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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fördertechnik

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Als das Hochregallager des Antriebstechnikspezialisten Getriebebau Nord aus Expansionsgründen nicht mehr den Anforderungen in Bezug auf die nun erforderlichen Durchsatzraten entspricht, gestaltet das Unternehmen im Rahmen einer Verdoppelung der Lagerkapazitäten unter anderem die Vorzone des Lagers neu: Zum Einsatz kommt dort nun das Sorting Transfer Vehicle (STV) von Daifuku. Der Anbieter tauschte bei der Erweiterung des Lagers um fünf weitere Gassen zudem den bestehenden Materialflussrechner und das Lagerverwaltungssystem aus.
Das Lager im Überblick.

Getriebebau Nord zählt weltweit zu den führenden Herstellern von mechanischer und elektronischer Antriebstechnik. Wellen, Motoren, Rohguss, fertig bearbeitete Gussteile und Zahnräder werden in standardisierten Verpackungseinheiten wie Gitterboxen und Europaletten in einem Hochregallager gelagert. Dieses Lager am Hauptsitz Bargteheide wurde 2005 in Betrieb genommen. Durch die starke Expansion des Unternehmens entsprach das Lager jedoch schon nach wenigen Jahren nicht mehr den Anforderungen in Bezug auf die nun erforderlichen Durchsatzraten. Im Rahmen einer Verdopplung der Lagerkapazitäten gestaltete das Unternehmen deshalb Ende 2009 unter anderem die Vorzone des Lagers neu: Zum Einsatz kommt dort das Sorting Transfer Vehicle (STV) von Daifuku. Darüber hinaus tauschte der Anbieter bei der Erweiterung des Lagers um fünf weitere Gassen den bestehenden Materialflussrechner und das Lagerverwaltungssystem aus.

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Häufige Störungen

Der Einsatz von Gitterboxen als Ladungsträger bringt im Lageralltag für die Betreiber verschiedene Einschränkungen mit sich: Gitterboxen verziehen sich im Laufe der Zeit häufig und haben dadurch hohe Punktlasten, die bei konventioneller Fördertechnik zu Problemen führen können. Auch der Antriebsexperte hatte vor diesem Hintergrund oft mit Störungen zu kämpfen, die eine Unterbrechung des Transports zur Folge hatten und von den Mitarbeitern manuell behoben werden mussten. Darüber hinaus konnte die Leistung der nur wenige Jahre alten Fördertechnik mit dem kontinuierlich steigenden Durchsatz des Lagers nicht mehr Schritt halten. 2009 wurde die Betriebsfläche des Unternehmes am Stammsitz Bargteheide fast verdoppelt. Anfang 2010 sollten die Hochregallagerkapazitäten von 8.000 auf 16.000 Palettenplätze verdoppelt werden. Für die Verantwortlichen war klar, dass dies mit der vorhandenen Fördertechnik nicht umsetzbar war. Sie suchten deshalb intensiv nach einer Lösung, bei der möglichst viele Bestandteile der vorhandenen Lager- und Fördertechnik weiterverwendet, gleichzeitig die Leistung der Anlage jedoch erheblich gesteigert werden konnte. Neben dem angestrebten höheren Durchsatz bedeutete dies auch, dass die neue Anlage für 1,5 Tonnen Gewicht konzipiert werden sollte. Mit der Entwicklung verschiedener Konzepte für die Erweiterung des Hochregallagers und dessen fördertechnische Anbindung an die Kommissionierzone sowie mit der Ausschreibung und Begleitung des Projekts beauftragte Getriebebau Nord die BMT Planungsgesellschaft mit Sitz in Hamburg.

Anbieterauswahl

"Wir haben uns gemeinsam mit BMT Referenzprojekte unterschiedlicher Anbieter angesehen und uns unter anderem aufgrund der Technologie und der zu erreichenden Fahrgeschwindigkeit sowie der entsprechend hohen Förderleistung für einen STV-Loop von Daifuku entschieden", erläutert Ullrich Küchenmeister, geschäftsführender Gesellschafter von Getriebebau Nord. Nachdem die Entscheidung gefallen war, erstellte BMT die Detailplanung für die Lagererweiterung und begleitete diese bis zur Inbetriebnahme. Integriert wurde ein STV-Loop aus acht schienengeführten Fahrzeugen mit Kettenförderern, der den Wareneingang und den Warenausgang mit den inzwischen zehn Gassen des automatisierten Palettenlagers und den Kommissionierplätzen verbindet. "Da die schienengeführten STV-Fahrzeuge jeweils eine Gitterbox aufnehmen und während des Transportvorgangs 'tragen', sind Störungen, wie sie bei der konventionellen Fördertechnik häufiger vorkamen, ausgeschlossen", erläutert Gunther Röcher, Vertriebsmitarbeiter bei Daifuku. "Die hohen Geschwindigkeiten von 160 Metern pro Minute im beladenen Zustand und 200 Metern pro Minute bei Leerfahrten ermöglichten zudem eine enorme Leistungssteigerung." Das STV transportiert auf diese Weise aktuell 270 Gitterboxen pro Stunde. Durch die Integration von bis zu vier weiteren STV-Fahrzeugen kann Getriebebau Nord die Anlagenleistung problemlos um 130 Transporte pro Stunde erhöhen. So ist das Lager auch langfristig für die Expansionsstrategie des Unternehmens gerüstet. Davon abgesehen lieferte und integrierte Daifuku zehn an den STV-Loop angebundene Kommissionierplätze, die Fördertechnik im Warenein- und -ausgang sowie die Gassenfördertechnik. Für die zentrale Steuerung des Materialflusses und eine effiziente Verwaltung der Lagerbestände implementierte der Daifuku-Partner Sysmat die Materialflussrechnersoftware Matcontrol sowie das Lagerverwaltungssystem Mat-WMS.

Lagererweiterung bei laufendem Betrieb

Ursprünglich bestand das Hochregallager in Bargteheide aus fünf Gassen mit drei kurvengängigen Regalbediengeräten. Diese Anlage ergänzte Getriebebau Nord in der baulich erweiterten Halle durch fünf Gassen und drei zusätzliche kurvengängige Regalbediengeräte. Die neuen Gassen wurden über die zentrale Materialflusssteuerung Matcontrol an das STV und die zehn Kommissionierplätze angebunden. In der ersten Phase implementierte Sysmat das neue Lagerverwaltungssystem. Im nächsten Schritt wurden alle Waren aus dem alten in den neuen Teil des Hochregallagers umgelagert. Im zweiten Schritt modernisierte Material-Handling-Experte Daifuku die Vorzone durch den Austausch der herkömmlichen Fördertechnik gegen den STV-Loop. An nur einem Wochenende wurden anschließend die fünf Gassen der Altanlage an das STV angebunden. "Neben der hohen Transportleistung des STV war das Realisierungskonzept ein ausschlaggebender Grund, warum wir uns für den Anbieter Daifuku entschieden haben. Eine Umsetzung im laufenden Betrieb war uns sehr wichtig und der reibungslose Ablauf der Lagererweiterung hat uns in dieser Entscheidung bestätigt", erklärt Küchenmeister.

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