Zerspanen

Gewollte Kontrolle

Egal, ob hohes Tempo oder enorme Reibung – die Schmierstoffe des Herstellers Fuchs werden aufwändig auf ihre Qualität und Einsatzbereiche getestet. Ein vernetztes System von Wachendorff-Bediengeräten vereinfacht das Sammeln und Auswerten von Messdaten.

Ohrenbetäubender Lärm erschallt, als Frank Plenert die dicke Schallschutztür zum Gelenkwellenprüfstand öffnet. Hinter Glasscheiben werden die Wellen mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben und während des Laufs immer wieder in ihrem Lenkeinschlag verändert. Was hier simuliert wird, ist die Beanspruchung bei Autofahrten mit Fahrbahn-Neigungen oder Lenkradeinschlägen um herauszufinden, wie sich die entwickelten Schmierstoffe im Einsatz – auch dauerhaft oder unter extremen Bedingungen - verhalten. Deshalb befinden sich auf dem Firmengelände in Mannheim zahlreiche Prüfstände für ganz unterschiedliche Tests und Frank Plenert, zusammen mit seinen neun Kollegen, ist als Prüffeldingenieur für ihre Errichtung und die Durchführung der Versuche verantwortlich. Er setzt für die Messungen durchweg Wachendorff-Produkte ein und so findet man in fast jedem Raum Digitalanzeigen oder Datenlogger, mit denen die Ergebnisse angezeigt, protokolliert und verarbeitet werden. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sei die hohe Präzision dieser Geräte und der dahinter stehenden Systemgedanke, so Plenert.

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Wachendorff-Produkte sind nicht nur einzelne Komponenten – sie lassen sich vom I/O-Modul bis zum Bediengerät mit einer einzigen Software (Crimson) projektieren und miteinander zu einer ganzheitlichen Systemlösung verbinden. Die Programmierung nimmt Plenert vorzugsweise über den integrierten C-Compiler vor. In diese Programmiersprache hat er sich für das Projekt eingearbeitet und kann mit ihr auch komplexe Anwendungen relativ schnell und einfach realisieren.

Neustes Projekt bei Fuchs ist das Umrüsten des großen Wälzlagerprüfstandes. Hier werden an insgesamt vier Plätzen Schmierstoffe für Wälzlager getestet und für diese Messungen die Parameter ihrer späteren Einsatzumgebung simuliert. Neue Heizsysteme werden eigens gefertigt, um mit ihnen bei Bedarf, die zu testenden Lager zusätzlich beheizen zu können. In ihnen befinden sich zwei getrennt regelbare Heizkreise, um eine gleichmäßige Hitzeverteilung im Inneren zu gewährleisten und das Lager einer realistischen Umgebungstemperatur auszusetzen. Oberhalb jedes einzelnen Prüfplatzes hängt außerdem ein großer Schaltschrank voller Anzeigen und Schalter, über die bestimmte Parameter geregelt und Messwerte angezeigt werden können. Diese unübersichtlichen Ungetüme gehören bald der Vergangenheit an, denn Frank Plenert wird jeden Schaltschrank durch ein G310-Bediengerät von Wachendorff ersetzen.

Immer gut geschmiert?

Komplette Prüfaufträge lassen sich dann über das Farbdisplay mit Touch-Oberfläche komfortabel regeln – von der Dauer des Tests über die Drehzahl bis hin zur Abschalttemperatur können hier Werte durch Fingertip auf die große, übersichtliche Oberfläche einfach eingestellt werden. Man kann wählen, ob ein Lüfter oder eine Heizung zum Einsatz kommt oder bei welcher Solltemperatur der Lüfter einschalten soll. Aber nicht nur das Steuern und Regeln dieses Prüfstandes wird künftig über das Bediengerät erfolgen. Es übernimmt auch die Funktion des Datenloggers und protokolliert die erfassten Messreihen. Die Daten werden auf einer Compactflash-Card (CF) gespeichert und im CSV-Format ausgegeben, so dass eine Auswertung und grafische Aufbereitung beispielsweise in Microsoft Excel ganz leicht möglich ist. Drei serielle Anschlüsse, Ethernet-Schnittstelle, USB und CF-Steckplatz gehören zum Standard bei allen Bediengeräten der G 300-Serie. Der On-Board 32-Bit-Prozessor bietet eine hohe Rechnerleistung, die auch komplexe Funktionen möglich macht.

Datenflut ordnen

Außerdem gibt es die Crimson 2.0-Software kostenlos dazu. Mit ihr lassen sich alle Redlion-Komponenten von Wachendorff einfach konfigurieren. Sie bietet darüber hinaus die Datenlogging-Funktion, benutzerfreundliche Tools für die Gestaltung der Bedien-Oberfläche und einen Webserver für den Fernzugriff. Ein Protokollwandler für alle angeschlossenen seriellen Geräte ist bereits integriert – dadurch wird der Zugriff über das Internet ohne Schnittstellenprobleme oder zusätzliche Wandler möglich.
Stefan Graf / [email protected]

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