Alpine Intralogistik

Der Germknödel kommt per Routenzug

Im Restaurant Giggijoch kann man auf 2.283 Metern Höhe bei minus 12 Grad in den Ötztaler Alpen frischen Kuchen, Germknödel und Erdbeeren bestellen. Eine logistische Meisterleistung, die ein Routenzug von Linde Material Handling ermöglicht.

An einer Stelle im Versorgungstunnel fährt der Factory Train in S-Form um die Kurve. (Bild: Linde)

Während des Saisonbetriebs werden auf dem Giggijoch in Sölden (Österreich) jeden Tag rund 4.000 Gäste mit Speisen und Getränken versorgt. Aber wie werden täglich rund 2.000 Kilo frische Lebensmittel in die Höhe gebracht? Das Geheimnis: Unter der Piste verläuft ein 150 Meter langer Tunnel, der die Bergstation mit dem Bergrestaurant Giggijoch verbindet. In diesem Tunnel ist ein Linde Factory Train FT10 Compact unterwegs. Ein ungewöhnlicher Einsatzfall, kommen Routenzugsysteme in der Regel doch in Industriebetrieben zum Einsatz, wo sie im modern getakteten Materialfluss unterschiedliche Güter innerhalb von Produktionshallen sowie im Außenbereich transportieren.

Der Linde Factory Train Compact ist ein modular aufgebautes Routenzugsystem. Ganz vorne befindet sich ein Schlepper, wobei unterschiedliche Modelle mit Zugleistungen bis 25 Tonnen möglich sind. Direkt dahinter kommt das Anfangsmodul, an das ein oder mehrere Lastmodule gekoppelt sind. In diese Lastmodule werden Paletten-Rollgestelle eingeschoben, verriegelt und die Lastmodule anschließend angehoben.

Die Stärken des Factory Trains sind laut Linde seine Wendigkeit, der geringe Platzbedarf sowie die Spurtreue. Auch im Versorgungstunnel gibt es enge Passagen, einmal geht es sogar in S-Form um die Kurve. Überdies ist der Fahrweg sehr schmal: Zwischen Zug und Wand ist oftmals nur eine Handbreit Platz. Außerdem müssen im Tunnel Steigungen von bis zu 15 Prozent bewältigt werden.

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Dass der Routenzug trotzdem mit seinen zwei Lastmodulen durch den Tunnel manövrieren kann, liegt daran, dass alle Räder mitlenken. Zudem weiß der Fahrer dank neongelber Pfeilmarkierungen an den Wänden, wann er welche Lenkbewegung machen muss. Für Sicherheit im Einsatz sorgen zudem die automatische Schlepperverriegelung bei abgesenktem Warenträger sowie die reduzierte Geschwindigkeit während der Kurvenfahrt.

Im Restaurant Giggijoch in den Ötztaler Alpen. (Bild: Linde)

Seit Herbst 2016 ist die kompakte Version des Factory Trains auf dem Giggijoch im Einsatz. Manuel Köll, stellvertretender Betriebsleiter bei den Bergbahnen Sölden, ist begeistert: „Wir haben ein Fahrzeug gesucht, das mit den Gegebenheiten umgehen kann, das Gewicht und vor allem die Steigung bewältigt“, sagt Köll. Die Lösung von Linde sei perfekt: „Die Anhänger sind konkurrenzlos“, sagt Köll, „wir können sämtliche Waren vom Lkw in die Gondel und in den Routenzug laden, ohne dafür die Warenträger wechseln zu müssen.“ as

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