Profilschienenführungen

Aluminium bringt Vorteile

Profilschienenführungen haben sich als Standardlösung für lineare Bewegungen durchgesetzt. Sie sorgen für hohe Führungsgenauigkeiten und Steifigkeiten. Kommt es auf Kosten- und Gewichtseinsparung an, können Schienenführungen aus Aluminium bei einfachen Handhabungs- und Positionierbewegungen im Vergleich zu Ausführungen aus Stahl die rentablere Lösung sein.
Aluminium-Linearschienenführungen in einer Elektropoliermaschine zur Behandlung von Schmuckstücken

„Unsere Anlagen stimmen wir individuell auf die Wünsche unsere Kunden ab“, sagt Denis During, der Geschäftsführer von During Umweltechnik. Das Unternehmen entwickelt Goldrecycling- und Elektropolieranlagen sowie Sondermaschinen – etwa Abwasseranlagen, Ionentauscher, Abluft- oder Galvanoanlagen. Die Kunden kommen hauptsächlich aus Deutschland und den Nachbarländern, aber auch aus Singapur, Indien, Thailand oder Malaysia. Pro Jahr entwickelt, fertigt und liefert During etwa 30 Anlagen. Am Firmensitz in Mühlacker-Enzberg werden die Maschinen und Anlagen gefertigt, montiert, in Betrieb genommen und auch abgenommen. „Wir stellen zum Beispiel Stahlrahmen oder Behälter aus Kunststoff selbst her. Viele Maschinenteile kaufen wir aber auch zu. Dazu gehören Antriebselemente oder Schienenführungen“, berichtet Konstruktionsleiter Alfred Pillin. Zulieferer spielen für das Unternehmen deshalb eine große Rolle. „Dabei sind Zuverlässigkeit, Preis, Termintreue, aber besonders eine schnelle Lieferung selbst in wirtschaftlichen Engpässen besonders wichtig“, betont er. Ein Beispiel für die erfolgreiche Kooperation bei der Entwicklung wettbewerbsfähiger Maschinen ist die nun schon seit einigen Jahren bestehende Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Dr. Erich Tretter aus dem schwäbischen Rechberghausen.

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„Die Ansprüche der Kunden an eine gleichmäßig gute Qualität der Endprodukte steigt ständig. Damit müssen auch wir unsere Anlagentechnik permanent verbessern“, betont Geschäftsführer During. Er verweist in diesem Zusammenhang auf eine Elektropolieranlage zur dekorativen Behandlung von Silberschmuck, Uhrengehäusen, Ringen und Ketten. In der vollautomatisierten Anlage werden die Schmuckstücke einzeln aufgehängt und in ein Bad aus Phosphor- und Schwefelsäure getaucht. Dabei können 144 Teile gleichzeitig behandelt werden. Der Abtrag erfolgt mit Gleichstrom, wobei das eingetauchte Schmuckstück anodisch geschaltet wird. Durch das Elektropolieren reduziert sich die Oberflächenrauheit, was zu einer besseren Optik führt. Zusätzlich findet im Bad noch eine Drehbewegung statt. Nach dem Polieren fährt der Träger mit der Aufnahme in horizontaler Richtung zur nächsten Station, in der die Schmuckstücke nachgespült werden. Für die Aufnahme der Werkstücke und der Antriebseinheit kommen Aluminium-Linearschienenführungen von Dr. Tretter zum Einsatz. Je eine Schiene ist horizontal und eine vertikal angeordnet. Die Hubbewegung der Horizontalschiene beträgt 100 mm, die der Vertikalschiene 50 mm.

Dr. Tretter hat als deutscher Alleinvertreter die als E-Line bekannten Schienenführungen von Bosch Rexroth im Programm, die in Lizenz von der Schweizer Alulineartechnik gefertigt werden. Diese Schienenführungen haben eine geringe Reibung verbunden mit geringem Verschleiß. Wie es heißt, bleibt ihre Führungsgenauigkeit über die gesamte Lebensdauer nahezu konstant. Bei diesen Führungen besteht der Grundkörper der Schiene und des Führungswagens aus einer Aluminium-Knet-Legierung. Sie sind eloxiert und bietet eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Durch Stahleinlagen in Niro-Ausführung sind die Aluminiumführungen hoch belastbar – und dabei etwa 60 Prozent leichter als entsprechende Ausführungen aus Stahl. Es muss also weniger Gewicht bewegt werden, was sich positiv auf die Energieeffizienz auswirkt.

Für die Elektropolieranlage kommen die Aluminiumführungen in der Baugröße 25 mit Flanschwagen zum Einsatz. Sie bewegen sich auf zwei Kugelreihen, die über die Profilschiene ablaufen. Stirnseitige Kunststoff-Umlenkkörper lenken die Kugeln um. Dadurch begrenzt nur die Schienenlänge den Hub der Führungen. Die Kugelführungswagen liefert Dr. Tretter serienmäßig erstbefettet für eine Lebensdauerschmierung von 30.000 Kilometer ausgelegt (sofern bestimmte Betriebs- und Umgebungsparameter eingehalten werden).

Schienenlängen wie gewünscht

Die Führungswagen nehmen die Belastungen in allen vier Richtungen gleichmäßig auf. Damit sind sie unabhängig von der Belastungsrichtung. Aufgrund ihrer Bauweise sind zudem deutlich größere Parallelitäts- und Höhenabweichungen der Montageflächen zulässig. Die Schienenführungen lassen sich teilweise sogar auf unbearbeiteten Montageflächen befestigen. Denn der Aluminiumkörper gleicht kleine Unebenheiten aus und stellt so geringe Anforderungen an den Unterbau. Die Schienenführungen sind in den Abmessungen nach DIN 645-1 erhältlich. Damit haben sie die gleichen Anschlussmaße wie alle gängigen Schienenführungen aus Stahl. Dr. Tretter liefert die Schienen mit Längen bis zu 4.000 mm. „Wir setzen unterschiedliche Schienenlängen ein, je nach Größe des Teils, das bearbeitet werden soll“, berichtet Konstruktionsleiter Pillin. „Diese reichen von etwa 700 Millimeter bis 1.600 Millimeter.“ During verwendet für die Polieranlagen die Schienenführung der Genauigkeitsklasse 0, die den Anforderungen für einfache Positionieraufgaben entspricht. ms

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