewegung auf alle Räder übertragen. Damit ist nicht nur eine hohe Spurtreue bei höheren Geschwindigkeiten, Bremsmanövern und Rampenfahrten sichergestellt, sondern auch die Stabilität der Rahmen bei starken Lenkeinschlägen. Durch die elastische Bereifung der C-Rahmen werden Bodenunebenheiten gut kompensiert. Uwe Schmitt, Teamleiter Versorgungsmanagement, fügt hinzu: „In engen Kurven bleibt beim Routenzug von Still der Kurvenradius erhalten. Unfälle, Elektronik-Defekte der Speisewägen durch starke Erschütterungen sowie Abnutzung und Beschädigungen der Trolley-Räder werden dadurch weitgehend vermieden. Daneben sind die Abrollgeräusche nicht so laut wie bisher.“ Ferner ist der Liftrunner mit dem zusätzlichen Wetterschutz das ideale Transportmittel für den Außeneinsatz.
Bodenwannen erleichtern Verladung
Die C-Rahmen wurden in Größe und Tragfähigkeit nach den Bedürfnissen der Zentralen Logistik entwickelt und konstruiert. Auch Sicherheitskonzepte mit Lichtschranken wurden dabei umgesetzt. Regionalverkaufsleiter der Still-Niederlassung Frankfurt, Andreas Bade: „Beim Betreten des R07-Schleppers werden mittels der Betätigung des Hydraulik-Schalters alle Rahmen automatisch angehoben und beim Verlassen wieder abgesenkt. Dies erklärt auch den Namen Liftrunner. Die sorgfältig entgrateten Edelstahlwannen werden so auf das Niveau des Bodens absenkt, und die Trolleys lassen sich anschließend mit geringem Kraftaufwand vom Ladungsträger ziehen. Damit ist die Elektronik der Speisewägen im Fahrbetrieb geschützt, und die Laufrollen werden geschont und nicht beschädigt.“
Der elektrische R07-Schlepper ist ideal für die Bewältigung der Steigungen und bietet Platz für zwei Personen, die für die schnelle Auslieferung der Speisewägen auf den Stationen der Kliniken auch benötigt werden. Die Leistung der Batterie reicht für einen ganzen Arbeitstag. Über Nacht wird frische Energie getankt.
Ladungssicherung und Straßenzulassung
Behältnisse für die Post, Stickstoff, Flaschengas und Kabeltrommeln ergänzen das Transport-Spektrum der beiden Liftrunner. Mit Abstandshaltern und Sicherungsbügeln werden die Ladeeinheiten in den Wannen während der Fahrt gesichert. Für die unterschiedlichen Behältnisse wurden die Sicherungsbügel vereinheitlicht. Während des Beladens werden sie senkrecht gestellt. Klemmvorrichtungen schützen vordem „Bügelfallen“. Alle Behälterbügel sind mit dem R07 elektronisch verbunden. Falls vor dem Losfahren ein Bügel nicht heruntergeklappt wurde, kann der Schlepper nicht aktiviert werden. Im Fahrbetrieb besteht also keine Verletzungsgefahr durch senkrecht gestellte Behälterbügel oder fehlende Ladungssicherungen.
Für das sichere Fahren auf dem Klinikgelände und an den Kreuzungen der Tiefgaragen sowie Ausfahrten zu den Außenbereichen des Klinikgeländes haben die Liftrunner eine Zulassung zum öffentlichen Straßenverkehr. Die beiden R07-Zugfahrzeuge und die C-Rahmen-Anhänger wurden dazu mit Blinkern, Brems- und Rückfahrlichtern sowie Nummernschildern ausgerüstet.
Für die Transporte zu den Einrichtungen und Kliniken im Außenbereich des Klinikgeländes werden lediglich zwei Anhänger benötigt. Mit einem zusätzlich installierten Absperrventil lässt sich die Hydraulik für die Vierradlenkungen der C-Rahmen unterbrechen und ein Anhänger leicht abkoppeln. Gerd Knehr/as














