Fleisch in der Tiefkühllogistik
Stapler im eiskalten Klimastress
Coldstore Hamm betreibt Tiefkühllager in Hamm und Oer-Erkenschwick sowie im niederländischen Hengelo. Ein eigenes Zolllager gewährleistet die reibungslose Abfertigung beim Import und Export in Länder der Europäischen Gemeinschaft, die Russische Förderation, China und viele andere Länder dieser Welt. Angesichts der hohen Kühlleistung stellen Tiefkühllager besondere Ansprüche an bauliche Maßnahmen, insbesondere die effiziente Nutzung der Grundfläche. In diesem Zusammenhang wurde ein kompaktes Schwerlastverschieberegal mit Platz für 17.000 Paletten im Tiefkühllager errichtet. Vor der Einlagerung des tiefgefrorenen Stückgutes, wird das Schweinefleisch in Teilstücke zerlegt und in Kartons verpackt. Danach wird es in kürzester Zeit unter hoher Luftzirkulation bei Temperaturen bis zu minus 36 Grad Celsius tiefgefroren. Durch dieses Schockfrosten bilden sich im Vergleich zum klassischen Einfrieren Mikro-Eiskristalle, welche die Zellstruktur des Gefriergutes nicht zerstören. Das Fleisch ist dadurch lange haltbar und die Aromen bleiben erhalten. Im Jahr 2003 nahm Coldstore das erste Kühlhaus in Hamm in Betrieb. 2010 kamen eine neue Tiefkühlhalle mit einer zwölf Meter hohen Verschieberegalanlage sowie weitere Einfrierbereiche hinzu. Täglich werden heute 400 Tonnen kartoniertes Stückgut in den Schockfrostern tiefgefroren und in die Verschieberegale der beiden Tiefkühlhallen eingelagert. Diese sind durch Kälteschleusen von den klimatisierten Bereichen getrennt. Weitere 400 Tonnen tiefgefrorenes Stückgut werden ausgelagert und in der Vorzone der Tiefkühlbereiche zum Verladen bereitgestellt. Zudem werden etwa 200 Tonnen im Kühlhaus Tag für Tag befördert. Geschäftsführer von Holger Schäfer unterstreicht: "Rund 1.500 innerbetriebliche Transporte führen wir täglich im Drei-Schicht Betrieb durch. Das sind jährlich nur für den Export nahezu 100.000 Tonnen tiefgefrorenes Stückgut. Für diesen enormen Warenumschlag benötigen wir zuverlässige und jederzeit verfügbare Transportfahrzeuge und Lagertechnikgeräte.¿
Erhöhte Flexibilität
Bereits seit vielen Jahren ist Still Partner für die Intralogistik. Holger Schäfer über die Zusammenarbeit: "Damit wir den enormen Umsatzzuwachs auch in Zukunft weiterhin bewältigen können, haben wir mit Still eine Full-Service-Nutzungsüberlassung für die Staplerflotte vereinbart. Die Vorteile liegen auf der Hand: ImFull-Service sind die Fahrzeuge jederzeit verfügbar. Falls doch einmal ein Stapler ausfällt, ist durch die nahe Niederlassung in Dortmund ein echter 24-Stunden-Service an über 300 Tagen im Jahr gewährleistet. Der verantwortliche Verkaufsberater von Still, Samir Alic, ergänzt: Die wartungsfreie Drehstromtechnik in unseren Fahrzeugen sorgt für eine hohe Verfügbarkeit. Mit der Full-Service Nutzungsüberlassung übernehmen wir alle regelmäßigen Wartungsarbeiten. Etwaige auftretende Fehler werden mit den integrierten Diagnosesystemen ermittelt. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit und führt zu reduzierten Betriebskosten. Ferner steuert das Energieeffizienzprogramm Blue-Q die elektrischen Verbraucher unserer Fahrzeuge ¿ so wird zum Beispiel beim Verlassen der Fahrerkabine die Heizung einfach abgestellt."
