Leuchtturmprojekte bei Wittenstein

Bilanz der Produktionszukunft

Seit drei Jahren arbeiten die mehrfach als „Leuchtturmprojekte“ bezeichneten-Forschungsprojekte ProSense, KapaflexCy und CyProS im Auftrag der Bundesregierung an gemeinsamen Anwendungsfällen, um Konzepte von Industrie 4.0 in der Produktion umzusetzen und Deutschland zum Leitanbieter und -anwender für Cyber-Physische Systeme zu machen. Alle drei Projekte wurden mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 11,2 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert – am 29. und 30. September zogen die Partner aus Industrie und Forschung in Fellbach auf einer zweitägigen Abschlusskonferenz Bilanz und präsentierten ihre Ergebnisse. CyProS-Konsortialführer Wittenstein lud zur Vor-Ort-Besichtigung in die „Urbane Produktion der Zukunft“ ein.

Key Note von Prof. Dr.-Ing. Günther Schuh (Direktor WZL Aachen) im Goldbergwerk Fellbach zur Wittenstein Bilanztagung Urbane Produktion. (Fotos: Wittenstein)

Wo steht Industrie 4.0? Welche weiteren Schritte hin zur Gestaltung der vierten industriellen Revolution müssen folgen? Diese Fragen diskutierten Ministerialrat Hermann Riehl sowie weitere Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit führenden Experten aus Forschungseinrichtungen und produzierenden Unternehmen, darunter hochrangige Vertreter der Fraunhofer-Gesellschaft, von Fraunhofer IAO und IAT der Universität Stuttgart, der TU München, des Bremer Instituts für Produktion und Logistik, der RWTH Aachen, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) Kaiserslautern sowie der an den einzelnen Projekten aktiv beteiligten Maschinenbau- oder Softwareunternehmen.

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Wittenstein ging es bei ihrem Engagement in Sachen Industrie 4.0 darum, die Theorie schnell in erste Praxisbeispiele zu übertragen. Die neue Fellbacher Produktionsstätte der Unternehmensgruppe erhielt daher ganz bewusst den Zusatznamen „Schaufensterfabrik“ und sowohl der Vorstandsvorsitzende Prof. Dieter Spath als auch der Aufsichtsratsvorsitzende und Firmeninhaber Dr.-Ing. Manfred Wittenstein sind explizite Befürworter und Treiber von Industrie 4.0.

CyProS-Konsortialführer Wittenstein lud zur Vor-Ort- Besichtigung in die „Urbane Produktion der Zukunft“ in Fellbach ein: (von links); MinR Hermann Riehl (BMBF), Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer (Institutsleitung IAO), Dr.-Ing. Matthias Gebauer und Tanja Ehrhardt (beide PTKA) mit Prof. Dr.-Ing. Dieter Spath, Vorstandsvorsitzender von Wittenstein.

Wie eine mitdenkende, vernetzte Produktion der Zukunft einmal aussehen und vor allen Dingen funktionieren wird – das konnten die Tagungsteilnehmer bei eine Werksbesichtigung von Wittenstein bastian in Fellbach „live“ sehen. Denn dort werden die Projektergebnisse und Anwendungsfälle, die in CyProS erarbeitet wurden, im realen Pilotbetrieb erprobt: Die Produktionsplanung und Fertigungssteuerung erfolgt transparent und nutzt hierfür intelligente Sensorik und intuitiv bedienbare Apps mit integrierten Handlungsempfehlungen. Die Einführung dieser Technologien und Prozesse schaffen eine resiliente Fabrik, die mannigfaltige Anwendungsfälle im Kontext der Industrie 4.0 erst ermöglicht. In dem mehrfach als „Leuchtturmprojekt der Industrie 4.0“ bezeichneten Vorhaben wurde der Nachweis erbracht, dass Industrie 4.0 bereits mit heutigen Technologien zur Realität werden kann. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden für Unternehmen, die sich auf diesen Weg machen auf über 400 Seiten in der Buchpublikation »Intelligente Vernetzung in der Fabrik« als praxisorientierter Leitfaden zusammengestellt.

Manuals werden intelligent
CyProS verfolgt das Ziel, ein repräsentatives Spektrum Cyber-Physischer Systemmodule zu entwickeln. – auf der Fellbacher Tagung stellten die Projektbeteiligten weitere Umsetzungsbeispiele aus ihren Fabriken vor. Beispielsweise wurde ein „intelligentes Handbuch“ präsentiert, welches eine situative Unterstützung von Produktionsmitarbeitern bietet, die bezüglich Flexibilität und Autonomie deutliche Vorteile gegenüber bekannten sogenannten Werkerführungssystemen hat.

Demonstration von Smart Glass zur Unterstützung von Montageprozessen.

Lebhaft diskutiert wurden in Foren und Workshops auch die Konzepte und Ideen aus den beiden anderen Forschungsvorhaben „ProSense“ und „KapaflexCy“. „ProSense“ war mit dem Ziel gestartet, eine hochauflösende, adaptive Produktionssteuerung auf Basis kybernetischer Unterstützungssysteme und intelligenter Sensorik zu entwickeln. „KapaflexCy“ löst die übliche pauschale Personalflexibilität ab. Als Beitrag zum Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ der Bundesregierung wurden mit dem SchichtDoodle vorausschauende Strategien und smarte Assistenten für die flexible Produktionsarbeit der Zukunft entwickelt, die im Frühjahr 2016 als kommerzielle Software auf den Markt kommen soll. bw

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