Arbeitsplatz und Robotik

Andrea Gillhuber,

IFR fordert angepasste Aus- und Weiterbildungsangebote

Robotik ist notwendig für den wirtschaftlichen Aufschwung. Doch fehlt es an passenden Aus- und Weiterbildungsangeboten. Der IFR fordert zu handeln.

Ein angepasstes Aus- und Weiterbildungsangebot für Roboter am Arbeitsplatz fordert der Weltroboterverband IFR. © IFR

Damit sich Wirtschaft und Industrie schnell wieder erholen, sind Automatisierungslösungen gefragt. Eine Schlüsselrolle kommt nach Meinung der International Federation of Robotics, kurz: IFR, dabei der Robotik zu. Bis 2022 werden weltweit voraussichtlich etwa vier Millionen Industrieroboter in den Fabriken im Einsatz sein. Der Weltroboterverband fordert daher, die Aus- und Weiterbildungsangebote anzupassen. „Regierungen und Unternehmen weltweit sollten sich darauf konzentrieren, die nötigen Kompetenzen für den Umgang mit Robotern und smarten Automatisierungssystemen zu vermitteln“, sagt Milton Guerry, Präsident der IFR. „Das ist nötig, um das Potenzial dieser Technologien voll auszuschöpfen. Die konjunkturelle Erholung in der Nach-Corona-Zeit wird die Nachfrage nach Robotik beschleunigen. Es bedarf politischer sowie privatwirtschaftlicher Strategien, um den Weg zu einer automatisierteren Wirtschaft für die Beschäftigten zu ebnen.“

Aus- und Weiterbildungsangebote anpassen

Im Moment gingen nur wenige Länder offensiv daran, ihr Bildungssystem an das Automatisierungszeitalter anzupassen, ist in einer Pressemitteilung des Weltroboterverbands zu lesen. Saadia Zahidi, Expertin für Bildungs-, Gender- und Beschäftigungsinitiativen beim World Economic Forum, fasst zusammen: „Die erfolgreichen Staaten fokussieren seit langem auf die Entwicklung des Humankapitals. Einige nordeuropäische Länder sowie Singapur führen die vermutlich am sinnvollsten Versuche zur Arbeitswelt der Zukunft durch.“

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Laut des von der The Economist Intelligence Unit (EIU) veröffentlichten „Automation Readiness Index” betreiben nur vier Länder eine ausgereifte Bildungspolitik, die den Herausforderungen einer automatisierten Wirtschaft bereits gerecht wird. Südkorea führt dieses Ranking an, gefolgt von Estland, Singapur und Deutschland. Länder wie Japan, die USA und Frankreich werden als entwickelt eingestuft - China rangiert hier noch als Schwellenland. 

Auf der Agenda der Regierungen muss laut EIU nun stehen: Multi-Stakeholder-Dialoge, mehr Ausbildung und internationaler Erfahrungsaustausch. Als kurzfristige Strategie auf Unternehmensebene ist ein Wechsel der Einstellungspolitik eine Option: „Wenn Sie keine erfahrenen Mitarbeiter finden können, müssen Sie Ihr Augenmerk auf die Qualifikationen der Bewerber richten anstatt auf ihre Berufsbezeichnung“, empfahl Dr. Byron Clayton als CEO von Advanced Robotics for Manufacturing (ARM) beim IFR-Roundtable in Chicago. „Man muss auf das Potenzial der Bewerber setzen. Wenn Sie keine erfahrenen Mitarbeiter finden können, müssen Sie eben jemanden einstellen, der in der Lage ist, den Job zu erlernen.“

Praxisorientiere Schulungen von Roboterhersteller 

Zwar unterstützen Roboterhersteller die Aus- und Weiterbildung für Robotik bereits mit praxisorientierten Schulungen, doch sei die Umschulung der bestehenden Belegschaft nur eine kurzfristig angelegte Maßnahme. Es gilt, schon viel früher anzusetzen und die Lehrpläne für Schule und Ausbildung an die Ansprüche der Industrie an die Arbeitskräfte der Zukunft anzupassen. „Dies sind zum einen Technik- und Digital-Kompetenzen, ebenso wichtig sind aber kognitive Fähigkeiten wie analytisches und kritisches Denken“, sagt Dr. Susanne Bieller, Generalsekretärin der International Federation of Robotics. „Volkswirtschaften sollten die Automatisierung annehmen und die nötigen Kompetenzen dafür aufbauen. Nur so wird es gelingen, von den Vorteilen der Technik zu profitieren – und nicht vom internationalen Wettbewerb abgehängt zu werden.“

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