SEW und MiniTec – ein gutes Team

Hand in Hand der Photovoltaik entgegen

MiniTec ist Komplettanbieter von Profil- und Linearsystemen, Transferanlagen und Montagesystemen. Dabei vertraut das Unternehmen auf Antriebslösungen von SEW – und SEW ist gleichzeitig MiniTec-Kunde. Bei der Herstellung von Photovoltaikmodulen in der Solarindustrie kommen Elektrozylinder zum Einsatz. Herzstück der Anlage ist eine Rahmenfügevorrichtung.

Das Herzstück der Anlage ist die Rahmenfügevorrichtung. Sie fügt das laminierte Glas in einen Aluminiumrahmen ein, der für den mechanischen Schutz des Moduls auf dem Dach sorgt. (Bild: SEW)

„Das Fundament ist immer unser Baukastensystem“, erklärt Andreas Böhnlein, Geschäftsführer Technik von MiniTec. Die Firma in Schönenberg-Kübelberg, unweit von Kaiserslautern, fertigt unterschiedliche Lösungen für Komponenten im Grammbereich bis zur Transportlösung mit 400 Kilogramm Tragfähigkeit. Zielbranchen sind die Elektroindustrie und der Allgemeine Maschinenbau, die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, Transport- und Prüfeinrichtungen. Das Lineartechnik-Baukastensystem wurde bereits Anfang der 1990er Jahre entwickelt. Seither wächst es mit den Anwendungen. Nach den ersten Aluminiumprofilen entwickelte MiniTec seinen patentierten Profilverbinder, der zwei Profile zusammenhält ohne mechanische Bearbeitung. Man dreht lediglich eine selbstfurchende Schraube ein. Die Nuten bei den Standard-Profilen sind immer gleich. Dadurch lassen sich beliebige Profile miteinander kombinieren. Alle Teile des Baukastens passen zusammen. "Während andere Lieferanten ihren Kunden maximal bei der Auswahl der Komponenten helfen, übernimmt MiniTec auch die Projektierung und baut eine Anlage schlüsselfertig auf – einschließlich möglicher Sonderabmessungen", erläutert Thomas Wolf, Leiter der Elektroplanung/Programmierung bei MiniTec.

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Kunde und Lieferant, Lieferant und Kunde

Schon seit vielen Jahren arbeitet MiniTec mit SEW zusammen. Dabei haben die Firmen haben eine wechselseitige Kundenbeziehung. Konstrukteur Stefan Buchem: „Wir kaufen bei SEW und SEW kauft auch viel bei uns.“ Bernhard Lang, Außendienstmitarbeiter bei SEW, betreut die Firma MiniTec schon viele Jahre. „Wir sprechen die Themen offen an und gehen ehrlich miteinander um. So entstand ein solides Fundament für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.“ MiniTec lieferte beispielsweise viele Komponenten für die seinerzeit neue Elektronikfertigung bei SEW: Prüfadapter und Schränke, Tische, Ablagen, Gestelle für Logistik, Transportwägen. Im Gegenzug beziehen die Pfälzer Antriebe von SEW.

„Unsere Kunden haben immer wieder neue, individuelle Anforderungen, zu deren Erfüllung man gewohnte Wege verlassen muss“, erklärt Böhnlein. „Das ist auch immer mit einer gewissen Risikobereitschaft verbunden. Das Gleiche erwartet MiniTec auch von seinen Lieferanten.“

Ein Beispiel dafür sind Projekte wie die Einführung der ölbadgeschmierten Elektrozylinder von SEW. Konstrukteur Stefan Buchem erläutert: „Unser Endkunde möchte sein Produkt in verschiedenen Dimensionen bauen. Dazu muss er seine Anlage verstellen können. Früher haben wir dafür Pneumatikzylinder verwendet. Sie sind verlässlich, aber das Einrichten oder Umrüsten dauert sehr lange: Kräfte müssen gemessen und Parameter eingestellt werden. Mit den jetzt verwendeten Elektrozylindern erzielt man eine kürzere Umrüstzeit und höhere Produktqualität.“ Thomas Wolf bestätigt: „Die Elektrozylinder sind sehr zuverlässig. Durch sie erzielten wir eine höhere Prozesssicherheit. Beispielsweise können wir jetzt überwachen, dass der Zylinder tatsächlich seinen Endpunkt erreicht hat. Auch auf der Steuerungsseite war der Umstieg problemlos, weil die gleichen Controller wie bei den Servoantrieben von SEW zum Einsatz kommen. Unsere Mitarbeiter kannten die Software bereits.“

