Auftragsfertigung

Elektronische Bauteile lückenlos nachverfolgen

Durch einen Anstieg des Outsourcings wird die lückenlose Zurückverfolgbarkeit für Auftragsfertiger eine immer größere Rolle spielen. Phil Gee, Director, Corporate OEM/CEM bei Farnell element14, beschreibt am Beispiel der Kooperation mit dem Augsburger Elektronikunternehmen BMK vor welchen Herausforderungen Distributoren heute stehen.

Durch einen Anstieg des Outsourcings wird die lückenlose Zurückverfolgbarkeit für Auftragsfertiger eine immer größere Rolle spielen. Foto: BMK

Bestücker wie BMK haben sehr spezielle Anforderungen. Distributoren müssen diese Erwartungen verstehen und sich an die Wertschöpfungsketten und Beschaffungskanäle anpassen, um ihre Kunden optimal versorgen zu können. Die Einkäufer bei den Auftragsfertigern interessieren sich vor allem für Serienprodukte und sie orientieren sich in erster Linie am Preis. Das heißt aber nicht, dass Qualität, Produktverfügbarkeit und schneller Service nicht ebenso in den Entscheidungsprozess mit einfließen.

Blick in die Fertigungshalle beim Augsburger Elektronikunternehmen BMK. Foto: BMK

Erhebliche Investitionen in den Lagerbestand über die letzten zwei Jahre haben dazu beigetragen, dass Farnell element14 Kunden mit kleineren oder mittleren Bestellmengen noch besser unterstützen kann, und zwar vom Prototyp bis zur Produktion. Dazu war es unter anderem nötig, eine Reihe Dienstleistungen zu entwickeln, die sicherstellen sollen, dass die Auftragsfertiger den effizientesten Service genießen. Von diesen Dienstleistungen ist die Garantie zur Rückverfolgbarkeit der einzelnen Komponenten mit Abstand die wichtigste.

Steigende Konkurrenz, eine Globalisierung der Wertschöpfungskette und damit verwandte Sicherheitsbedenken, strengere gesetzliche Auflagen und die Forderung nach niedrigen Preisen bei gleich bleibender Qualität: Das alles sind Faktoren, die den Herstellungsprozess in den letzten Jahren unter enormen Druck gesetzt haben.

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Durch einen Anstieg des Outsourcings wird die lückenlose Zurückverfolgbarkeit für Auftragsfertiger eine immer größere Rolle spielen. Das gilt für die Erhaltung bestehender Kundenbeziehungen ebenso wie für die Akquise neuer Auftraggeber. Gesetzliche Vorgaben wie RoHS und WEEE machen die Möglichkeit einer Rückverfolgung sogar noch dringender, denn sie verpflichten Hersteller gesetzlich dazu, Konformitätsvorgaben einzuhalten und bei einer Anfrage Nachweise über die Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte zu erbringen. Damit Bestücker wie BMK nicht unwissentlich einen Konformitätsverstoß begehen, stellt Farnell element14 seinen Kunden im Rahmen der Serviceleistungen auch aktuelle Informationen zu gesetzlichen Bestimmungen zur Verfügung.

Die Dynamik der heutigen Elektronikproduktion macht es schwierig, ein hohes Level an Rückverfolgbarkeit zu garantieren. Das liegt zum einen daran, dass die Lebenszyklen elektronischer Produkte für gewöhnlich recht kurz sind und das tendenziell eine große Anzahl verschiedener Produkte gleichzeitig gefertigt wird.

Tatsächlich ist die Rückverfolgbarkeit von Bauteilen eine grundlegende Voraussetzung für die gesamte Produktionsindustrie, egal ob im Automobilsektor, der Pharmaindustrie, der militärischen Entwicklung oder der Luft- und Raumfahrt. Wenn ein Problem auftritt, dann hilft die Nachverfolgbarkeit dabei, dessen Ursache auf den Grund zu gehen – sie macht nachvollziehbar, wo genau das Problem liegt, zeigt auf, welche Produkte davon betroffen sind, und hilft bei der Schadensbegrenzung durch eventuelle Rückrufaktionen.

