Virtual-Reality-Brille
Geplante Betriebseinrichtungen virtuell begehen
Selbst bei kleineren Projekten ist es mittlerweile üblich, die Einrichtung neuer Betriebs- und Produktionsstätten im Vorfeld per CAD-Software am Computer zu simulieren. Die Hoffmann Group geht einen Schritt weiter und lässt ihre Kunden die geplanten Räumlichkeiten virtuell betreten. Was der neue Service bringt und worauf man bei der Einrichtung achten muss, erklärt Klaus Schmitt, Produktbereichsleiter für Betriebseinrichtungen bei der Hoffmann Group.
„Unsere Kunden sind absolut begeistert“, antwortet Klaus Schmitt, fragt man ihn nach den Reaktionen auf die neue Virtual-Reality-Brille. Für ihn ist der Grund klar: Die virtuelle Besichtigung erhöht nicht nur die Planungssicherheit, sondern bietet auch einen immensen Spaßfaktor. So ist es verständlich, dass selbst Kunden, die schon eine sehr konkrete Vorstellung ihrer neuen Betriebseinrichtung haben, nicht auf einen virtuellen Rundgang verzichten wollen. Begleitet werden sie dabei von einem Betriebseinrichtungsplaner, der gleichzeitig auch Ergonomieberater sein muss, wie der Bereichsleiter zugibt.
Damit die geplanten Werkstätten und Produktionsräume schon vor der Fertigstellung virtuell erkundet werden können, erzeugt eine Virtual-Reality-Brille über zwei integrierte Bildschirme einen sogenannten stereoskopischen 3D-Effekt. Dadurch erhält der Träger der Brille den Eindruck, er befinde sich tatsächlich in dem von der CAD-Software simulierten Raum. Mit einem Joystick kann sich der Brillenträger dann in diesem Raum bewegen, Flure beschreiten und verschiedene Perspektiven einnehmen. Mit dieser Methode soll es deutlich einfacher sein, ein Gefühl für den gesamten Raum zu bekommen und Abstände zwischen Wänden und Gegenständen richtig abzuschätzen. Der Berater verfolgt die Begehung und notiert gleichzeitig mögliche Änderungswünsche.
Doch worauf genau ist bei einer virtuellen Begehung zu achten? „Zunächst geht es um den Gesamteindruck“, eröffnet Schmitt. So müssen neben dem Wohlfühlfaktor auch Fragen nach Farbgebung und Ausleuchtung sowie mögliche Behinderungen geplanter Arbeitsabläufe geklärt werden. Durch den Blick auf das große Ganze können Planer und Kunde erkennen, ob eventuell ungünstig konzipierte Verkehrsräume geändert werden müssen, damit beispielsweise im späteren Betrieb der Gabelstapler nicht an einem Regal aneckt.
Greifräume erlebbar machen
Im zweiten Schritt rücken dann Detailfragen zu den einzelnen Arbeitsplätzen in den Vordergrund. Dabei wird dann geprüft, ob die Greifräume und die Sichtfelder für alle Mitarbeiter, die an einem bestimmten Arbeitsplatz arbeiten sollen – ob groß oder klein –, richtig dimensioniert und ergonomisch sinnvoll gestaltet sind. Spätestens an diesem Punkt wird der Nutzen der VR-Brille klar – mit ihr kann der visuelle und haptische Aktionsradius besser erlebt und getestet werden. „Verschiedene Studien haben ergeben, dass ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz nicht nur die Motivation und Arbeitszufriedenheit hebt, sondern auch den Leistungsabfall während einer Arbeitsschicht vermindert“, weiß Schmitt. Diese Erfolgsfaktoren sind angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Durchschnittsalters der Belegschaften nicht zu unterschätzen. So kommt der Ergonomie, also der Anpassbarkeit der Arbeitsumgebung und der Arbeitsplätze an die Mitarbeiter, bei der Planung neuer Betriebseinrichtungen eine besondere Rolle zu.
Sind die ersten zwei Schritte gemacht, kommt es meist nur zu kleinen Änderungen. „Da musste zum Beispiel eine Workstation ein wenig verschoben werden, oder ein Schrank wurde komplett aus der Planung genommen“, erinnert sich Schmitt. An eine grundlegende Planänderung kann sich der Berater nicht erinnern. Das spricht für eine solide Vorarbeit, während der die meisten Änderungswünsche bereits diskutiert werden. Bei der virtuellen Begehung können dann die Entscheider wiederholt in ihr Projekt eintauchen und Anpassungen vornehmen lassen, bis auch der letzte Zweifel ausgeräumt ist. Auf diese Weise können sie sich dann schnell zugunsten der einen oder anderen Variante einigen.
Wird der Spaßfaktor außen vor gelassen, kann die virtuelle Begehung ihre Vorteile vor allem bei größeren Investitionen ausspielen, weil sie langwierige Projektbesprechungen abkürzt und hilft, schneller eine Lösung zu finden. Außerdem vermittelt sie einen besonders realitätsnahen Eindruck und erhöht somit die Investitionssicherheit. „Grundsätzlich machen wir aber keinen Unterschied: Egal, ob ein Kunde nur eine kleinere Werkstatt einrichten will oder eine komplette Halle. Bei uns sind alle Kunden herzlich zu einer virtuellen Besichtigungstour durch ihre künftigen Räumlichkeiten eingeladen“ ergänzt Klaus Schmitt. cs