Für die tiefen Temperaturen gewappnet
Anhand der großen Temperaturunterschiede zwischen den Frische- und Tiefkühlbereichen werden die Fahrzeuge durch Vereisungen und Bildung von Kondenswasser besonders beansprucht. Durch Kälteschleusen werden die Paletten in die Tiefkühlbereiche befördert. Dort warten bereits kompakte und wendige Schubmaststapler FM X-20 von Still. Hydrauliköl und Hydraulikleitungen der Schubmaststapler sowie die gesamte Fahrzeugausstattung sind für Temperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius ausgerüstet. Ketten und Leitungen des Dreifach-Freisichthubgerüsts haben eine sehr gute Durchsicht und ermöglichen von der beheizten Fahrzeugkabine mit spezieller Isolier-Verglasung das Scannen der Barcodes in Gabelrichtung. Auf dem fest installierten Terminal in der Kabine wird sogleich der Lagerplatz angezeigt. Beim Transport zur entsprechenden Gasse erlaubt die schmale Mastkonstruktion eine optimale Vorbeisicht. Ohne Umgreifen werden die hydraulischen Funktionen mithilfe des ergonomischen Joysticks bedient und die Palette sicher eingelagert. Im automatisierten Schwerlastverschieberegal werden die Stückgut-Paletten nach dem FIFO-Prinzip bis zu einer Höhe von zwölf Metern ein- und ausgelagert. Weitere von Still für den Winter-Einsatz ausgerüstete Elektro-Stapler RX 20 werden insbesondere zur Einlagerung der Stückgut-Paletten in den Schockfrostern eingesetzt. Nach dem schnellen Einfrieren werden die Paletten mit dem tiefgefrorenen Stückgut zu den Rollenförderern der beiden Tiefkühllager transportiert. Die in der Vorzone der Tiefkühlbereiche bereitgestellten Paletten werden ohne Unterbrechung der Kühlkette mit elektrischen Niederhubwagen EXU-S zu den Frachtcontainern der LKW transportiert und verladen. Die Fahrzeuge von Still sind für die tiefen Temperaturen in den Kühlhallen ebenfalls mit dünnflüssigen Hydraulikölen ausgerüstet. Speziell für den Einsatz im LKW und in beengten Räumen wurde die Rahmenform der Niederhubwagen mit Fahrerstandplattform von Still entwickelt. Besonders die Kantenform unterstützen das Überfahren von Rampen und das Einfahren in den Lkw. Die Spitzen und Unterseiten sind als Gleitkufen ausgebildet und verhindern ein Hängenbleiben an Übergängen. Bis zu 2,5 Tonnen schwere Paletten werden mit dem einem Klemm-Palettenschieber des Still Elektro-Staplers RX 60 verladen.
Mit dem Report die Kosten im Blick
Die Web-basierten Applikationen: Der StillReport liefert übersichtlich alle notwendigen Informationen zur Organisation, Analyse und Optimierung einer gesamten Staplerflotte. Die Betriebsstunden der einzelnen Fahrzeuge werden mit einem Zähler im Stapler erfasst. Zur Berechnung der Nutzungsdauer hat die Messung der Einsatzzeit eine große Bedeutung. Sie bildet die Basis für die Kostenabrechnung der Full-Service Mietraten und zur Ermittlung des Restwertes der Stapler. Überdies werden durch die richtige Ermittlung der Nutzungsdauer Gefährdungspotenziale für die Staplerfahrer ausgeschlossen, da Wartungen und Instandsetzungen rechtzeitig durchgeführt werden. Holger Schäfer hebt hervor: "Das Web-basierte Softwaretool von Still ermöglicht einen schnellen Überblick über die gesamte Fahrzeugflotte. Anhand der Ist-Analyse und Wartungspläne wissen wir jederzeit den Fahrzeugzustand und Einsatzort. Außerdem haben wir mit dem StillReport die Kosten für die Service- und Mietraten immer im Blick." Zusätzliche Analysefunktionen ermöglichen eine effizientere Planung der Fahrzeugeinsätze. Optimierungspotenziale lassen sich ermitteln und die Maßnahmen zur Einsatzoptimierung einfacher umsetzen und überprüfen. Gerd Knehr/bw









