Zerspanen

74.000 Arbeitsplätze

gehen jährlich durch Produktionsverlagerungen von Unternehmen in Deutschland verloren. Dies belegt eine vom Verein Deutscher Ingenieure in Auftrag gegebene Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung. „Jährlich verlagert jeder elfte Betrieb des Verarbeitenden Gewerbes Teile seiner Produktion ins Ausland. Zwei Prozent der Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes gehen so Jahr für Jahr verloren - das sind sieben Milliarden Euro! Diese Entwicklung ist bedenklich mahnt VDI-Präsident Professor Bruno O. Braun. „Aber auch unverständlich, weil nicht jede Verlagerung die erhoffte Kostensenkung bringe. „Unternehmen agieren hier teilweise sehr kurzsichtig und unprofessionell, da sie schlicht und einfach viele Kosten nicht berücksichtigen.“ kritisiert Braun. Die Folge: Immer mehr Unternehmen machen ihre Entscheidung wieder rückgängig und verlagern die Produktion zurück. Braun: „Was wir erleben, ist eine Renaissance des Standorts Deutschland.“

Hauptmotiv für die Verlagerung sind nach der Untersuchung in erster Linie die Personalkosten. Dr. Steffen Kinkel vom Fraunhofer ISI erklärt: „Genau diese Betrachtungsweise ist problematisch. Denn die Lohnkosten machen in vielen Betrieben nur noch zehn Prozent der Gesamtkosten aus, die hier zu erzielende Hebelwirkung ist also begrenzt.“ Er wünscht sich von den Unternehmen eine ehrlichere Vollkostenrechnung, die etwa auch künftige Entwicklungen mitberücksichtigt. „Die Anlaufzeiten am neuen Standort, das Netzwerk vor Ort oder etwa die Kosten für die Betreuung und Kontrolle werden häufig nicht berücksichtigt“, sagt Kinkel. Im Ergebnis der Studie profitieren Betriebe eher von marktorientierten Produktionsverlagerungen, d.h. wenn dadurch auch neue Märkte erschlossen werden.

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Unterstützung bei der Standortbewertung bietet das Fraunhofer-Institut an. Eine spezielle Software liefert belastbare Ergebnisse für die Entscheidung zugunsten oder zulasten der Produktion in Deutschland.

Doch es gibt auch eine positive Entwicklung zu berichten: Seit Mitte 2004 ging die Zahl der Verlagerer in den Kernbranchen des Verarbeitenden Gewerbes von jährlich jedem achten Betrieb auf derzeit jeden elften Betrieb zurück. ee

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