Antriebstechnik

Leistungselektronik im Doppelpack

EPE-Konferenz und ETG-Kongress an der TU Dresden
Gleich zwei wichtige elektrotechnische Veranstaltungen fanden im September an der TU Dresden statt. Sie unterstreichen die bedeutende Rolle der Leistungselektronik im 21. Jahrhundert – vor allem für die Antriebstechnik und die Energieversorgung.

Zwei Drittel der heute in Industrieländern eingesetzten Elektroenergie werden durch leistungselektronische Bauelemente so umgeformt, dass sie für elektrische Antriebe und elektrotechnologische Prozesse optimal aufbereitet sind. Dafür gibt es bereits Halbleiterbauelemente, die mehrere Tausend Volt Spannungsfestigkeit und einige Tausend Ampere Stromtragfähigkeit aufweisen. Durch die digitale Steuerung und Regelung der Energieumformung entstanden technische Systeme, die zur Bewegungssteuerung in der Mechatronik (industrielle und Bahn-Antriebe), in der Elektrochemie, der Energieerzeugung und nicht zuletzt in vielen Haushaltsgeräten (Waschmaschinen, Mikrowellen, Fernsehern) eingesetzt werden. Die rein elektronische Energieumformung weist – anders als elektromechanische Lösungen – nur geringe Umformungsverluste auf und ermöglicht darüber hinaus völlig neuartige Lösungen.

Seit 1985 findet in verschiedenen europäischen Städten die internationale Konferenz „Power EIectronics and Applications“ mit Begleitausstellung statt, in Deutschland zuletzt 1989 in Aachen. Sie wird von der European Power Electronics and Drives Association (EPE) mit Sitz in Brüssel, getragen. In diesem Jahr bekam die TU Dresden den Zuschlag und führte – mit Unterstützung der Hauptsponsoren Infineon und Siemens A&D – die diesjährige Tagung durch. Über 800 Teilnehmer – Spezialisten aus Deutschland, Japan, Frankreich und Großbritannien, auch aus den „neuen“ EU-Staaten Estland und Slowenien und weiteren Ländern – diskutierten Mitte September in Sitzungen und Posterpräsentationen über die neuesten Entwicklungen auf ihrem Fachgebiet. Wissenschaftliche Organisatoren waren Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Büchner (Antriebe) und Prof. Dr.-Ing. habil. Henry Güldner (Leistungselektronik), beide vom Elektrotechnischen Institut der TU Dresden.

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Unmittelbar im Anschluss an die EPE-Konferenz fand am selben Ort, dem 1998 erbauten Hörsaalzentrum der TU, der Kongress der Energietechnischen Gesellschaft im VDE statt. Prof. Dr.-Ing. Peter Schegner – Direktor des Instituts für Elektrische Energieversorgung der TU Dresden, Mitglied im ETG-Vorstand und Leiter des Kongresses – forderte, dass „sich alle Ingenieure der Energietechnik verstärkt nicht nur auf technischen, sondern auch politischen, ökonomischen und ökologischen Gebieten engagieren“ sollen. „Wir müssen die energietechnische Zukunft unseres Landes aktiv mitgestalten, indem wir... die Anforderungen an die Energiesysteme der Zukunft definieren. Dabei ist zu beachten, dass die elektrische Energietechnik im Rahmen der Globalisierung im gesamten europäischen Rahmen betrachtet werden muss.“

Diese Öffnung in Richtung Europa spiegelte sich auch im Internationalen ETG-Kongress wieder. Zum ersten Mal wurde ein Teil dieses Kongresses – der erste Tag – gemeinsam mit der EPE durchgeführt. Darüber hinaus ist die Anzahl der Beiträge aus Österreich und der Schweiz deutlich angestiegen. Im Mittelpunkt der Vorträge standen insbesondere die Entwicklung und Anwendung der Leistungselektronik in elektrischen Netzen und in der Antriebstechnik.

Der Mangel an Ingenieuren auf dem Gebiet der Elektrischen Energietechnik wird in den nächsten Jahren kritische Ausmaße erreichen. (Im Rahmen einer Plenarveranstaltung wurde dieses Thema gemeinsam mit Vertretern der Industrie und Energieversorgungsunternehmen, Politikern und Hochschullehrern diskutiert.) Nun sollte man meinen, dass angesichts dieser Tatsachen verstärkte Anstrengungen in der Lehre unternommen werden müssten. Gänzlich unverständlich bleibt daher, dass im kommden Jahr die TU-Lehrstühle für Elektrische Maschinen sowie Elektrische Antriebe (im Rahmen einer Altersnachfolge) zusammengelegt werden sollen. Gunthart Mau

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