Kardex-Lagerlifte für Spritzgusswerkzeuge
Paul Henke geht durch die Decke
Rund 1,8 Milliarden Artikel aus Kunststoff und Zink produziert Paul Henke pro Jahr für die Möbelindustrie. Mithilfe von Lagersystemen von Kardex Remstar und seinem Industriepartner Intertex stehen mehr als 3.000 Werkzeuge für die Spritzgussfertigung sowie weitere Materialien im Handumdrehen bereit.
Weithin sichtbar ragt der Lagerturm über dem Firmengebäude von Paul Henke im ostwestfälischen Löhne in die Höhe. Im Inneren des Turms befinden sich drei Lagerlifte Towermat von Intertex mit 23,80 Metern Höhe. Rund 3.000 Werkzeuge für die Spritzgussfertigung von Paul Henke werden dort gelagert und bereitgestellt. Dabei reicht die Spanne von 50 Kilogramm Gewicht pro einzelnes Werkzeug bis hin zu 1,5 Tonnen. Eine Trägereinheit des Towermats fasst bis zu fünf Tonnen Gewicht, die drei Lagertürme zusammen können bis zu 915 Tonnen aufnehmen. Und das auf einer Grundfläche von nur 55 Quadratmetern. „Um mehr Raum zu schaffen, sind wir buchstäblich durch die Decke gegangen“, erklärt Thomas Wittenbreder, Technischer Betriebsleiter bei Paul Henke.
Im Towermat holt ein mittig geführtes Regalbediengerät die schweren Teile von ihrem Lagerplatz im Turm und bewegt sie nach dem Prinzip „Ware zur Person“ automatisch nach unten. Mithilfe eines Hallenkrans werden die Spritzgusswerkzeuge ausgelagert und in die Spritzgussfertigung transportiert, wo die Maschinen je nach Auftrag mit den Werkzeugen gerüstet werden. In der Fertigung von Paul Henke entstehen aus 7.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr unzählige Abdeckklappen, Blendenhalterungen, Bodenträger, Laufleisten und Möbelfüße. Das Hauptprodukt sind Sockelfußsysteme für die Küchenindustrie. Davon produziert Paul Henke rund 55 Millionen pro Jahr.
„Früher mussten wir lange Wege zurücklegen, um die passenden Werkzeuge für einen Auftrag aus dem Lager zu holen. Heute bekommen wir das richtige Werkzeug auf Knopfdruck. Ab da dauert es bis zum fertigen Produkt nur noch eine Stunde“, fasst Wittenbreder die Vorteile der automatisierten Lösung zusammen.
Produktionsnahe Versorgung
Diversifikation bei den Küchenherstellern bedeutet auch eine wachsende Produktpalette bei Paul Henke. Dafür entstehen in der Abteilung Werkzeugbau jedes Jahr 100 neue Spritzgusswerkzeuge. Damit die Mitarbeiter alle für Neubau und Wartung benötigten Teile schnell greifbar haben, wurde in unmittelbarer Nähe zu den Werkbänken ein Lagerlift von Kardex Remstar installiert. Das Werkzeuglager ist für Leichtteile mit einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm pro Tablar ausgelegt.
Kardex Remstar ist Anbieter von automatisierten Lager- und Bereitstellungslösungen für Kleinteile und Leichtgut. Seit 2008 bietet das Unternehmen hauptsächlich in Deutschland auch Intertex-Anwendungen für die Lagerung von Werkzeugen, Langgütern, Blechen, Paletten oder Gitterboxen an. Das Geschäftsmodell wird ab 2015 auf internationale Märkte ausgeweitet – eine ideale Kooperation der beiden Unternehmen. Denn Intertex fängt dort an, wo Kardex Remstar aufhört: bei Gütern mit extremen Maßen und hohen Gewichten, beispielsweise bis zu 5.000 Kilogramm Trägerzuladung beim Towermat. Kunden wie Paul Henke bekommen so ein Produktportfolio mit passgenauen Lösungen für verschiedene Anwendungen über nahezu alle Gewichtsklassen.
Mehr Flexibilität in der Produktion
Neben den Werkzeuglagerliften setzt Paul Henke auch noch weitere Systeme von Kardex Remstar ein. In der Farbabteilung werden in zwei Lagerliften rund 7.000 verschiedene Farben bereitgehalten, um flexibel und schnell auf die wechselnden Möbeltrends reagieren zu können. Zwei weitere Lagerlifte in der Abteilung Qualitätssicherung bewahren Muster von allen produzierten Teilen auf.
„Die Lagerlösungen von Kardex Remstar und Intertex sparen uns nicht nur viel Platz, sondern haben auch unsere Prozesse wesentlich effizienter gemacht“, sagt Thomas Wittenbreder. Der Betriebsleiter hat bereits weitere Verbesserungen im Auge. Demnächst will er ermitteln, wie oft ein Werkzeug ausgelagert wird, um die Lagerplätze zu optimieren. Diejenigen Werkzeuge, die häufig im Einsatz sind, sollen unten eingelagert werden, damit der Weg zur Entnahme möglichst kurz ist. Mit den Lagersystemen von Kardex Remstar und Intertex sieht sich Paul Henke gut für weiteres Geschäftswachstum gerüstet. Der Platz für einen vierten Towermat ist bereits reserviert. bw













