Zerspanen
Komplexe Abfüll- und Verpackungsanlagen
aus der Ferne überwachen und steuern? Dafür bietet das ortsunabhängige Prozesssteuerungssystem von Möllers die technische Grundlage. Diese Neuentwicklung soll die Kommunikation zwischen den betrieblichen Ebenen verbessern und die schneller Verständigung via Internet nutzen. Durch die Kombination eingeführter Systemstandards der industriellen Maschinensteuerung mit den Übertragungs-Protokollen des Internets lässt sich das System kostengünstig implementieren.
Der Beckumer Anlagenbauer zeigte seine Lösung auf der letzten Interpack an einer automatischen Abfüll-, Palettier- und Verpackungsanlage für Granulate sowie einer Roboter-Palettier- und Paletten-Einschrumpfanlage. Die Steuerung beider Anlagen erfolgt über speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und Panel-PC (Betriebssystem Windows 2000), die in ein auf Internettechnologie basierendes internes Netzwerk eingebunden sind. Das Intranet dient als Kommunikationsweg zwischen den Computern und den SPS – sofern nicht Profibus-Verbindungen eingesetzt werden. Als Prozessleitsystem fungiert ein weiterer Windows-PC, der via Intranet mit den Panel-PC kommuniziert und die Gesamtanlage visuell darstellt. Über diesen Rechner wird die Verbindung zum Internet und zu übergeordneten Systemebenen hergestellt. In der Praxis kann zum Beispiel ein PC im Betriebsleiterbüro als Leitsystem dienen. Während die Hardware-Komponenten des Netzwerks handelsübliche Produkte sind, setzt Möllers mit der Steuerung des Datenverkehrs auf Standard-Programme eines Software-Unternehmens.
Die Bedienung der Anlagen erfolgt an den lokalen PC, die auch die Füllmengen und Palettengrößen verwalten, Produktionsdaten anzeigen und die Störungsdiagnose vornehmen. Die Terminals speichern in eigenen Datenbanken sämtliche Betriebs- und Störmeldungen sowie die Produktionsdaten, um sie, für das gesamte Netzwerk abrufbar zu halten. Die graphischen Darstellungen für die Störungsanalyse sind als HTML-Seiten in den Datenbanken hinterlegt und lassen sich an den Terminals sowie auf dem Visualisierungsmonitor des Prozessleitsystems anzeigen.
Durch die Internet-Anbindung können externe Computer auf das Leitsystem zugreifen, um die Anlage zu überwachen, Diagnosen durchzuführen oder Einstellungen zu ändern. Mit Wireless-Techniken (z.B. WLAN- oder Bluetooth) kann via Internet auch per Mobilrechner auf die Anlage zugegriffen werden – selbst aus einem fahrenden ICE-Zug ist das möglich. Denkbar wäre sogar, auf diesem Wege die komplette Fernsteuerung der Anlagen zu übernehmen. Aus Sicherheitsgründen sind so weitreichende Zugriffsmöglichkeiten gegenwärtig allerdings nicht vorgesehen.
Als zusätzlicher Vorteile des Systems betont der Hersteller die leichte Erweiterbarkeit des Netzwerks um weitere Anlagenteile durch Einbindung weiterer PC-Terminals. Dank des verwendeten HTML-Codes können auch die Visualisierungen auf einfache Weise erweitert oder verändert werden.
Zur Erläuterung unseres Bildes: Die schematisch angedeutete Verpackungsanlage umfasst hier eine Sackpackmaschine (ABS), einen Palettierautomaten (PAL), einen Paletten-Stretchautomaten (STR) und eine Paletten-Einschrumpfanlage (SHR). Über ihre speicherprogrammierbaren Steuerungen (1) können die Maschinen mit Standard-Kommunikationsgeräten ins Netzwerk eingebunden werden. Häufig eingesetzt werden Text-Panels (2), Touch-Screen-Monitore (3), mobile Panels (4) und Multi-Panels (5). Via Internet und drahtlose Übertragungsmedien wie W-LAN (6) und Bluetooth, sind mit Laptops (7) oder PDAs (8), Fernzugriffe auf das Anlagen-Intranet möglich. Drahtgebundener Anschluss von PCs (9) an das Internet bleibt vorhanden. ms









