Unternehmenszahlen

Andrea Gillhuber,

Maxon setzt über 500 Millionen CHF um

Erstmals lag der Umsatz der Maxon-Gruppe über 500 Millionen Schweizer Franken. Dabei konnte in allen globalen Märkten zugelegt werden. Für die Zukunft trennt sich Maxon Motor jedoch von dem „Motor“ im Namen.

Maxon im neuen Gewand. © Maxon

Erstmals in der Unternehmensgeschichte steigerte die Maxon-Gruppe ihren Umsatz auf über eine halbe Milliarde Schweizer Franken. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete die Unternehmensgruppe ein Wachstum von 14,7 Prozent von 459 Millionen auf 526,3 Millionen Schweizer Franken. Auch die Mitarbeiterzahl stieg an, auf jetzt rund 3.000 Angestellte. „Wir werden 2019 weiterhin stark in Forschung und Entwicklung investieren, die Digitalisierung vorantreiben und unsere globale Organisationsstruktur weiterentwickeln“, so Gruppen-CEO Eugen Elmiger. Aufgrund der unsicheren Wirtschaftsentwicklung rechnen die Verantwortlichen mit einem moderaten Wachstum von 2 bis 3 Prozent.

Globales Wachstum

Größter Absatzmarkt des schweizer Antriebsspezialisten ist nach wie vor Deutschland, gefolgt von der Schweiz. Laut Unternehmen erwirtschaftete jede Vertriebsgesellschaft im EMEA-Raum einen neuen Umsatzrekord. Auch die USA konnten das bisher höchste Umsatzergebnis einfahren. In China konnte innerhalb von fünf Jahren der Umsatz verdoppelt werden. Wichtigster Markt für Maxon bleibt die Medizintechnik mit rund 42 Prozent des Umsatzes, gefolgt von der Industrie-Automation und Robotik (27 Prozent), der Mess- und Prüftechnik (7 Prozent) sowie der Automobilindustrie (5,3 Prozent) und der Luft- und Raumfahrt (5 Prozent).

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Investitionen in Standorte und F&E

Hauptaktionär Karl-Walter Braun sieht den Erfolg unter anderem in den Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die globalen Standorte. „Jeder zehnte Mitarbeiter arbeitet in der Forschung und Entwicklung. Neben dem Hauptsitz in Sachseln wird an sechs weiteren lokalen Standorten entwickelt: In Deutschland, Frankreich und in den Niederlanden sowie in Korea, China und den USA.“ Zu den bisherigen Produktionsstandorten in Sachseln, Sexau, Veszprém und Cheonan ist Taunton in der Nähe von Boston/USA dazugekommen, wo die ersten Produktionslinien für Motoren und Getriebe eingerichtet worden sind. Damit ist maxon in allen wichtigen globalen Märkten vertreten. „Dank der weltweiten Produktion und stabilen Verkaufsorganisationen können wir direkt vor Ort schnell auf Kundenwünsche eintreten und wertvolle Informationen über neue Anforderungen und Trends abholen“, so Braun weiter.

Zudem arbeitet das Unternehmen mit verschiedenen Hochschulen zusammen. So führte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen und der Schweizer Botschaft in Süd-Korea ein Betriebslehrlingswesen ein, ebenso in der neuen Fabrik in den USA. „An der Hochschule Luzern haben wir zudem ein eigenes Lab eingerichtet. Dort wird an verschiedenen Themen gearbeitet, zum Beispiel an einem E-Bike-Prüfstand, der zu den besten der Schweiz gehört“, erläutert Eugen Elmiger, CEO der Maxon-Gruppe.

Auch im EPFL Innovationspark in Lausanne hat das Unternehmen ein Innovation Lab eröffnet, in dem Studenten und Forscher an Entwicklungen arbeiten, Start-ups gründen oder sich mit Antriebstechnik vertraut machen. Darüber hinaus besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit der ETH Zürich in verschiedenen Forschungsprojekten. Das Unternehmen investiert damit nicht nur in künftige Mitarbeitende, sondern nutzt diese Kollaborationen auch, um Produkte zu entwickeln und in neue Märkte vorzustoßen. Elmiger zu den Bemühungen: „Wir arbeiten momentan unter anderem an sehr effizienten Drohnenantriebssystemen. Gleichzeitig stossen wir in den E-Mobility-Markt vor, indem wir Know-how für die Systemintegration und für Batterie-Management-Systeme aufbauen.“ Auch die Mars-Mission werde fortgesetzt. In den letzten Monaten haben Maxon-Ingenieure für die Rover-Missionen der NASA sowie ESA zum Mars im nächsten Jahr mehrere Spezialantriebe entwickelt.

Neue Markenstrategie

Seit 1. Juli tritt die bisher unter Maxon Motor bekannte Unternehmensgruppe nur noch unter Maxon auf. Getrieben ist dieser Schritt durch die neue Strategie: Das Unternehmen wandelt sich vom Motoren- und Komponentenhersteller zum Spezialisten für präzise Antriebssysteme mit dem Fokus auf fünf Kernmärkte. Diese sind: Medizintechnik, Aerospace, Industrieautomation, Transportation sowie E-Mobility & Robotik. Andererseits passt Maxon die Unternehmensstruktur an und positioniert sich als starke Gruppe mit globaler Präsenz, die trotzdem auf lokale Bedürfnisse eingeht. Der neue Name sowie die optische Anpassung sollen diesen Wandel laut Unternehmen unterstreichen.

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