Zerspanen

Vom Kostendruck im Zulieferbereich

können insbesondere viele Unternehmen in Automobil nahen Branchen ein teilweise garstig Lied singen. Aber Klagen nützt nichts, die geforderten Preisreduzierungen müssen durch Rationalisierung der Produktion wieder hereingeholt werden. Und wenn es im Einzelfall gelingt, die Arbeitskraft eines Mitarbeiters und das Potenzial einer Maschine gleichzeitig besser auszunutzen, dann ist das schon ein dickerer Fisch. So gelungen bei einem Zulieferer, der unter anderem auch Anlasserzahnkränze produziert. Teilweise sind dort Mitnehmerbleche an die Zahnkränze zu nieten, und dies gelingt mit einer speziell konzipierten Nietmaschine von Hang nun deutlich rationeller.

Denn das Be- und Entladen der Maschine durch den Mitarbeiter geschieht jetzt parallel zum Nietvorgang: Hat der gute Mann eine Station mit den zu verbindenden Einzelteilen beladen, dreht sich per Knopfdruck ein Schwenktisch um 180 Grad. Die Station mit den eingelegten Teilen schwenkt zur Nietmaschine, eine zweite Station mit dem fertig vernieteten Produkt gleichzeitig zum Bediener. Er entnimmt das Teil und legt neue ein, während gegenüber gleichzeitig der Nietvorgang stattfindet.

Der mittels Koordinatensteuerung in zwei Achsen bewegliche automatische Nietkopf kann Bauteile mit Teilkreisdurchmessern von 220 bis 280 Millimetern und mit 31 verschiedenen Nietmustern bearbeiten, die sich über ein Terminal direkt aufrufen lassen. Lediglich die Nietvorrichtungen müssen mit Hilfe von Schnellspannern manuell ausgetauscht werden, wobei ein Codierstecker aber gleich das passende Programm aktiviert, was der Produktionssicherheit zugute kommt. Der mit Servomotoren ausgestattete X/Y-Koordinatentisch fährt jede Nietposition exakt an, wobei Nietkraft und -druck exakt vorgegeben sind. Da das Nieten pneumohydraulisch erfolgt, werden Materialstärketoleranzen automatisch ausgeglichen. Zudem stellt eine Messstation am Nietkopf die Stapeldicke der vom Werker eingelegten Komponenten fest, was Rückschlüsse auf die richtige Teilekombination zulässt.

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Zur Prozesskontrolle ermitteln Sensoren die genauen Kraft- und Wegdaten, anschließend wird der Nietvorgang bewertet und das Werkstück für in Ordnung erklärt oder nicht. Mit Hilfe einer PC-Schnittstelle oder eines Barcode-Druckers lassen sich die Messungen für jeden einzelnen Niet auslesen. Trotz verdoppelter Produktionsgeschwindigkeit und einfacher, flexibler Umrüstung bleibt der Prozess also im Griff.rm

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