Berufskleidung

Andreas Mühlbauer,

Haben Mitarbeiter ein Mitspracherecht?

Einheitliche Berufskleidung in CI-gerechter Optik – das gehört für viele Unternehmen zum guten Ton. Doch wie bindet man hier auch die Mitarbeiter ein?

Sollen Mitarbeiter bei der Wahl ihrer Berufskleidung beteiligt werden? © DBL

Der eine möchte nur diese bestimmte Marke, der andere findet die ausgewählte Hose unbequem. Ein dritter die Farbe der Berufskleidung unsäglich. Der Unternehmer wiederum besteht auf den einheitlichen Auftritt im Corporate Design und die von ihm ausgesuchte Kleidung. Was darf der Unternehmer bestimmen? Und muss der Arbeitnehmer wirklich anziehen, was sein Chef wünscht?

Laut Gewerbeordnung darf der Arbeitgeber vorgeben, wie sein Betrieb, also auch die Belegschaft, nach außen in Erscheinung treten soll. Demgegenüber steht allerdings das Persönlichkeitsrecht, das diese Befugnis wieder einschränkt. Entscheidend ist immer, ob der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse hat, das äußere Erscheinen der Mitarbeiter zu bestimmen – sprich wenn diese seinen Betrieb öffentlich sichtbar vertreten. Meist gilt auch: je weniger Kundenkontakt, desto weniger Vorschriften bei der Kleidung. Ausnahme ist hier natürlich, wenn aus Sicherheits- oder aus hygienischen Gründen am Arbeitsplatz spezielle Arbeitskleidung beziehungsweise Schutzausrüstung vorgeschrieben ist.

Was heißt das für die Praxis? „Die Einführung der Corporate Fashion ist ein Prozess, der alle Beteiligten fordert“, sagt Thomas Krause vom textilen Mietdienstleister DBL. „Zudem fällt das Thema in vielen Fällen unter die betriebliche Mitbestimmung.“ Hier sieht er es als sinnvoll und notwendig, den Betriebsrat, die Arbeitnehmervertretung oder eine Projektgruppe in die Planung einzubeziehen. „So werden viele gute Ideen und Anregungen eingebracht und eine sehr hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern erreicht – und das ist wichtig, da Corporate Fashion ohne sie nicht funktioniert.“

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Laut Erfahrung des Experten zeigt sich auch, dass nur ein offenes innerbetriebliches Miteinander von Geschäftsführung und Team zu einer Lösung führt, die sich im beruflichen Alltag bewährt. Darum gehört für den Textilprofi im Vorfeld aller Entscheidungen die ausführliche Beratung inklusive individueller Bedarfsanalyse zum Konzept. „Aus meiner Sicht macht es Sinn, das Team mitentscheiden zu lassen. Auf Wunsch bieten wir dazu auch Tragetests an. Wir setzen bei den von uns angebotenen Teilen auf Vielfalt, damit jeder für seine Größe und den individuellen Geschmack das Passende findet, der einheitliche Auftritt aber dennoch gewahrt wird. Das ist heute gut miteinander vereinbar.“ 

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