Solarbranche im Aufwind

Ein Einsatzgebiet der Elektrozylinder ist die Herstellung von Photovoltaikmodulen in der Solarindustrie. Aktuell beleben weltweite Drittmärkte die Solarbranche und bescheren ihr einen neuen Frühling. Der Technologieschub hierfür kommt aus Deutschland. „Wir haben eine ähnliche Situation wie vor 15 Jahren“, erinnert sich Thomas Wolf. „Neue Technologien tragen zu diesem Wachstum bei. Wie kann ich es besser, effizienter, preiswerter machen?“

SEW-Getriebemotoren treiben die Förderstrecken an, die Rohmodule zur Fügevorrichtung bringen. (Bild: SEW)

Auch MiniTec nimmt die Herausforderung an und entwickelt Montagelinien für kristalline Photovoltaikmodule. Zunächst bringt eine Förderstrecke die Module zur Endmontage. Sie wird durch einen 0,37-Kilowatt-Drehstrommotor angetrieben, der über einen Feldverteiler gespeist wird. Auch hier setzte man auf SEW, auf einfache und robuste, dezentrale Lösung. An drei Arbeitsstationen mit Zweihandbedienung erfolgen verschiedene Arbeitsschritte. Hier werden beispielsweise die Anschlussdose aufgebracht oder die Anschlüsse verlötet. Dazu hebt ein pneumatischer Hubzylinder die Module an und dreht sie.

Rahmenfügevorrichtung für Photovoltaikmodule

Das Herzstück der Anlage ist die Rahmenfügevorrichtung. Sie fügt das laminierte Glas in einen Aluminiumrahmen ein, der für den mechanischen Schutz des Moduls auf dem Dach sorgt. Zunächst werden die Alurahmenteile in die Maschine eingesetzt. Dann fährt das Rohmodul in die Maschine ein. Es wird ausgerichtet und der vormontierte Rahmen auf die Scheibe zentriert. Anschließend fügen vier Pressbalken den Rahmen zusammen. Sechs Elektrozylinder CMSB.. von SEW führen diesen Pressvorgang an der Vorder- und Gegenseite sowie an den beiden Stirnseiten aus. Zum Teil fahren sie dabei synchron. Die Presskräfte werden mittels des Reglerstroms überwacht und für die Qualitätssicherung dokumentiert. „MiniTec suchte eine Applikationslösung – am besten von einem Hersteller“, erinnert sich Bernhard Lang. „Da war der SEW-Elektrozylinder perfekt, ein wartungsfreundliches Bauteil mit der gewohnten, einfachen Inbetriebnahme der Servoachsen.“

Sechs Elektrozylinder CMSB.. führen den Pressvorgang an der Vorder- und Gegenseite sowie an den beiden Stirnseiten aus. Zum Teil fahren sie dabei synchron. Die Presskräfte werden mittels des Reglerstroms überwacht und für die Qualitätssicherung dokumentiert. (Bild: SEW)

Wenn der Pressvorgang beendet ist, fährt das Modul durch die Anlage, wird an einem Inspektionsplatz über einen Scanner eingelesen und visuell begutachtet. Dabei inspiziert ein Mitarbeiter das Modul, reinigt es und scannt das Modul ein. Anschließend wird es zur sogenannten Flasher-Station geschoben. Hier simuliert ein Lichtblitz den Sonnenschein. Dadurch kann man die Leistungsabgabe der Module messen und sie in Kategorien von A bis D klassifizieren. Die unterschiedlichen Leistungen resultieren aus Materialtoleranzen der Zellen. Je höher die abgegebene Leistung ist, desto höherer ist auch der erzielbare Verkaufspreis.

An der nächsten Station erfolgt automatisiert die sogenannte Grounded-Bound-Prüfung. Hier wird gemessen, ob alle verpressten Rahmenteile elektrisch untereinander leitend sind. Anschließend erfolgt ebenfalls automatisch die Sicherheits-Hochspannungsprüfung des Moduls. Dann werden die Module nochmals gescannt, die Daten abgelegt und an eine Sortiermaschine übergeben. Der Sorter legt die fertigen Module auf vier verschiedene Stapel ab, von A bis D.

„Ähnlich wie bei der Rahmenfügevorrichtung haben wir in den vergangenen Jahren viele anspruchsvolle Projekte gemeinsam umgesetzt“, so Bernhard Lang über die Zusammenarbeit zwischen SEW und MiniTec. Das Pfälzer Unternehmen erkannte, dass der Markt individuelle Gesamtlösungen fordert – und ist hierfür bestens aufgestellt. Die Konstruktionsbereiche Mechanik und Steuerungstechnik stimmen sich optimal ab – und erhalten bei der Antriebstechnik Unterstützung durch SEW. Gunthart Mau/as

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