Doch die Dynamik der heutigen Elektronikproduktion macht es schwierig, ein hohes Level an Rückverfolgbarkeit zu garantieren. Das liegt zum einen daran, dass die Lebenszyklen elektronischer Produkte für gewöhnlich recht kurz sind und das tendenziell eine große Anzahl verschiedener Produkte gleichzeitig gefertigt wird. Trends wie Komponentenminiaturisierung erhöhen zusätzlich das Risiko für Qualitätsprobleme und gesetzliche Anforderungen verpflichten die Hersteller dazu, Daten über den Fertigungsprozess genauso zu erfassen und zu speichern wie die Informationen darüber, was mit den Produkten nach der Markteinführung geschieht.

Gängige Fragen zur Nachverfolgbarkeit sind unter anderem:

  • Wurde eine fehlerhafte Komponente im Produkt verbaut?
  • Wurde das Produkt nach vorschriftsmäßigen Verfahren zusammengebaut?
  • Ist der ganze Produktionsauftrag betroffen oder beschränkt sich das Problem nur auf bestimmte Gruppen von Komponenten?
  • Wie ist der genaue Produktionsverlauf dieser Baugruppe oder dieses Gehäuses?
  • Können wir sicher sein, dass keine gefälschten Bauteile in die Lieferkette geraten sind?
Bestücker wie BMK haben sehr spezielle Anforderungen. Distributoren müssen diese Erwartungen verstehen und sich an die Wertschöpfungsketten und Beschaffungskanäle anpassen, um ihre Kunden optimal versorgen zu können. Foto: BMK

Um diese Fragen beantworten zu können, und um eine lückenlose Nachverfolgung sicherzustellen, bietet Farnell element14 Datum- und Chargencodes für bis zu 200.000 Artikel an. Zusätzlich gibt es vollautomatische Produktkennzeichnungen mit Barcodes und Lieferscheine für 20.000 der verbreitetesten Halbleiter und passiven Komponenten aller großen Hersteller. BMK nutzt diesen Service bei der Fertigung von über 5.000 verschiedenen Produkten und minimiert damit Produktionsausschuss und -kosten.

Damit die bestellte Ware auch fristgerecht und unbeschadet beim Kunden ankommt, bietet Farnell element14 zusätzlich eine breite Auswahl flexibler und produktionsfertiger Verpackungsoptionen, speziell für Pick & Place-Maschinen. Die Verpackungsmöglichkeiten umfassen Teil- und Komplettbestellungen auf Reels, Waffle Trays und in Stangen. Außerdem gibt es von 21.000 Produkten Reels, die mit Halbleitern zur Oberflächenmontage für eine schnelle Abwicklungszeit bestückt sind. Zusätzlich gibt es einen kostenlosen Re-Reels Service, der das Zuschneiden von Rollen und eine individuelle Neubestückung (Re-Reeling) für weitere 79.000 Komponenten beinhaltet, und das sowohl für partielle als auch für komplette Bestellmengen. Auch BMK nutzt wie die meisten Auftragsfertiger diesen Re-Reeling Service - so werden Ressourcen und Kosten gespart. Dabei gilt bei allen Leistungen eine neue Preisstruktur, die die Großproduktion durch ausgedehnte Mengenrabatte bei über 90.000 Produkten unterstützt.

Phil Gee ist Director, Corporate OEM/CEM bei Farnell element14. Bild: Farnell element14

Da gut die Hälfte aller Verkäufe von Farnell element14 online abgewickelt werden, hat das Unternehmen in neue Transaktionswebseiten investiert. So wird es dem Käufer ermöglicht, die gewünschten Produkte schnell zu finden und einfach zu kaufen. Die Seiten wurden neu gestaltet, um den Kaufprozess zu vereinfachen, die Suche nach Einzelteilen zu beschleunigen oder die Registrierungszeit zu verkürzen. Gleiches gilt für den interaktiven Onlinekatalog. Alles wurde so eingerichtet, damit der Gesamtprozess genau nach den Wünschen des Kunden abläuft. Kunden wie BMK profitieren außerdem von einem zusätzlichen Service: Sie laden Stücklisten für Projekte im Excel-Format direkt auf die Transaktionswebseite hoch. Anschließend wird automatisch eine Teileliste generiert und die entsprechenden Komponenten in den Warenkorb gelegt. Das macht eine sonst langwierige Aufgabe einfach und unkompliziert.

Auch große Aufträge werden noch am selben Werktag versendet, inklusive Re-Reels und kostenfreie Datums- und Chargencodes. BMK vertraut diesem Service schon seit seiner Gründung vor 20 Jahren.

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