Zerspanen
Schwingende Brückenseile
an den wegen ihrer Eleganz beliebten Schrägseilbrücken können die Lebensdauer der Seile und auch der Brücke deutlich herabsetzen. Solche Schwingungen werden vor allem durch die Verkehrslast, durch böigen Wind und vor allem durch die Kombination aus Regen und Wind hervorgerufen. Wobei es durch die niedrige Eigendämpfung der Stahlseile nur relativ geringer Kräfte bedarf, um Schwingungsamplituden von einem Meter und mehr anzuregen. Deshalb hat man schon immer Dämpfer eingebaut, die aber meist nur unzureichend auf Seil und Brücke abgestimmt waren. Dies führt dann entweder zu blockierten Dämpfern oder zu solchen, die immer noch zu große Schwingungen erlauben. Zwar lässt sich bei bestimmten Dämpfern die Charakteristik vor Ort einfach anpassen, aber wechselnde Betriebsbedingungen werden auch damit noch nicht abgefangen.
Dies gelingt Maurer Söhne mit elektronisch geregelten sogenannten adaptiven Dämpfern, die sich laufend selbst den unterschiedlichen Gegebenheiten anpassen. Erstmalig getestet wurden sie an der besonders schlanken und sensiblen Ijesselbrücke nahe dem holländischen Kampen. Dort hat man probeweise einen solchen Dämpfer in ein 163 Meter langes, mit 5.082 Kilonewton vorgespanntes Seil etwa 3,2 Meter vom Ankerpunkt entfernt eingebaut. Gleichzeitig wurde getestet, ob der Einsatz von Solartechnik praktikabel wäre, denn der Dämpfer benötigt im Überwachungsmodus lediglich 0,25 Watt. Erst wenn der Dämpfer eingestellt werden muss, steigt der Leistungsbedarf auf 3,3 Watt an.
Gegenüber der Dämpfung eines freien Seils von etwa 0,5 Prozent und eines passiven Dämpfers mit 2,7 Prozent schafft der adaptive Dämpfer mit 5,4 Prozent ein deutlich besseres Ergebnis. Im Nebennutzen lässt sich die Sensorik und Filtertechnik der Dämpferregelung über die Bestimmung der Eigenfrequenz auch zur Seilkraftmessung heranziehen. Adaptive Dämpfer haben zudem den Vorteil, dass für alle ähnlichen Seile die gleiche Baugröße verwendet werden kann.rm









