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Artikel und Hintergründe zum Thema

Servotechnik

Wo rohe Kräfte sinnvoll walten

Servoelektrik löst Probleme. Drahte, Rohre oder Bänder: Servoelektrik hat Schmale ein großes Tor geöffnet. Das Ingenieurbüro mit angeschlossenem Maschinenbau setzt auf die Kooperation mit den Kunden.

Wenn hohe Gewichte und starke Kräfte benötigt werden, zum Beispiel bei Rohren, setzt Schmale auf Servoantriebe. (Foto: Schmale)

Der servoelektrische Antrieb vereint eine Reihe von Vorteilen: Durch die elektronische Programmierung sowie den Verzicht auf Öl werden deutlich kürzere Rüstzeiten erreicht. Kraft steht bis 300 Tonnen zur Verfügung. Die Steuerbarkeit ermöglicht hochdynamische Bewegungsprofile. Die Maschinenkomponenten können zudem an der Arbeitswand frei gesetzt und miteinander verbunden werden; Achsen sind leicht erweiterbar. Das ermöglicht ein modulares Anlagendesign. Und neben der Reduzierung von Verschleißteilen wie Dichtungen, Kolbenstangen, Zylinderrohren oder Kurvenrollen kann die Servoelektrik mit hervorragenden Verbrauchswerten punkten.

Schmale hat seine Maschinen mit Messsystemen ausgestattet, die die Energiedaten automatisch auswerten und für den Bediener visualisieren. Sogar der exakte Verbrauch pro Einzelartikel ist über das Bedienpanel jederzeit abrufbar – und der liegt in der Regel rund 70 Prozent unter den Vergleichswerten hydraulischer Anlagen. Zwei Faktoren spielen dabei eine wesentliche Rolle: Zum einen werden rückspeisefähige Frequenzumrichter konsequent eingesetzt; überschüssige Energie wird somit ins System zurückgeführt. Zum anderen verfügt jedes einzelne Aggregat über einen eigenen, ideal abgestimmten Antrieb – und nicht die gesamte Maschine über einen einzigen großen Antrieb – Motor oder Pumpe – über den alles abgebildet werden muss.

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Vom Entwicklungsschub der vergangenen Jahre hat insbesondere der Technologie-Baukasten von Schmale profitiert. Eine Vielfalt servoelektrischer Aggregate steht inzwischen für die Lösung teils extrem schwieriger Fertigungsprobleme zur Verfügung. So lassen sich etwa Kräfte von 2.000 Kilonewton und mehr erzeugen, zum Beispiel durch eine 200-Tonnen-Prägepresse oder eine 300-Tonnen-Doppelstauchpresse. Oder, wenn komplexe Umformarbeiten gefragt sind, kommen frei programmierbare, servoelektrische Biegeschieber von 30 bis 150 Kilonewton oder Drehbieger zum Einsatz. Letztere bewältigen sogar Federstahldraht bis 22 Millimeter. Ähnlich beeindrucken Rolleneinzüge für Draht und Band, die auch für starke Bandquerschnitte ausgelegt sind und überdies für bestimmte Anwendungen dynamisch vorwärts und rückwärts fahren können. Für die Materialzuführung bei einem aktuellen Projekt hat Schmale einen taktleistungsgeführten Horizontal-Haspel gebaut, der mit bis zu drei Tonnen schweren Coils beladen werden kann. Vor allem aber die bereits realisierten Spezialaggregate wie ein Profilierwerk, ein Gewindeformer oder eine 40-Tonnen-Presse mit Achtfach-Werkzeugwechsler deuten das Potenzial an, das in der Technik steckt.

Die Entwicklungsarbeit bei Schmale funktioniert im Austausch mit anderen Unternehmen. Eine Zusammenarbeit findet dabei nicht nur mit Lieferanten statt – das Altenaer Unternehmen sucht ganz bewusst ebenso Entwicklungspartnerschaften mit Kunden, um nicht zuletzt beim Auftraggeber zum Innovationstreiber zu werden.        bw

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